30.03.2015

Begegnungszentrum der Evangelischen Kirchengemeinde feierlich eröffnet

Der Posaunenchor spielte bei der Eröffnungsfeier auf dem Vorplatz des neuen Begegnungszentrums. Fotos: Dorn

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Das alte evangelische Gemeindehaus in der Kirchstraße zierte ein rotes Band mit Schleife. Wie ein Päckchen sah es aus. Das Gebäude ist in den vergangenen zehn Monaten wirklich zu einem Geschenk geworden, das gestern an die Kirchengemeinde und die ganze Stadt übergeben wurde. Mit einer Feier auf dem Vorplatz weihten die Protestanten ihr neues Begegnungszentrum ein, das den Namen "mittendrin" trägt. Die Zahl der Gäste war groß, und längst waren es nicht nur eigene Gemeindemitglieder, die zu diesem besonderen Anlass gekommen waren.

Pfarrer Lothar Mößner erinnerte an den Ersten Spatenstich im letzten Mai: "Seitdem ist viel passiert." Das barrierefreie Haus habe einen Fahrstuhl bekommen, neue Sanitäreinrichtungen, eine neue Küche, neues Mobiliar. Kurzum: Es wurde umgebaut zu einem Ort des Miteinanders für alle Generationen. Das Begegnungszentrum, zu dem auch ein Café gehört, wird geleitet und im Ort vernetzt von Kathleen Kampes, die seit zwei Monaten "mittendrin" ist zwischen den Menschen in Schriesheim. Ihre Stelle wird vom Förderverein "Die Rebe" finanziert. Gemeinsam mit Mößner dankte Kampes allen, die am Umbau beteiligt waren und Zeit sowie Geld investiert haben.

Insgesamt kostete die Gestaltung zum Begegnungszentrum rund 750 000 Euro - ohne die Eigenleistungen der Gemeindemitglieder. 178 000 Euro davon kamen aus Spenden zusammen - so etwa von der Hopp-Stiftung oder von der Volksbank Kurpfalz H+G Bank. Weitere 100 000 Euro Zuschuss gab die Landeskirche, ebenso ein Darlehen in Höhe von 300 000 Euro. Die "Aktion Mensch" förderte mit 100 000 Euro, die übrige Finanzierung stemmte die Kirchengemeinde aus Eigenmitteln.

Pfarrerin Suse Best fragte sich, wie das Begegnungszentrum wohl angenommen werde. Den roten Punkt in dessen Logo sah sie dabei als "Motivation, Mitte und Ursprung", stehe er doch gleichsam für "Feuer, Esprit, Heiligen Geist und Gott": "Daher unterscheidet uns der rote Punkt von anderen Cafés", so Best.

Nach dem Segen für das Haus, den Altenbachs Diakon Klaus Nagel sprach, und dem Dank an die unermüdlichsten Helfer war es Zeit, das Geschenk auszupacken: Der Finanzexperte der Gemeinde, Thomas Rufer, und Architekt Karim Scharabi von den Darmstädter "Netzwerkarchitekten" durchschnitten das Band. Doch noch ging es nicht hinein ins Warme. Erst kamen die Grußworte.

Alexander Herzfeld, Leiter des "Kirchenkompassfonds" bei der Evangelischen Landeskirche Baden, sagte, sonst gebe es ja immer Kritik: "Aber heute in Schriesheim wird ein anderer Blick ins Herz der evangelischen Kirche gerichtet." Kirche werde in diesem Begegnungszentrum, in dem man sich mit jedem auf Augenhöhe treffe, erfahrbar und sichtbar.

Die Akteure für ihren Mut zu diesem "Geschenk für die ganze Stadt" beglückwünschte Bürgermeister Hansjörg Höfer. Er wünschte sich, dass die Menschen hier zusammenfinden. Dass die noch fehlenden 22 000 Euro aus Spenden auch bald finanziert sein mögen, hoffte der Vorsitzende des Vereins "Die Rebe", Wolfgang Westphal. Immerhin weit über 200 Euro kamen gestern zusammen, als Nagel sein Talent als Auktionator bewies. Mit Witz und Schlagfertigkeit brachte er Spaten und Bauhelme vom Ersten Spatenstich sowie ein Paar Gummistiefel an die Gäste. Auch ein mitreißender Tanz der Gemeindejugend lockerte die Grußworte auf, in denen Architekt Scharabi zugab, dass ihm vorher nicht ganz klar gewesen sei, was ein Begegnungszentrum ist: "Wenn mich ab jetzt jemand fragt, dann werde ich ihm dieses Haus zeigen", das über einen "architektonischen Kanon" mit der Kirche verbunden ist. Zum Abschluss sprach Volksbank-Vorstand Friedrich Ewald: "Wir haben gerne gespendet." Er sei sicher, dass "mittendrin" eine Erfolgsgeschichte werde. Und das zu jeder Zeit. Als Geschenk hatte Ewald eine Wanduhr mitgebracht.

Nach dem abschließenden Spiel des Posaunenchors, der die Feier begleitet hatte, konnten die Gäste die neuen Räume kennenlernen und die Bewirtung durch den Kirchengemeinderat genießen. Wer gestern keine Zeit hatte, der kann sich ab heute umschauen und "mittendrin" sein - zu den regulären Öffnungszeiten.

Fi Info: Öffnungszeiten des Begegnungszentrums "mittendrin", Kirchstraße 4: Dienstag bis Samstag von 9.30 bis 12.30 Uhr sowie von 14.30 bis 18 Uhr, Sonntag von 14.30 bis 18 Uhr. Der Zugang ist barrierefrei. Montags und an gesetzlichen Feiertagen geschlossen.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung