03.10.2014

Schriesheimer Kurpfalz-Gymnasium wurde wegen austretendem Gas geräumt

Schriesheimer Kurpfalz-Gymnasium wurde wegen austretendem Gas geräumtIm Biologie-Raum des Gymnasiums trat Gas aus - Ob ein technischer Defekt oder ein Bedienfehler dazu führte, ist noch unklar

Von Stephanie Kuntermann

Schriesheim. "Gas-Austritt in der Schule": Um 9.40 Uhr ging diese Meldung gestern Vormittag bei der Freiwilligen Feuerwehr Schriesheim ein. Mit vier Fahrzeugen und elf Mann traf die Wehr fünf Minuten später in der Schule ein, dazu kamen noch vier Rettungsfahrzeuge mit sieben Sanitätern und einem Notarzt sowie zwei Polizeibeamte vom Posten Schriesheim.

Die Schüler des Gymnasiums sowie der benachbarten Grund- und Werkrealschule waren bereits evakuiert, als die Rettungskräfte eintrafen. Unter Atemschutz machte sich ein Trupp auf ins Gebäude. Betroffen war der naturwissenschaftliche Trakt des Gymnasiums. Hier hatte zuvor ein Lehrer bemerkt, dass aus einer Propangasflasche unter dem Lehrerpult Gas austrat. Er drehte den Hahn am Gerät sowie den Haupthahn ab und sorgte dafür, dass sofort alle Schüler das Gebäude verließen. Mit einem Gasmessgerät wurde die Stelle untersucht, es stellte sich heraus, dass kein weiteres Gas austrat. Als Nächstes nahmen sich die Feuerwehrleute den "Kriechkeller" unter den naturwissenschaftlichen Räumen vor, wo ebenfalls kein Gas gemessen wurde. "Sicherheitshalber haben wir zum Schluss noch einmal alles mit dem Überdrucklüfter gelüftet", erklärte Kommandant Oliver Scherer.

Für die Schüler bedeutete der Einsatz eine ungeplante Unterrichtspause von einer knappen Stunde. Für alle, auf deren Stundenplänen gestern noch "Biologie" stand, kam noch eine weitere Freistunde hinzu: Die Räume wurden vorerst gesperrt; nach Schulschluss, sagte Scherer, sei noch die Prüfung durch einen Fachmann geplant. Vor Ort war zudem die Polizei, die jetzt die Ursache für den Gasaustritt ermittelt. "Ich kann nicht sagen, ob es sich um einen technischen Defekt oder einen Bedienfehler handelt", sagte Scherer zur Ursache. Propangas sei nicht giftig, aber leicht brennbar.

Da es so schwer ist wie Luft, erklärte Scherer weiter, könnten Dämpfe über den Boden treiben, in höheren Konzentrationen könne es den Sauerstoff in der Luft verdrängen. Mit der unlängst geführten Diskussion um die Abluftanlage in den Chemieräumen des Gymnasiums hat der Vorfall nichts zu tun. Das Propangas trat nicht in einem dieser Schulzimmer aus, sondern im Raum "Biologie II". Soweit die anderen Räume betroffen waren, erklärte Stadtbaumeisterin Astrid Fath kürzlich gegenüber der RNZ: "Dort kann jederzeit wieder Unterricht stattfinden."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung