11.09.2014

Schriesheim: "Die Talstraße bleibt ein Brennpunkt"

Nach der Vollsperrung soll die Straße am Wochenende wegen Kanalarbeiten erst mal nur halbseitig geöffnet werden - Die Hangsicherung musste verschoben werden

Von Laura Geyer
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Schriesheim. Manch einer mag sich gewundert haben, warum die Hangsicherung im ersten Abschnitt unterhalb des Griethwegs in den vergangenen zwei Wochen so schleppend verlief. Erst wurde der Beginn tageweise verschoben, dann kamen die "Vegetationstrupps" und schnitten die Bepflanzung zurück. Und dann: nichts. Dabei sollte die Zeit der Talstraßen-Vollsperrung für die Arbeiten genutzt werden, der Beginn der Maßnahme war eigens vorverlegt worden, hatte Bauleiter Lukas Seehauser von der Firma HTB der RNZ mitgeteilt.

Den Grund für die Verzögerung erklärten Bürgermeister Hansjörg Höfer und Bauamtsleiterin Astrid Fath am Montag im Pressegespräch: Wegen der Probleme auf der Talstraßenbaustelle sei es dort, wo die Sicherungsmaßnahmen beginnen sollten, schlicht zu eng gewesen, sodass mehr als Zurückschneiden nicht möglich war. Der Untergrund hatte sich bei den Aushub-Arbeiten für die Zufahrt zum Branichtunnel als nicht tragfähig erwiesen und musste auf 80 Metern abgetragen und neu verfüllt werden. Daher musste auch die Vollsperrung der Talstraße um eine Woche, bis zum Ende der Sommerferien am 13. und 14. September, verlängert werden.

"Wir haben dort oben einen sehr schlechten Baugrund", erklärte Astrid Fath. Sie meinte damit nicht nur den Fels: In der Talstraße gebe es viel Schichtenwasser. Die Regenfälle hatten ihr Übriges dazu beigetragen, das erst im Juni verfüllte Material aufzuweichen. Mit dem neuen, verdichteten Untergrund dürfe es jetzt aber keine Probleme mehr geben, versicherte die Bauamtsleiterin. Die Bedingungen seien vorher nicht klar gewesen, nun habe man entsprechend reagiert und zum Beispiel auch eine Drainage verlegt. "Wenn nichts Unvorhergesehenes geschieht", sagt Höfer, werde die Talstraße am Wochenende zwar wieder geöffnet - aber nur einspurig, wie vor der Vollsperrung, denn die Kanalsanierung brauche wegen der Probleme mit dem Fels noch weitere sechs bis acht Wochen. Während dieser Zeit kann nicht am Hang gearbeitet werden, da hierfür eine Sperrung der anderen, stadteinwärtigen Straßenseite nötig wäre, erklärte Fath. Also wurden die Arbeiter zurückgepfiffen.

Frühestens Ende Oktober, Anfang November kann es weitergehen. Dann ist jedoch die Frage, ob die Witterung mitmacht. "Die Kletterer brauchen bei der Hangsicherung gute Wetterverhältnisse", erklärte Fath. Derzeit stehe man mit der Firma HTB in Verhandlung und könne noch keine genauen Aussagen machen, wie und wann es weitergehe. "Im schlimmsten Fall im Frühjahr", sagt die Bauamtsleiterin. "Die Talstraße wird bis zur Tunneleröffnung ein Brennpunkt bleiben." Aber mit der einspurigen Öffnung müssen Autofahrer zumindest nicht mehr über Großsachsen ausweichen.

Das freut Bernd Doll, den Vorsitzenden der Interessengemeinschaft zur Erhaltung des Waldschwimmbades Schriesheim (IEWS). "Das Wetter war nicht berauschend, das muss man fairerweise sagen", räumte Doll ein, "aber die Sperrung war für uns nicht ohne Einfluss". Am sommerlichen Wochenende seien einige Radfahrer gekommen, geschätzte 50 bis 100 Gäste konnte das Schwimmbad am Sonntag immerhin zählen. "Aber sonst kommen an so einem schönen Tag deutlich mehr". Am Samstag, 20. September, schließt das Bad für dieses Jahr. Doll hofft, dass dann noch einmal einige Gäste kommen.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung