23.03.2015

Schriesheim während der Sonnenfinsternis: Hobbyastronomen sind erfinderisch

Viele wollten gestern die Sonnenfinsternis in der Volkssternwarte sehen - Da war Improvisation gefragt

Von Stefan Zeeh

Schriesheim. Pünktlich war er, der Mond. Für 9.29 Uhr war der Beginn der Sonnenfinsternis an diesem Freitag in unserer Region vorhergesagt, und tatsächlich stellten die knapp 100 Besucher der Schriesheimer Christian-Mayer-Volkssternwarte mit "Sofi"-Brille oder Teleskop um diese Uhrzeit fest: "Da ist schon ein Stückchen von der Sonne angeknabbert."

Anlässlich der Sonnenfinsternis hatte die Sternwarte ihre Pforten für Besucher geöffnet, um diesen einen besseren und gefahrlosen Blick auf die sich verdunkelnde Sonne zu ermöglichen. Dafür hatte man eines der großen Teleskope mit einem speziellen Filter ausgestattet, so dass die Netzhaut des Auges beim Blick direkt in die Sonne nicht durch die hellen Strahlen geschädigt wurde.

Mit ganz so viel Besucherandrang hatte das Team der Sternwarte um Anette Anastasakis allerdings nicht gerechnet. Und dann kam auch eine 2. Klasse der Strahlenberger Grundschule vorbei, um sich die Sonnenfinsternis anzuschauen. So bildete sich rasch eine kleine Schlange am Aufgang zum Teleskopgebäude. Die Wartezeit vertrieben sich die Sofi-Begeisterten mit einem Blick durch die Schutzbrille, und wer keine dabei hatte, bekam sie für kurze Zeit von seinem Nachbarn in der Warteschlange überlassen.

Da war es nur gut, dass neben dem großen Teleskop auch noch das einfache Solarscope vorhanden war, mit dem ein Abbild der Sonne auf eine weiße Fläche projiziert wird. Auch hiermit ließ sich die fortschreitende Verdunklung der Sonne gut beobachten. So standen immer wieder Sofi-Fans im Halbkreis um dieses einfache Beobachtungsgerät, um einen Blick auf die Sonnenfinsternis zu erlangen.

Hobbyastronomen sind aber auch erfinderisch. So wurde rasch noch ein Behelfsteleskop aus einem Sucherteleskop mit Spezialfilter gebastelt. Damit war es jedoch nicht ganz so einfach, die Sonne zu beobachten. Der Spezialfilter sorgte dafür, dass der blaue Himmel schwarz erschien, und nur wenn die Sonne direkt ins Blickfeld kam, war diese als helle Scheibe zu erkennen. Dazu war das Ganze ohne Stativ eine etwas wackelige Angelegenheit, was dazu führte, dass so mancher die Sonne mit dem sich allmählich davor schiebenden Mond nur für wenige Sekunden durch dieses Teleskop sah.

Allmählich machte sich die zunehmende Bedeckung der Sonne durch den Mond auch in der Lichtintensität bemerkbar. Es war ein fahles Licht, ähnlich der Morgendämmerung, das kurz vor 10.30 Uhr aufkam. Zugleich wurde es merklich kühler. Wer sein Jacke in der bereits wärmenden Frühlingssonne abgelegt hatte, zog sie nun gerne wieder an. Um 10.37 Uhr war die maximale Bedeckung der Sonne durch den Mond erreicht. Nur eine Sonnensichel war noch zu sehen, als etwa drei Viertel der Sonne vom Mond bedeckt waren.

Rund zehn Minuten später kehrte das grelle Sonnenlicht langsam wieder zurück und mit ihm auch die Wärme. Signal genug für einige, den Nachhauseweg anzutreten. Wer jedoch bis um 11.49 Uhr in der Sternwarte ausharrte, konnte noch beobachten, wie der Mond endgültig den Bereich der nun wieder grell strahlenden Sonne verließ.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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