10.02.2015

Neubau im Schriesheimer Burgweg: Die Schusters sind mit ihrer Geduld am Ende

Das Anwohnerpaar aus dem Huberweg stieß bei der Stadt mit Kritik an der Situation rund um den Burgweg 6-8 auf taube Ohren.

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Vor etwa vier Wochen ging Manda Schuster aus dem Huberweg ins Bürgerbüro, um sich über die Zustände rund um das neue Anwesen im Burgweg 6-8 zu beschweren. Der Schriesheimer Bauträger Taronova hat hier ein Sieben-Parteien-Haus gebaut. Spatenstich war im November 2013. Nach Angabe von Geschäftsführer Matthias G. Weigel wurde am Montag vergangener Woche die letzte Wohnung an ihre Eigentümer übergeben. "Alle hier sind froh, dass der alte Schuppen an dieser Stelle weg ist, Gott sei Dank", sagt Manda Schuster: "Und wir haben unser Haus hier auch gebaut und kennen die Probleme." Aber die Toleranzgrenze sei eben irgendwann mal erreicht, ergänzt ihr Mann, Dr. Johann Schuster.

Bauträger weist Verantwortung zurück

Viel hätten sie in den vergangenen Monaten mitgemacht. Ständig hätten Bau- und Handwerkerfahrzeuge die Einmündung zum Huberweg versperrt, und auch der Burgweg selbst war oft dicht. Kein Durchkommen also: "Es war wie ein Ratespiel", so Manda Schuster. Und war der Burgweg offen, dann erlebten die Anlieger des Huberwegs an der Ecke mit dem Rappenbuckelweg auch mal eine böse Überraschung: "Denn da hat dann die Stadt unangekündigt eine Baustelle gehabt", so Johann Schuster. Erschwert wurde die Zufahrt zu ihrem Haus noch dadurch, dass der Huberweg eine Einbahnstraße in Richtung Tal ist. Man kann also nicht einfach von der anderen Seite hineinfahren.

Ausnahmen habe es für die Taronova-Baustelle gegeben, wenn ein Kran oder Bagger angeliefert werden musste, erinnert sich Johann Schuster. Da seien die Anwohner allerdings zuvor informiert worden. Das sei aber die Ausnahme gewesen, nicht die Regel.

Und jetzt, da das neue Haus so gut wie fertig ist, geht der Ärger für die Schusters aber dennoch weiter: "Jetzt ziehen die Leute da ein, und es stehen die Handwerker für die Inneneinrichtung mit ihren Autos davor." Dazu berichten die Schusters von Gestein und Schutt auf einer Parkplatzfläche, von Müll, Dreck und Hundekot auch auf dem Weg, den die Schüler nehmen. Am schmalen Durchgang Richtung VHS stehe zudem ein Dixiklo: "Das alles ist jetzt genug", sagt Johann Schuster. Auch die Interessen der Anlieger müssten mal berücksichtigt werden, und der Bauträger müsse ankündigen, dass da weiterhin die Handwerker kommen. Zudem seien das Bauamt und das Ordnungsamt gefragt, hier Vorgaben zu machen: "Wir wollen eine Perspektive haben."

Daher ging Manda Schuster seinerzeit aufs Rathaus und wurde im Bürgerbüro ans Bauamt verwiesen. Hier habe es auch ein Gespräch gegeben, "aber passiert ist nichts", so Johann Schuster. Also rief er eine Woche später wieder in der Verwaltung an und traf vor dem Neubau sogar mal einen Bauamtsmitarbeiter: "Ich habe nur gehört: ’Wir kümmern uns darum’ oder ’Ich geb’s weiter’". Aber auch diese Aussagen seien folgenlos geblieben. Auch im Ordnungsamt kamen die Schusters nicht weiter. Bleibt die Frage an den Bauträger.

Matthias G. Weigel hat während der Bauphase ebenfalls einiges erlebt und stellt fest: "Egal, ob Huberweg oder Burgweg: Ich werde für alles verantwortlich gemacht. Fakt aber ist: Die Baustelle ist fertig." Sicher werde da beispielsweise noch mal eine Küche angeliefert. Die Handwerker, die jetzt vor der Tür stünden, hätten mit ihm gleichwohl nichts mehr zu tun.

Die Steine und der Sand auf dem Parkplatz würden dort mit Erlaubnis der Stadt liegen - es ist die letzte Lieferung von Material für Gabionen: "Ansonsten haben wir nichts mehr auf der Straße. Und das Dixiklo", betont Weigel, "steht auf unserem Grundstück." Dass hier überhaupt ein Durchgang möglich sei, basiere auf seiner Duldung, so der Teronova-Geschäftsführer. Gleichwohl komme die mobile Toilette bald weg, und die Stadt werde den Weg zur Schule noch erneuern.

Auch grundsätzlich äußert sich Weigel zu seiner Baustelle im Burgweg: "In der heißen Phase gab es täglich Anlieferungen, sogar mit Genehmigung entgegen der Einbahnstraße. Das hat alles hervorragend funktioniert. Natürlich nicht zu jeder Stunde, aber das geht ja auch gar nicht. Denn es ist schon extrem eng, aber das Problem haben hier doch alle. Ich konnte hier nicht von morgens bis abends jemanden hinstellen." Das einzige, das noch in Weigels Verantwortungsbereich liegen wird, ist der Abbau des Gerüstteils, der noch an seinem Neubau steht: "Da kann es für kurze Zeit noch mal zu Problemen kommen, aber wir haben eine Ausnahmegenehmigung, dass wir dann dort stehen dürfen." Fehlen noch die Außenanlagen.

Danach wird aber wohl zumindest im Burgweg 6-8 Ruhe einkehren. Er sei froh, wenn alles fertig ist, sagt Weigel. Das sehen die Schusters sicher genauso.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung