17.11.2014

Wacker: Grün-rote Bildungspolitik verunsichert die Eltern

Schriesheim. (kaz) Privatschulen haben gute Zukunftsperspektiven: So die Einschätzung des CDU-Landtagsabgeordneten Georg Wacker, der kürzlich als bildungspolitischer Sprecher seiner Fraktion zu einer "Schulstunde" in das Heinrich-Sigmund-Gymnasium kam. Bei einem ersten landesweiten Aktionstag hatte die Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen den Kontakt zu politischen Entscheidungsträgern gesucht.

Da hatte der Landtag in Stuttgart gerade einstimmig die Erhöhung der Zuschüsse für die privaten Bildungseinrichtungen beschlossen. Der im Vergleich zu den staatlichen Schulen angestrebte Kostendeckungsgrad von 80 Prozent ist damit allerdings noch nicht ganz erreicht. Georg Wacker vermutet indessen, dass die grün-rote Bildungspolitik und vor allem das Thema "Gemeinschaftsschule" viele Eltern verunsichert.

Die Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung sieht er wiederum als Ursache für steigende "Sitzenbleiber-Zahlen". Es landeten auf diese Weise einfach zu viele Schülerinnen und Schüler auf dem Gymnasium oder der Realschule, obwohl sie den Anforderungen nicht gewachsen seien, so Wacker. Dies führe wiederum zu sinkenden Schülerzahlen an den Werkrealschulen. Gerade auf dem Land drohten Schließungen.

Über die Reform "G 8", das achtjährige Gymnasium, die er noch in Regierungsverantwortung und zum Teil als Staatssekretär mit getragen hatte, sagte er: "Das lief anfangs nicht rund, wird sich aber weiter einspielen". Der neue Bildungsplan werde gerade nochmals überarbeitet. Die Reform wieder zu reformieren mache jedoch keinen Sinn.

Bei der Fragerunde im Physiksaal plauderte der Politiker auch über seine eigene Schulzeit, nannte sich selbst einen "Spätzünder", der bis zur sechsten Klasse auf der Hauptschule geblieben sei, weil er einfach den Mund nicht aufbekommen habe.

Dank des durchlässigen Bildungssystems, das manche am liebsten abschaffen würden, habe er es doch noch bis zum Abitur geschafft. Georg Wacker, gebürtig in Altenbach, studierte in Mannheim Klavier und Posaune und arbeitete später an verschiedenen Orten als Musiklehrer. Vor seiner Wahl in den Landtag im Jahr 1996 leitete er die Städtische Musikschule Renningen. Was sie bewogen habe, eine Privatschule zu besuchen, wollte er von den Mädchen und Jungen im Saal wissen.

Die Lehrer nähmen sich mehr Zeit für die Schüler, und der Unterricht gehe komprimierter über die Bühne, also ohne Freistunden, mit denen man nicht wirklich was anfangen könne, hieß es unter anderem. Auf die Frage: "Was halten Sie denn von Waldorfschulen?" antwortete Wacker: "Die sind nicht so mein Ding. Aber ich akzeptiere sie, zumal sie in Baden-Württemberg mit rund 40 Stück stark vertreten sind."

Am Heinrich-Sigmund-Gymnasium werden derzeit 301 Kinder und Jugendliche unterrichtet. "Wir sind eine lebendige Schulgemeinschaft", so Direktor Dr. Wolfgang Metzger zum Ende der Veranstaltung. Seinen Worten nach könnte das Gespräch mit Georg Wacker bei den Elftklässlern für mehr Interesse an der Politik gesorgt haben. Der Politiker ermunterte diese dazu, sich bei weiteren Fragen auch gern an ihn direkt zu wenden.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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