09.10.2014

In Schriesheim golften am Wochenende die Weltbesten

MCS bekam Lob von allen Seiten für seine Organisation des European Cups 2014 der Minigolfer.

Von Nicoline Pilz

Schriesheim. Die Ausrichtung des Minigolf European Cup 2014 war für die Gastgeber des Miniaturgolf Sportclubs Schriesheim (MCS) ein voller Erfolg. Eine Sportart auf höchstem internationalen Niveau war zu erleben - eine gute Gelegenheit auch für Zuschauer, Minigolf näher kennen und schätzen zu lernen. Auch die RNZ schaute bei den Wettkämpfen vorbei.

Hier macht sich die Anspannung auf der Vereinsanlage des MCS hörbar Luft: "Go Alex, go!", tönt es immer wieder an diesem Nachmittag. Oder auch "Wally, yes!" Vom angrenzenden Erdwall aus hat man eine gute Übersicht auf das Geschehen unter sich, kann Bahn für Bahn verfolgen, wie Spieler Bälle aus geringelten Socken ziehen, weil sie nun die richtige Temperatur haben, oder Betreuer große rote Schirme aufspannen, um ihren Schützling vor den tiefen Strahlen der Spätnachmittagssonne zu schützen.

Andere reiben den Ball ihrer Wahl zwischen den Handflächen und lassen ihn probehalber auf dem Eternit aufdopsen, um zu prüfen, wie er sich verhält. Auf Bahn neun schleicht sich der Ball eines Spielers in Zeitlupe Richtung Loch, zögert und bleibt fast stehen, um dann mit allerletzter Kraft doch noch das Ziel zu erreichen. Der Spieler vom tschechischen Team Olomouc ballt die Faust. Sein Partner legt die Hand auf die Brust und deutet an, dass er schier einen Herzkasper bekommen hat. Ein Wimpernschlag trennt nicht selten ein Ass von einem Zweier. Die Mannschaft mit den wenigsten Schlägen wird schließlich European Club Team Champion 2014.

Elf Herren- und neun Damenmannschaften aus elf Nationen, insgesamt somit 146 Teilnehmer, darunter auch Betreuer und Trainer, machen Jagd auf den Titel. Die schwedischen Herren sind stark, bei den Damen sind es die Mainzerinnen. "Das ist keine Überraschung", sagt MCS-Pressesprecherin Nassim Alizadeh. Ihre erste Zwischenbilanz fällt rundum erfreulich aus, was auch daran liegt, dass das Wetter mitspielt. "Der Turnierverlauf ist bis dato reibungslos, was die Rundenkämpfe und die technische Ergebnisdarstellung angeht", meint sie zufrieden. Und auch die Verständigung klappe einwandfrei. "Viele sprechen Englisch. Das läuft alles ganz locker; man duzt sich, und die Stimmung ist wirklich gut."

Und auch seitens der Verbände kommt ein "Daumen hoch" für ein "perfektes Turnier", wie es vom Präsidium heißt. "Es macht total viel Spaß hier", findet Alizadeh. Dass die National Anit-Doping Agency stichprobenartig kontrolliert, sei normal und angekündigt. Was in diesem Kontext an Auflagen, wie beispielsweise eigene Spieler-Toiletten, erforderlich werde, darum kümmere sich der Präsident des Deutschen Minigolfverbandes.

Mit dem Schweden Carl-Johan Ryner ist ein absoluter Topspieler dabei. Der Enddreißiger ist Teil des Teams Uppsala und gilt als der aktuell weltbeste Minigolfer. Rund um das Turnier - die Königsklasse des europäischen Minigolfs und für den MC Schriesheim das erste internationale Event auf diesem Niveau - sind um die 25 Helfer im Einsatz. Start war dabei im Zehntkeller, wo die Auslosung innerhalb einer Stunde über die Bühne ging, Bürgermeister-Stellvertreterin Barbara Schenk-Zietsch die Gäste willkommen hieß und Weinkönigin Lena ein Grußwort auf Englisch sprach. Das kam gut an bei den Teilnehmern.

Um 8 Uhr morgens begannen dann die insgesamt drei Spieltage: "Bis Viertel vor kann man sich einspielen, danach wird die Bahn ein letztes Mal gesäubert", erklärt die Pressewartin. Zwischen den drei Runden, die jedes Team zu absolvieren hatte, lagen rund zweieinhalb Stunden Pause. Rituale sollten für Entspannung sorgen: Manche Spieler stöpselten sich zu, hörten Musik oder wechselten nach nebenan auf die benachbarte Anlage mit den Filzbahnen, um dort ihre Ruhe zu haben.

Ein klein wenig überrascht war der Verein vom Run auf das Essensangebot. Spaghetti Bolognese verbindet eben auch problemlos elf Nationen.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung