30.03.2015

Schriesheims "Begrüßungsplatz" ist eröffnet

Rainer Gehrig und Markus Prien von der MVV Enamic Regionplan, Bürgermeister Hansjörg Höfer und Stadtbaumeisterin Astrid Fath (v. l.) durchschnitten das Band. Fotos: Dorn

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Nach achtmonatiger Bauzeit hat die Stadt am Samstagvormittag den "Schillerplatz" am Bahnhof mit einem kleinen Bürgerfest eröffnet. Bei Häppchen, Sekt und Sonnenschein zeigte der 828 Quadratmeter große Platz schon mal seine Qualitäten als Treffpunkt, an dem man angenehm verweilen kann. Dazu spielte das Erwachsenen-Saxofonensemble "55Names" der Musikschule unter der Leitung von Olaf Weithäuser.

"Städtebauliches Musterbeispiel"

Im Mittelpunkt der Freifläche stehen die vier markanten und in der Bevölkerung so viel diskutierten Cortenstahltore. Die einen fühlen sich an rostbraune Galgen erinnert, die anderen sehen darin ein gelungenes Stück Architektur im öffentlichen Raum. Rund 1,1 Millionen Euro hat die Stadt ausgegeben für den "Begrüßungsplatz", wie ihn Bürgermeister Hansjörg Höfer in seiner Ansprache bezeichnete. Dieser sei zugleich ein "Geschenk" an die Bürger - an die neuen, die inzwischen im Wohnquartier "Vital" leben, an die Anlieger im Ärztehaus "Medicum" sowie an die quasi alt eingesessenen Anwohner. Gerade diese hätten im Zuge der bisherigen Bebauung des gesamten "OEG-Areals" einiges erleiden und erdulden müssen, sagte Höfer. Er erinnerte an die Vorgeschichte.

Im Jahr 2006 habe die damalige MVV OEG AG der Stadtverwaltung mitgeteilt, dass sie das gut 32 000 Quadratmeter große Betriebsgelände am Bahnhof nicht mehr brauche. Es gab Ideenwettbewerbe für die Bebauung und Freiflächengestaltung. 2008 beschloss der Gemeinderat den Bebauungsplan "Schillerstraße/B 3". Seitdem wurden rund zwei Drittel der gesamten Fläche bebaut, der Rest ist in Kürze dran.

Der Aushub für sieben weitere Wohnhäuser gleich neben dem "Schillerplatz" zwischen Bahnhof- und Theodor-Körner-Straße ist schon erledigt. Für den 16. April hat der Immobilienentwickler BPD, der das Quartier "Vital" noch unter seinem alten Firmennamen Bouwfonds errichten ließ, zum Spatenstich für die 55 Wohnungen eingeladen. Das neue Wohngebiet wird sich im Süden direkt an den "Schillerplatz" anschließen, der auch mit Mitteln des Landessanierungsprogramms finanziert wurde. Über dessen Aussehen hatten sich der Gestaltungsausschuss des Gemeinderats und die Bürger Gedanken gemacht. Von Sandra Neuner und Sabine Herrmann aus dem Schriesheimer Planungsbüro für Innenarchitektur "Casa Dos" kam beim Wettbewerb im Jahr 2011 die Anregung zu den Cortenstahltoren.

An diesen Wettbewerb erinnerte am Samstag ebenfalls Markus Prien, der Geschäftsführer der MVV Enamic Regioplan GmbH. Diese hat den "Schillerplatz" geplant, der ein "städtebauliches Musterbeispiel" dafür sei, wie Stadtgestaltung aussehen könne, so Prien. Selten habe man zudem die Möglichkeit, "Kunstwerke in dieser Qualität" einweihen zu können, sind die Tore mit ihrer charakteristischen Patina doch eigentlich Teil einer raffinierten Brunnenanlage, die Priens Mitarbeiter, Rainer Gehrig, vorstellte. Der Landschaftsarchitekt habe noch spät abends über den Plänen für den "Schillerplatz" gebrütet, verriet Prien im RNZ-Gespräch.

Wasserfontänen im Farbenspiel

Jetzt war Gehrig seine Freude sichtlich anzumerken, dass das Werk vollendet ist. Bis ins Detail gingen seine Erläuterungen zu den verwendeten Materialien und zur Brunnentechnik. Auf dem Platz und an den Bänken wurde Odenwaldgranit millimetergenau verlegt, fünf Amberbäume werden Schatten spenden. Abends sorgen Stableuchten für Licht - und auch die Cortenstahltore selbst.

Diese werden die Wasserfontänen des Brunnens in ein changierendes LED-Farbenspiel tauchen. Die Höhe und Choreografie der Wassersäulen wird von einem Programm gesteuert, das jedoch auch auf die Signale eines kleinen Windrädchens reagiert. Das ist auf einem der Tore installiert. Weht es zu sehr, bleiben die Fontänen niedriger. Soll ja keiner nass werden am Brunnen auf dem neuen "Schillerplatz".

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung