16.02.2015

Schriesheim: Für die Weinhoheiten ist es eine "große Ehre"

Stefanie Keller, Lisa Menges und Katrin Hartmann im Zehntkeller offiziell vorgestellt - Bewegender Abschied von Lena Merkel

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Für die Weinhoheiten beginnt der Abschied, und auch dieses Mal flossen beim Rückblick Tränen. Für die neue Weinkönigin und ihre Prinzessinnen ist es der erste Auftritt, verbunden mit der ganzen Aufregung, die das mit sich bringt. Für die Winzer ist es der Abend, an dem sie zeigen können, was ihre Keller als Begleiter zum Vesperteller zu bieten haben. Und für die Ehrengäste ist es jedes Jahr der heimliche Beginn des Mathaisemarkts. Zumindest gefühlt. Bis zum Krönungsabend am 6. März ist es zwar noch etwas hin. Aber auch am Freitagabend war die Vorstellung der neuen Weinhoheiten im Zehntkeller der Startschuss zum Vorfreuen: "Jetzt geht’s los", meinte Festzeltwirt Hans Peter "HP" Küffner. Allerdings musste man sich erst mal orientieren, wer da ist und wer nicht.

Die Reihen der Stadträte war etwas gelichtet, und auch Bürgermeister Hansjörg Höfer war gesundheitlich angeschlagen. Bei den Winzern fehlten Georg Bielig (eigene Veranstaltung) und Wilhelm Müller (auch die Gesundheit). Dafür war seit Ewigkeiten Christiane Majer mal wieder selber da. Dürfte auch an der neuen Weinprinzessin Lisa Menges gelegen haben, die bei Majer im Service arbeitet.

Fritz Haas fehlte besonders

Besonders vermisst wurde aber Fritz Haas, der verstorbene Marktmeister. "Er hat den Mathaisemarkt mit ganzer Seele gelebt", sagte Höfer in seiner Begrüßung aller Mathaisemarktmacher und der Gäste des Abends. Man werde Haas mit Fotos in einer Ausstellung vom Jubiläumsjahr im Rathaus gedenken: "Und vielleicht ist er jetzt irgendwo und trinkt mit uns ein Viertel Wein". Ein Satz von Höfer, der rührte.

Nicht weniger ans Herz ging der Abschied der scheidenden Weinhoheiten. Völlig unkompliziert seien diese gewesen, wandte sich Höfer an Weinkönigin Lena Merkel und ihre Prinzessinnen Hannah Türk und Stefanie Keller. Zu ihr sagte Höfer: "Die Schriesheimer haben Dich schätzen gelernt." Vielleicht im kommenden Amtsjahr noch mehr, wird sie doch Lenas Nachfolge antreten. Hannah habe, so Höfer, durch ihr Amtsjahr in der Stadt richtig Wurzeln geschlagen und gelernt, was es für die Winzer heißt, Wein zu machen.

Und Lena? "Sie hat alles gesagt und war immer sehr gut vorbereitet. Sie war eine hervorragende Rednerin, hat sich für jede Veranstaltung viel Mühe gemacht und immer die richtigen Worte gefunden." Ganz klar: Mit ihrem Auftreten, ihrer sympathischen Art und ihrer Präsenz wird Lena Merkel in bester Erinnerung bleiben - sie war die Richtige als "Jubiläumsweinkönigin" im Jahr des Stadtjubiläums "1250 Jahre Schriesheim".

Über 100 Termine absolvierten die Weinhoheiten in ihrem Amtsjahr, "ein ereignisreiches, anstrengendes und wundervolles Jahr", wie Lena zurückblickend sagte. Der Mathaisemarkt 2014, er sei der "Sprung ins kalte Wasser" gewesen: "Nach dieser turbulenten Woche waren wir gerüstet für das, was noch kommen sollte." Zusammengefasst hatten Lena, Stefanie und Hannah alles in einem Bilderrückblick: die Reisen nach Uzès oder Berlin etwa, die Fahrt zum Badischen Winzerkeller in Breisach, das Zusammentreffen mit Prominenz aus Politik, Unterhaltung und Sport, repräsentative Pflichten wie in Rot am See oder beim Maimarkt, PR-Termine, die Rotweinwanderung und vieles mehr. "Atemlos" ging es da nicht nur durch die Nacht. Mit Helene Fischers Hit und dem Ohrwurm "Freunde" von "Pur" war der Bilderrückblick unterlegt. Auch das passte, wie der öffentliche Abschied der drei Weinhoheiten untereinander am Freitag bewies. Jede hatte für die beiden anderen passende Geschenke. Auch im Dank vergaßen die drei scheidenden Weinhoheiten niemanden, und hier merkte man vor allem, wie wichtig die Familien und Freunde für sie waren.

Das wird auch im nächsten Amtsjahr nicht anders sein. Daher dankte der Vorstandschef der Winzergenossenschaft (WG), Friedrich Ewald, bei der Vorstellung der neuen Weinhoheiten gleich zu Beginn deren Eltern und Freunden für die angekündigte Unterstützung. Zu den Klängen der Jagdhornbläser zogen Steffanie Keller als künftige Weinkönigin sowie ihre Prinzessinnen Lisa Menges und Katrin Hartmann in den Zehntkeller ein. "Drei hübsche und charmante junge Frauen", wie Ewald befand. Der WG-Vorstandsvorsitzende stellte die künftigen Kronenträgerinnen umfassend vor und brauchte seinen Spickzettel wie immer nicht dafür. Er wünschte ihnen "Freude und Harmonie": "Genießt das Jahr! Es geht viel zu schnell zu Ende."

Ewald betonte, dass Stefanie das Amt der Weinkönigin gerne angestrebt habe. Er unterstrich Lisa Menges’ tiefe familiäre Verwurzelung in Schriesheim. Und er hob hervor, dass Katrin Hartmann trotz anstehendem Abi am Bonhoeffer-Gymnasium in Weinheim ihr Amt antrete und dankte für ihren "Mut". Übrigens: Auch Gabi Hartmann, Katrins Tante, war unter den Gästen. Sie war vor 25 Jahren bis heute die letzte Weinhoheit aus der Großen Kreisstadt. Jetzt schließt sich ihre Nichte, die Urenkelin von Ehrenbürger Peter Hartmann, an - wieder eine Weinprinzessin aus Weinheims Ortsteil Hohensachsen.

Was auch Oberbürgermeister Heiner Bernhard mit seiner Anwesenheit würdigte. Er sprach, nachdem Höfer die neuen Weinhoheiten mit persönlichen Worten begrüßt hatte: "Ihr werdet unserer Heimat ein schönes Gesicht geben", sagte Bernhard. Steffi aus Großsachsen, Katrin aus Hohensachsen: Das Amt rückt Weinheims Kernstadt näher: "Lützelsachsen überspringen wir". Denn hier werden ja eigene Winzerhoheiten gekürt. Abgesehen davon werde Weinheim in Zukunft gerne noch viel aktiver werden, so Bernhard mit Blick auf Schriesheims Weinhoheiten.

Zuvor waren Stefanie, Katrin und Lisa erstmals zu einer Ansprache der neuen Weinkönigin ans Mikro getreten. Stefanie nannte es eine große Ehre, das Amt der Schriesheimer Weinhoheiten übernehmen zu dürfen. Aus ihrer Zeit als Prinzessin habe sie Eindrücke - sowie Tipps und Tricks für Lisa und Katrin. Diesen schenkte Stefanie daher ein Täschchen mit Nützlichem. Etwa einem Haarspray, damit die Frisur bei jedem Wetter sitzt. Mit einem Deo für die nötige Frische. Und mit einer Ersatzstrumpfhose... Keine Frage, da hat jemand Erfahrung. Stefanie Keller schloss mit einem Dank an Begleiter und Unterstützer im bevorstehenden Amtsjahr. Einer Zeit, die mit der Krönung am 6. März erst richtig beginnt.

Weinheims OB Heiner Bernhard (l.), Bürgermeister Hansjörg Höfer (hinten, Mitte) und WG-Vorstandschef Friedrich Ewald (l.) mit den scheidenden und künftigen Weinhoheiten (v. l.) Hannah Türk, Katrin Hartmann, Stefanie Keller, Lisa Menges und Lena Merkel.

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Schriesheim: Für die Weinhoheiten ist es eine "große Ehre"-2

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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