18.09.2014

Schriesheims Begrüßung der Fünftklässler in weiterführenden Schulen

235 Schülerinnen und Schüler sind neu dabei - Feiern mit viel Musik und Theaterspiel

Von Stefan Zeeh und Stephanie Kuntermann

Schriesheim. Gestern wurden an den weiterführenden Schulen die Fünftklässler willkommen geheißen. Die Schulleitungen und die Schüler, die an den Begrüßungsfeiern beteiligt waren, bereiteten ihnen einen warmherzigen Empfang und taten alles, um den neuen Mitschülern die Aufregung zu nehmen.

Am Kurpfalz-Gymnasium (KGS): "Eines Tages bringe ich sie um." Der letzte Satz des Loriot-Sketchs "Das Frühstücksei" ging im Gelächter des Publikums unter, ebenso wie die großartige Schluss-Sequenz des "Lottogewinns". Die Unterstufen-Theater-AG des Gymnasiums sorgte bei der Begrüßungsfeier für Furore. Vielleicht war die kleine Aufführung auch für den einen oder anderen Neuen ein Ansporn, selbst bald mit dem Theaterspielen zu beginnen. Oder mit dem Musikmachen? Ein fetziges "Rock around the clock" gab es nämlich gleich zu Beginn von der "Big Band Theory".

Genau 113 Kinder waren es, die gestern ihren neuen Klassenlehrern Beate Albinger (5 a), Ulrich Schwarze (5 b), Waltraud Theurer (5 c) und Markus Krook (5 d) zugeteilt wurden und gleich ihre neuen Klassenzimmer in Besitz nahmen. Vom Schul-Freundeskreis gab es für jedes Kind ein Hausaufgabenheft, außerdem von den Sechstklässlern gezeichnete Bilder für die Klassenzimmer-Türen in neuen Rahmen. Vorsitzender Ekkehard Grünig erklärte einige Ziele des Vereins, zu denen mehr Musik und Bewegung an der Schule gehört, Medien- und Spanisch-AGs sowie die Austausch-Förderung. Der neue Schulsozialarbeiter, Uwe Heidrich, wünschte viel Glück zum Schulanfang, kündigte seine Vorstellungsrunde in den Klassen an und bemerkte: "Ich wünsche euch, dass ihr schnell zur Klassengemeinschaft werdet."

Dann wollte Schulleiter Matthias Nortmeyer seine neuen Schützlinge besser kennenlernen. Er verpackte sein Ansinnen in die Schilderung eines Rundflugs entlang der Bergstraße und wollte jeweils wissen, aus welchem dieser Orte die Schüler stammten. Erwartungsgemäß meldeten sich die meisten, als Nortmeyer nach Schriesheim gelangte. Ihre Enttäuschung, dass der Direktor bei seiner Runde offenbar die Ortsteile vergessen hatte, vergaßen die Altenbacher schnell, als sie aufgerufen wurden und ihren Lehrern in die Klassenzimmer folgten. Das KGS lässt es langsam angehen mit dem Start ins neue Schuljahr: Heute dürfen die Kinder nämlich erst einmal einen Luftballon vom Dach des Gebäudes steigen lassen. In alter Tradition nannte Nortmeyer das "der Schule aufs Dach steigen".

An der Kurpfalz-Realschule (KRS): Exakt 93 Schülerinnen und Schüler ist er stark, der neue Jahrgang an der KRS, der gestern von Rektorin Petra Carse in der Schulaula begrüßt wurde. Der Riesenjahrgang - mittlerweile der zweite nach Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung - wurde in vier Klassen eingeteilt, die von den Lehrern Daniel Schmitt (5 a), André Schmidt (5 b), Sonja Schnepf (5 c) und Franziska Mersi (5 d) unterrichtet werden.

"Wir freuen uns, dass ihr zu uns kommt und euch für unsere Schule entschieden habt", erklärte die Schulleiterin. Sie könne die Aufregung am ersten Schultag gut nachvollziehen, fuhr sie fort und verglich die Situation der Kinder mit der von Bergsteigern, die sich langsam, Schritt für Schritt, dem Ziel nähern und dabei immer dem Bergführer folgen - in diesem Falle den Klassenlehrern. An ihrem ersten Schultag machten die Kinder mit ihnen erst einmal einen Rundgang, um ihr neues Schulgebäude kennenzulernen.

Auf dessen zum Teil desolaten Zustand machte Elternbeiratsvorsitzende Barbara Bartelmus aufmerksam, erinnerte an die "Weinwanderung", die die Eltern veranstalteten und die Millionenbeträge, die zur Sanierung aufgewendet werden müssen. Sie forderte die Eltern auf, sich als Elternbeiräte und im Schulbeirat zu engagieren, um das Vorhaben voranzubringen.

Die Vorstellungsrunde ging weiter mit Denise Gehrig. So neu wie die Fünftklässler ist auch die Schulsozialarbeiterin, die seit 1. September ihr Büro in der Schule hat, in das sie die Schüler einlud: "Ich bin für euch alle da." Zuvor stellte noch Vorsitzende Astrid Spies den Förderverein vor, der nicht nur Projekte und Klassenfahrten fördert, sondern auch jedes Jahr die legendären Schultüten für die neuen Fünftklässler bereit stellt. Damit ausgestattet, begannen die Kinder ihre Schullaufbahn an der KRS, begleitet von den Klängen des "Earth Song", den Singeklassen und Schulband am Schluss flott und mitreißend vortrugen.

Am privaten Heinrich-Sigmund-Gymnasium (HSG): Zum "ersten, nicht ganz so richtigen Schultag" konnte HSG-Schulleiter Dr. Wolfgang Metzger die 29 Schüler der neuen fünften Klassen in der Schulturnhalle auf dem Branich begrüßen. Die Sextaner werden voraussichtlich bis zur dreizehnten Klasse das Privatgymnasium besuchen, denn obwohl es am HSG seit vergangenem Jahr auch das G 8, das Abi nach acht Gymnasialjahren, gibt, haben sich die Eltern der neuen Schüler für das G 9-Modell entschieden. "Im Laufe des Jahres werden noch drei Schüler hinzukommen, deren Familien erst noch in unsere Region umziehen werden" erläuterte Wolfgang Metzger gegenüber der RNZ. Damit haben sich rund ein Drittel weniger Schüler beim Schriesheimer Privatgymnasium für die fünfte Klasse angemeldet als im Vorjahr. Die Schülerzahl am HSG ist jedoch relativ konstant bei knapp über 300 geblieben.

Deutsch- oder Mathematikunterricht gab es an diesem ersten Schultag für die Sextaner tatsächlich nicht, waren zunächst einmal doch viele organisatorische Dinge zu klären. Die Schüler der beiden neuen fünften Klassen bekamen ihren Stundenplan, wurden über die Schulregeln aufgeklärt und durften Fragen an ihre Klassenlehrer stellen

Bevor es in die einzelnen Klassenräume ging, präsentierte die Theater-AG des Gymnasiums einen Ausschnitt aus ihrem letztjährigen Stück. "Wir hatten nur eine halbe Stunde Zeit zur Vorbereitung", erläuterte Theaterpädagogin Katerina Gein. Daher war es auch nur eine kurze Aufführung, die die Schüler der sechsten bis achten Klassen zeigten. Ansonsten arbeite die Theater-AG das ganze Schuljahr hindurch an einer Aufführung und studiere eigene Stücke ein, hob die Theaterpädagogin hervor.

Das im vergangenen Schuljahr eingeübte Stück handelt von zwei Kindern, die sich plötzlich in einem Computerspiel wiederfinden und versuchen, dort herauszukommen. "Das Stück zeigt, dass Computerspiele auch aggressiv machen können", erläuterte Schulleiter Metzger im Anschluss an die kurze Aufführung. Darüber hinaus würden Lösungen aufgezeigt, wie man es schafft, aus der Spielsucht auszusteigen. "Das betrifft euch sicherlich nicht, ihr lest doch nur Bücher", wandte sich Wolfgang Metzger mit einem Schmunzeln an die neuen Schüler.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung