09.03.2015

436. Mathaisemarkt im Festzelt mit Krönungsabend eröffnet

Weinhoheiten tanzten in ihr Amtsjahr hinein - Neue Gestaltung setzt auf Traditionen und hebt Hoheiten noch mehr hervor

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Mit der Krönung von Weinkönigin Stefanie Keller sowie ihrer Weinprinzessinnen Lisa Menges und Katrin Hartmann begann gestern im Festzelt der 436. Schriesheimer Mathaisemarkt. Es war ein Krönungsabend der Herzlichkeit und neuer Akzente: Weniger laute Show, weniger Choreografie, dafür mehr Spontaneität und eine größere Bedeutung der traditionellen Inhalte des Programms, das die großen und kleinen Weinhoheiten noch mehr in den Mittelpunkt stellte - es war ihr Abend! Diese Krönungsfeier trug die Handschrift der neuen Co-Moderatorin Astrid Spies an der Seite von Bürgermeister Hansjörg Höfer.

Ihr Wunsch ging bei ihrer gelungenen Premiere vor vollen Bankreihen auf: Es machte einfach Spaß, das Geschehen auf der Bühne zu verfolgen. Es war die erhofft lockere Einladung zum Feiern - am Ende wurde sogar zu Walzerklängen getanzt. Der erstmals um eine Stunde vorgezogene Beginn des Krönungsabends war kein Fehler. Gut war die Idee, die vom Schriesheimer Stadtorchester unterstützte Strada Montana Big Band unter der Leitung von Olaf Weithäuser in das komplette Programm zu integrieren. Live-Musik ist eben echt. Die Jagdhornbläser fehlten aber dieses Mal. Dafür waren der KSV-Fanfarenzug zum Einzug der scheidenden Weinhoheiten sowie die Tänzer des Sing- und Volkstanzkreises Leutershausen und der Volkstanzgruppe des MGV Eintracht dabei, die zu Ehren der neuen Weinhoheiten noch vor deren Krönung auftraten. Erhebend und feierlich ist stets auch der Gesang der vereinten Männerchöre, die zum Finale des Abends hinführten. Die gut eineinhalb Stunden bis dahin vergingen wie im Flug. Das lag auch am Moderatorenteam.

Höfer hatte Spies eingangs vorgestellt und zunächst die Gäste begrüßt, darunter mehr Amtskollegen als sonst, was an den neuen Weinhoheiten lag. Für Stefanie aus Großsachsen kamen gleich zwei: Manuel Just aus ihrem Wohnort ("Was wäre der Mathaisemarkt ohne Hirschberg?") und Andreas Metz aus dem "völlig rebenfreien" Ilvesheim. Er ist der Chef der Weinkönigin, arbeitet sie doch in der Verwaltung der Inselgemeinde. Weinheims OB Heiner Bernhard kam besonders zu Ehren von Katrin Hartmann, stammt diese doch aus dem dortigen Ortsteil Hohensachsen. Er sagte über die gekrönten Häupter: "Sie werden das Gesicht unserer Heimat sein." Später stellte er sich übrigens noch zu den Chören und sang mit.

Zu den prominentesten Gästen zählten neben dem Uropa von Katrin, Ehrenbürger Peter Hartmann, auch die Badische Weinprinzessin Carolin Holzmüller, die Bergsträßer Gebietsweinkönigin Caroline Guthier und die Altländer Blütenkönigin, Sandra Müller. Sie gehörten aber nicht zu den ersten Gratulantinnen, sondern Lena Merkel und Hannah Türk. Die abgekrönten Schriesheimer Hoheiten hatten darum gebeten, ihren Nachfolgerinnen sogleich ein erfolgreiches Amtsjahr wünschen zu dürfen. Astrid Spies war gerne auf diese Bitte eingegangen.

Schließlich weiß sie als ehemalige Weinprinzessin des Jahres 1988 - sie trug gestern ihr Kleid von damals (!) - und als "Weinhoheiten-Mama", die die Kronenträgerinnen seit Jahren hinter den Kulissen durch ihre Regentschaft begleitet, was "in den Mädels" vorgeht. Auch in Lena, Hannah und Stefanie, denen das besondere Lob vom Vorstandschef der Winzergenossenschaft (WG), Friedrich Ewald, sicher war. Für Stefanie war die gestrige Abkrönung als Weinprinzessin zugleich die Hinführung zum Neuanfang als Weinkönigin. Für Hannah und Lena war es die Zeit zum Abschiednehmen - auch mit ein paar Tränen.

Lena Merkel, die "Jubiläumsweinkönigin 2014", blickte in ihrer letzten Rede auf die Höhepunkte des Amtsjahres zurück: "Hannah, Stefanie und ich hatten eine wunderschöne gemeinsame Zeit." Ihrer Nachfolgerin wünschte sie "tolle und interessante Begegnungen" und "dass Ihr drei neuen Hoheiten Euch gut versteht und ergänzt, so, wie das auch bei uns war." Stefanie werde eine würdige und gute Repräsentantin der Winzer und des Weins aus Schriesheim sein, war Lena überzeugt. Sie dankte in ihrer Rede auch den "Schriesemern": "Es war eine Freude, Eure Königin sein zu dürfen." Zudem galt ihr Dank den vielen "Heinzelmännchen", namentlich Ingo Arnold, Jürgen Krämer, Renate Krämer und Roman Schumacher, die auch gestern Abend hinter den Kulissen dafür sorgten, dass der Abend zum Erfolg wurde. Nach Lenas Rede dann Gänsehaut: Ihre Schwester Marlies sang extra für sie "When You Say Nothing At All" von Ronan Keating.

Für Stefanie, Katrin und Lisa wird hingegen die Krönung besonders unvergesslich bleiben. Die Weinkönigin wurde von Höfer gekrönt (Just durfte "nur" küssen), Katrin von "ihrem" OB und Lisa von Ewald. In ihrer ersten Rede als Weinkönigin zeigte sich Stefanie stolz darauf, die WG, den Schriesheimer Wein und die Winzer gemeinsam mit ihren Prinzessinnen repräsentieren zu dürfen. Die Weinhoheit dankte der WG für das Vertrauen sowie allen Helfern und warb für den Mathaisemarkt. Wie man diesen richtig feiert, machte sie im Tanz mit ihrem Bruder gleich selbst vor. Andere schlossen sich dem guten Beispiel an.

Blieben nur zwei Wermutstropfen an diesem Abend: Lediglich beim Einzug der neuen Weinhoheiten war die Zeltbeleuchtung aus. Das grelle Licht im Festzelt konnte nicht gedimmt werden und nahm viel von der fröhlich-festlichen Atmosphäre auf der Bühne. Die große Unruhe in den Bankreihen raubte überdies gerade auch den "leiseren" Momenten im Programm die Wirkung, die sie verdient gehabt hätten.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung