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26.06.2003

Jugendgemeinderat: "Packt's an, geht ran!"

Willkommen Neue, Wiedersehen Alte: Gestern konstituierte sich der neue Jugendgemeinderat - Riehl warnt vor Parteipolitik bei der Jugend.

Schriesheim. (hö) Es war ein Abschied ohne Nostalgie und ein Willkommen ohne Pathos. Gestern Nachmittag verabschiedete Bürgermeister Peter Riehl den alten Jugendgemeinderat und dankte den mittlerweile (fast) "alten Hasen", den Ex-Räten. Auch die "Großen" der Gemeinderatsfraktionen, Barbara Schenk-Zitsch (Grüne), Hans-Jürgen Krieger (SPD), Siegfried Schlüter (CDU) - Friedrich Ewald (Freie Wähler) ließ sich entschuldigen - hörten mehr oder weniger vergnügt der "kleinen Lektion" (O-Ton Riehl) zu, die der Bürgermeister gab. Etwaiges Missvergnügen bereitete den "Großen" eher Riehls Seitenhiebe auf den Gemeinderat, als er die Youngster ermahnte, dass "die Politik auf Gemeindeebene nicht in erster Linie Parteipolitik" sein könne: "Das vergisst der Gemeinderat leider immer öfter." Und noch einmal nachdrücklich: "Die Parteipolitik müsst Ihr draußen lassen", das sollten sich die Jugendgemeinderatsfrischlinge "knallhart in die Köpfe schreiben". In Ordnung sei hingegen, wenn die Jugendgemeinderäte sich irgendwann politischen Gruppierungen anschließen: Bekanntermaßen haben Johannes Scharr und Bernd Molitor die "Jungen Grünen" gegründet, Felix Hörsch und Moritz Baier wollen auf dem SPD-Ticket in den Gemeinderat.

Nach der kurzen Kopfwäsche für die Großen und dem strengen Hinweis an die zwölf Neuen wies er auf die Rechte und Pflichten des Jugendgemeinderats hin, den es in dieser Form seit zwei Jahren gibt. Jakob Hörisch - übrigens Stimmenkönig bei der Wahl vom 25. Mai -, Hannah Vetter, Freya Hauke, Fabian Titus, Nina Wetter, Milan Weiß, Mathias Förderer, Sebastian Wied, Valentin Daus, Marco Ginal und Dominic Baumeister sollen das in Schriesheim manchmal steinige Feld der Jugendpolitik bearbeiten - und, zumindest nach Riehls Maßgabe, die Parteipolitik ruhen lassen. Riehl bekannte sich dazu, auf den Jugendgemeinderat keinen Einfluss zu nehmen, er werde höchstens wie schon bei ihren Vorgängern "Guten Tag sagen" und vielleicht ein bisschen scherzen. Aber: "Wenn Ihr den Bürgermeister braucht, könnt Ihr jederzeit kommen." Besonders in Zeiten knapper Kassen machte er die frisch Konstituierten schon einmal auf kommenden Frust gefasst: "Vieles wird nicht in Erfüllung gehen, vieles geht nur sehr langsam." Er garnierte alles mit dem guten Rat: "Nicht nur dasitzen, auch melden!" Und dann entließ er die Zwölf mit einem knackigen "Packt's an, geht ran".

Und das heißt erst einmal, einen Vorstand zu wählen. Soweit war es noch längst nicht: "Wir kennen uns doch bis jetzt kaum", erklärte Ginal. Also wurden die Stimmzettel eingepackt, sie werden erst in der nächsten Sitzung des Jugendgemeinderats, wohl im Juli, wieder herausgeholt. Wenn sich dann hoffentlich alle besser kennen gelernt haben.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung