02.12.2014

Schriesheim: Unternehmensberater referierte über Projektmanagement in der Schule

Schriesheim. (sk) Unvorstellbar, aber wahr: Für die Definition des Begriffs Projektmanagement gibt es eine eigene DIN-Norm. Unter der Nummer 69901 heißt es: "Projektmanagement wird verstanden als Gesamtheit von Führungsaufgaben, -organisation, -techniken und -mitteln für die Abwicklung eines Projekts." Glücklicherweise geht es beim Vortrag "Projektmanagement macht Schule" nicht so staubtrocken zu.

Referent Michael Boxheimer füllt das Thema mit Leben, nachdem er seine Zuhörer mit der Theorie vertraut gemacht hat. Dazu gehört eine etwas praktischere Begriffsdefinition: Die Pyramiden oder das Burj Khalifa sind Projekte, Fabrikanlagen oder Computerprogramme ebenso. Alle seien "Unternehmen auf Zeit", müssten ebenso geführt und am Ende auch wieder abgewickelt werden.

In den Schulalltag, sagt der Unternehmensberater, könne man die Methode ebenso einbauen, etwa für eine Musical-Aufführung oder einen Kuchenverkauf. Beherrsche man sie, könne das die Ausgangsbasis in Studium und Beruf verbessern. Das sehen scheinbar nicht viele Eltern oder Lehrer so, nur wenige Zuhörer sind zum Vortrag des "Forums BZ" in die Aula des Kurpfalz-Schulzentrums gekommen, den Christiane Haase vom Elternbeirat organisiert hat. "Schade, aber vielleicht ist es einfach zu spät im Jahr", überlegt sie. Vielleicht sei es auch das große Thema Schulsanierung gewesen, das anderes überlagerte. Beim Projektmanagement, erläutert jedenfalls Boxheimer weiter, komme es auf die gute Zusammenarbeit der Beteiligten an. Man brauche einen Leiter, der sein Team durch die verschiedenen Phasen der Teamentwicklung bringen müsse, und das möglichst zügig, um das Projekt auch schnell in Angriff nehmen zu können: "Wenn die Stimmung schlecht ist, wird das Projekt ein Desaster erleiden."

Dann geht es an die praktische Umsetzung, Haase übernimmt das Mitschreiben am Flipchart. Die Idee ist ein Osterbasar, bei dem alle Schulen des Kurpfalz-Schulzentrums beteiligt sind. Wann, wo, was, welches Ziel lauten die ersten Fragen. "Was" ist am kompliziertesten: Gibt es Stände drinnen oder draußen, Aufführungen, Bewirtung? Sollen Deko-Sachen für den Verkauf im Schulunterricht gebastelt werden? "Das ist jetzt die erste Planungsrunde", bemerkt Boxheimer und fragt weiter: "Gibt es mögliche Hindernisse?" O ja, wissen die beteiligten Elternbeirätinnen: zum Beispiel die kurzfristigen Absagen, mit denen sie bei jeder Veranstaltung zu tun haben. Termine der Abiprüfungen im Schulhaus müssen auch bedacht werden. Und das Wetter.

Jetzt kommt die nächste Phase, so der Referent: "Die Aufteilung in handhabbare Einheiten." Also wird ein Plan gezeichnet: Wer muss wann informiert und einbezogen werden? Von wem braucht man Unterstützung? "Feinplanungen" wie die Erstellung einer Liste fürs Kuchenbuffet sind in dieser Phase noch etwas verfrüht.

Wer zunächst skeptisch war, ist jetzt überzeugt: Diese Art der Planung hat Sinn, gibt eine gewisse Sicherheit und macht Spaß. Als "Projektmanagement-Laie" kann man am Ende zwei Erkenntnisse mitnehmen: Was als fertige Veranstaltung so leicht und mühelos wirkt, hat einen mitunter steinigen Weg hinter sich. Wenn dann aber alles läuft, können am Ende alle Beteiligten zufrieden sein.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung