24.11.2014

Schriesheims Ringer kommen immer besser in Fahrt

Der KSV schlägt den Tabellendritten Adelhausen mit 14:13

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Nur die Technik funktionierte nicht. Beim ersten Anpfiff von Kampfleiter Ronald Hartenstein fiel prompt der Computer aus. Keine Anzeige mehr von Punkten, Zwischenständen und Rundenzeiten. Dafür kam wieder die gute alte Klapptafel zum Einsatz. Den Erstligaringern des KSV war es egal. Sie schlugen am Samstagabend auf eigener Matte den favorisierten TuS Adelhausen mit 14:13. So faustdick war die Überraschung des Tabellensiebten gegen den Dritten der Liga aber nicht. Die Schriesheimer treten in der Rückrunde kompakt auf, behalten die Nerven und haben so ihre Chancen. Der Sieg vergangene Woche in Schifferstadt beflügelte sie zudem noch. So stand am Ende ein verdienter und dennoch etwas glücklicher Sieg gegen die Gäste aus kleinen Rheinfeldener Ortsteil.

Beide Teams gewannen fünf Kämpfe. Entscheidend für den Erfolg des KSV waren letztlich eine starke erste Hälfte des an diesem Abend, eine unglückliche Verletzung von Adelhausens Gergö Wöller sowie erneut Schriesheims Weltergewichtler Ionel Puscasu.

Emil Sundberg eröffnete für den KSV im Federgewicht gegen Vyugar Ragymov und ließ nur ein 0:1 nach Punkten zu. Schriesheims ringender Trainer Stefan Kehrer drückte danach Felix Krafft im Superschwergewicht auf die Schultern: Vier zu null! Die erste schnelle Überraschung. Vorzeitig siegte auch Artem Gebekov für den KSV - technisch überlegen gegen Manuel Wolfer im Bantamgewicht. René Jünger punktete ebenfalls: 1:0 gegen Adelhausens Schwergewichtler Felix Radinger nach einem 1:1 in letzter Wertung. Weiter von der Rolle ist Benjamin Hofmann. In der Klasse bis 66 Kilo verlor er gegen Weltmeister Davor Stefanek auf Schultern. So ging es mit 9:5 für den KSV in die Pause.

"Das wird der vorentscheidende Kampf", blickte KSV-Ringerchef Werner Wolf zu Beginn der zweiten Hälfte auf die Matte. Schriesheims Marcus Plodek gegen Ex-KSV'ler Carsten Kopp im Mittelgewicht. Kopp gewann 0:2 nach Punkten. Wolf lag trotzdem mal falsch. Denn schon im nächsten Kampf kugelte sich Wöller gegen Andrej Perpelita die Schulter aus. Den so nicht eingeplanten 4:0-Aufgabesieg für den KSV wollte auf diese Weise keiner. Und doch war jetzt für die Gastgeber mehr drin. Attila Tamas unterlag Konstantin Schneider mit 0:2 nach 0:4 Wertungspunkten. So kam Adelhausen auf 13:9 heran. Vier Punkte Differenz vor den letzten beiden Kämpfen. Da ging zwar noch was für die Gäste. Doch Puscasu hielt dem Druck wie schon in Schifferstadt stand. Er holte den entscheidenden Mannschaftszähler mit 4:2 Wertungspunkten. Der KSV hatte gewonnen. Da half auch Krystian Brozowskis technisch überlegener Sieg gegen KSV-Athlet Sascha Büchner nicht mehr.

"Heute waren wir mal die Glücklicheren, aber der Sieg war auch nicht unverdient", meinte KSV-Chef Klaus Grüber. Allerdings gab er sich auch nachdenklich: "Wir wollten in der Liga Fünfter werden. Dafür wird es wohl nicht reichen. Wir haben es in der ersten Saisonhälfte vergeigt. Und es ist seit Jahren so, dass wir in der Vorrunde schwächer sind. Daran müssen wir arbeiten." Zwar plant man beim KSV längst für die Zwischenrunde - wahrscheinlich gegen den 1. Luckenwalder SC. Aber: Erst stehen ja noch die letzten Rückrundenkämpfe beim Schlusslicht Triberg und zu Hause am Nikolaustag gegen Primus Nendingen an: "Gegen Triberg müssen wir aufpassen. Das wird eng, und wir brauchen eine optimale Einstellung", warnte Grüber. "Und daheim gegen Nendingen sind wir auch nicht chancenlos."

Egal, ob der Computer funktioniert oder nicht.

Schriesheims ringender Trainer Stefan Kehrer freut sich über seinen Schultersieg gegen Felix Krafft. Foto: Dorn

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung