30.03.2015

Abriss der "Pfalz" soll spätestens am 7. April beginnen

Auf den Geländen der "Pfalz" und ihres Parkplatzes auf der anderen Seite der Ortsdurchfahrt entstehen die Ärztehäuser. Foto: Dorn

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Gegen die Stimmen der SPD hat der Gemeinderat am Mittwoch den vorhabenbezogenen Bebauungsplan "Ärztehaus" für den Teil des ehemaligen "Pfalz"-Geländes an der Ladenburger Straße als Satzung beschlossen. Hier war bislang der große Parkplatz. Am alten Gasthaus-Gebäude selbst kommt es nach dem einstimmigen Votum des Gremiums zu einem "Geländetausch" zwischen der Stadt und der Ärztegemeinschaft um Dr. Kai Wachter, die die Beteiligten allerdings unterschiedlich viel kostet. Damit ist planungsrechtlich soweit alles in trockenen Tüchern. Der "neue attraktive Stadteingangsbereich" kann kommen, der laut Verwaltungsvorlage "wie ein Tor" wirkt.

Die Ärzte planen auf beiden Seiten der B 3 jeweils einen Gebäudekomplex für Arzt- und Therapiepraxen. Auch Gastronomie, betrieben von der Familie Ferrario, sowie eine Apotheke und ein Dentaltechniklabor gehören zum Nutzungskonzept. Die zentrale ärztliche und therapeutische Versorgung, die auf kurzem Wege erreichbar sei, spiele für alle Altersgruppen eine wichtige Rolle - gerade für ältere Menschen, betont die Verwaltung.

Der östliche Baukörper an der Römerstraße kann nach den Festsetzungen des Bebauungsplans "Schillerstraße/B 3, 1. Änderung" entstehen - nur bei der Traufhöhe wird es einer geringen Befreiung von den Vorgaben bedürfen.

Für das westliche Gebäude bedurfte es des neuen Bebauungsplans, der hier denjenigen mit dem Namen "Sautrieb vor dem Heidelberger Tor, erster Abschnitt" ablöst. Zu berücksichtigen haben die Bauherren zudem die Stellungnahme des Wasserrechtsamts. Das wies darauf hin, dass der alte "Pfalz"-Parkplatz im Überschwemmungsgebiet eines Jahrhunderthochwassers liege. Also wird die neue Tiefgarage hier so gebaut, dass sie im Falle eines Falles geflutet werden könnte.

Auf der "Pfalz"-Seite will die Stadt längs der B 3 für einen breiteren Gehweg sorgen. Also kauft sie den Ärzten hier gut 70 Quadratmeter für insgesamt 31.240 Euro ab. Im Gegenzug verkauft sie den Bauherren gut 265 Quadratmeter für 116.000 Euro, die südlich ans "Pfalz"-Areal angrenzen. Diesen Bereich brauchen die Ärzte für ihren Neubau. Sie müssen an die Stadt nur 85.360 Euro überweisen, da die beiden Kaufpreise verrechnet werden können.

Dieses Geschäft sei bereits Teil des städtebaulichen Vertrags gewesen, wie Christian Wolf (GL) betonte. Deshalb fassten sich auch die anderen Redner der Fraktionen kurz. Frank Spingel (CDU) und Jutta Becker (FW) sahen die Chance, für mehr Sicherheit der Fußgänger an der B 3 zu sorgen. Sebastian Cuny (SPD) sprach "von einem Gewinn für alle, deshalb werden wir jetzt kein Fass mehr aufmachen." Bekanntlich hatten die Sozialdemokraten stets die Erschließung auf der "Pfalz"-Seite sowie die Lage der Tiefgaragenzufahrt an der Ladenburger Straße moniert.

Nach den Beschlüssen vom Mittwoch soll es jetzt so schnell wie möglich losgehen: "Wir stehen parat", sagte gestern Architekt Manfred M. Fischer auf Anfrage. Der Abriss der "Pfalz" solle "spätestens am 7. April, am besten früher" beginnen: "Zunächst werden wir das Gebäude sauber entkernen." Für Ende Mai sei bereits der Rohbauer terminiert, so Fischer.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung