14.02.2015

Beim Schriesheimer Mathaisemarkt kommt ein neues Notfallsystem zum Einsatz

Erstmals wird ein Nummernsystem benutzt, das die Lokalisierung von Notrufen erleichtern soll.

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Oliver Scherer hat mit dem Mathaisemarkt jede Menge Erfahrung. Eine ist diese: "Wir haben es oft erlebt, dass wir oder der Rettungsdienst alarmiert wurden, uns der Anrufer aber nicht genau sagen oder beschreiben konnte, wo er sich gerade befindet", sagt der Schriesheimer Feuerwehrkommandant. Natürlich hätten vor allem auswärtige Gäste ohne Ortskenntnis dieses Problem: "Die Schriesheimer kennen sich hier ja aus." Dennoch musste eine Lösung her. Denn im Ernstfall zählt jede Minute, und je präziser die Angaben, desto schneller können die Rettungskräfte vor Ort sein. Also ließ sich Scherer etwas einfallen für den diesjährigen Mathaisemarkt: "Alle Stände des Krammarkts und alle Schaustellerbetriebe des Rummels werden durchnummeriert."
Der Anrufer muss im Notfall nur noch die Nummer durchgeben, bei der er sich gerade befindet, und die Einsatzkräfte können anhand eines Plans erkennen, von wo die Hilfe angefordert wurde. Zu diesem Zweck hat Scherer ein auffälliges Info-Blatt entworfen, über dem in dickem Rot das Wort "Notfall" prangt. Darunter in drei Spalten die Rufnummern für das Rote Kreuz, die Feuerwehr und die Polizei. Es folgen eine Zeile mit dem Titel "Ihr Standort" sowie mit der Standortnummer und schließlich der Hinweis auf die Sanitätsstation im Haus der Feuerwehr.

Jeder Schausteller bekommt dieses Jahr zu seinen Unterlagen das "Notfall"-Blatt mit seiner individuellen Standortnummer. Dieses muss er auffällig und gut sichtbar an seiner Bude, seinem Fahrgeschäft oder seinem Wagen aushängen - die Voraussetzung schlechthin, damit Scherers Idee überhaupt funktionieren kann. Entsprechend werde man das bei der Endabnahme des Rummels und des Krammarkts kontrollieren, so der Kommandant. Das Rote Kreuz und die Feuerwehr würden das System dieses Jahr erproben. Ob auch die Polizei darauf zurückgreife, sei noch offen: "Die Resonanz war zwar positiv, aber hier gibt es intern noch Klärungsbedarf", so Scherer. Im nächsten Schritt sollen kommendes Jahr an "neuralgischen Punkten" des Mathaisemarkts Wegweiser zu Polizei, Feuerwehr und Rotem Kreuz (DRK) installiert werden: "Das braucht noch etwas Vorlauf", sagt er.

Scherer stellt sich ansonsten auf einen "normalen" Mathaisemarkt ein. Das DRK werde in der Fahrzeughalle des Feuerwehrhauses wieder ihre Sanitätsstation einrichten, eine Feuerwehrbereitschaft gibt es quasi rund um die Uhr, und auch die Einsatzleitung wird im oberen Stockwerk wieder eingerichtet sein. 170 Dienste stehen in den Mathaisemarktplänen der Gesamtwehr, verteilt auf 125 aktive Kameraden: "Viele machen doppelt und dreifach Dienst." Der normale Wahnsinn eben.

Dennoch soll Zeit bleiben für besondere Gäste: Eine fünfköpfige Delegation der Feuerwehr aus Uzès hat sich gemeinsam mit den Freunden des Comité de Jumelage zum ersten Mathaisemarktwochenende angekündigt. Von französischer Seite kam der Wunsch, den Kontakt unter den Kameraden zu vertiefen: "Uzès hat wie wir auch eine Jugendfeuerwehr. Vielleicht gibt es da ja mal einen Austausch", ist Scherer offen.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung