11.04.2015

Den Elternvertretern geht es nicht nur um das Schulzentrum

"Das klappt super": Gesamtelternbeiratsvorsitzende Christiane Haase und ihr Stellvertreter Patrick Schmidt-Kühnle sprachen über die Inhalte ihrer Arbeit. Foto: Dorn

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Christiane Haase und Patrick Schmidt-Kühnle haben gut zu tun. Es geht in ihrer Aufgabe ja nicht nur um die Zukunft des Schulzentrums, sondern auch um alle anderen Schulthemen. Aber die Schriesheimer Gesamtelternbeiratsvorsitzende und ihr Stellvertreter wirken nicht nur eingespielt. Sie sind motiviert bei der Sache, und können sich jetzt erst mal freuen - über die Anmeldezahlen für die Ganztagesgrundschule im Kurpfalz-Schulzentrum. 117 Kinder wurden dafür über alle Klassenstufen hinweg angemeldet.

"Das Angebot wird sehr gut angenommen. Das ist doch super", sagt Haase. Überrascht ist sie allerdings nicht von der positiven Resonanz: "Wir sind ja mit den Eltern im Gespräch." Dass es zunächst viele Fragen und auch Verunsicherung gab, hakt Haase ab: "Dass die Wellen erst mal hoch schlagen, wenn Neues kommt, ist doch ganz normal. Und dass die Vereine in Sorge waren, ist auch verständlich." Doch auch da gibt es Lösungen. Etwa bei den Fußballern: "Der SV Schriesheim will seine Trainingszeiten an die Ganztagesschule anpassen", sagt Schmidt-Kühnle. Und durch die Kooperation der Kurpfalz-Grundschule mit der Musikschule, könnten die Ganztageskinder auch weiterhin ihre Instrumente lernen, verweist Haase überdies auf die Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek: "Das alles ist in das Konzept integriert."

Die Elternvertreter stehen voll und ganz hinter dem Ganztageskonzept der Grundschule im Bildungszentrum: "Die Eltern waren immer aufgeschlossen, und außerdem werden die Kinder bis 16 Uhr komplett von Lehrern betreut." Das dürfe man nicht vergessen. Schmidt-Kühnle erinnert zudem an die Einstellung der Eltern in den vergangenen zwei Jahren, in denen die Ganztagesgrundschule auf den Weg gebracht wurde: "Sicher gab es Fragen. Eigentlich war aber niemand komplett dagegen. Manche wollten sie ganz und gar." Andere hätten sich grundsätzlich dafür ausgesprochen, ihre Kinder selbst aber nicht in der Ganztagesgrundschule gesehen. Insofern sei für die Debatte auch ganz wichtig gewesen, dass stets eine offene Form der Ganztagesschule angestrebt wurde, so Haase. Sprich: Auch den bislang gewohnten Unterricht am Vormittag können die Eltern für ihre Kinder weiterhin wählen.

Wäre dem ab dem Schuljahr 2015/16 nicht mehr so gewesen, dann hätte auch die Diskussionsgrundlage ganz anders ausgesehen, so Haase, die betont, dass das vorgelegte Ganztagsschulkonzept der Kurpfalz-Grundschule beim Oberschulamt "eins zu eins durchgegangen" sei. Bei diesem Thema ist Schriesheims Schulpolitik also am Ziel. Bei anderen noch lange nicht.

Etwa, wenn es um die Zukunft des Schulzentrums geht. Diese beschäftigt auch den Schulbeirat, der am 18. Dezember 2013 erstmals tagte. Hier kommen Eltern, Verwaltungsspitze, Stadträte und Schulleitungen an einen Tisch: "Vom Schulbeirat profitieren Stadt, Gemeinderat und Schulen in ihrer Arbeit - auch alle Grundschulen. Es geht hier ja um sämtliche Schriesheimer Schulthemen", betont Schmidt-Kühnle. So wurde auch die Schulsozialarbeit erörtert oder die Verkehrssituation am Schulzentrum, wobei es laut der Elternvertreter bei der Einbahnstraßenregelung bleiben soll. Zuletzt sprach der Schulbeirat über die Finanzen, also das Schulbudget für dieses Jahr, und auch das Medienkonzept ist ein Thema: "Bei der IT-Ausstattung hinken wir doch schwer hinterher", so Schmidt-Kühnle.

Haase lobt die kürzeren Wege für Informationen, seit es den Schulbeirat gibt. Auch wenn man noch etwas an der Kommunikation arbeiten müsse: "Es ist ja nie alles perfekt, aber es ist schon viel besser geworden", so Schmidt-Kühnle. Vor allem im Vergleich zu der Zeit, in der es noch keinen Schulbeirat gab. Dieser habe damals gefehlt, als etwa über die Gemeinschaftsschule debattiert wurde. Heute sagt Schmidt-Kühnle zu dieser Schulform: "Wir haben eine Realschule mit einem sehr guten Ruf. An der sollten wir nicht auch noch rühren." Zumal die Werkrealschule ausläuft: "Für die Lehrer und die Schulleitung war das nicht leicht", so Schmidt-Kühnle, "aber wenn die Anmeldezahlen nicht stimmen, dann kann der Kampf nicht mehr erfolgreich sein."

Er und Haase bilden übrigens auch die Spitze des Elternbeirats der Kurpfalz-Grund- und Werkrealschule - nur mit umgekehrter Ämterverteilung. Hier ist also Schmidt-Kühnle der Vorsitzende. Er hat noch ein Kind am Kurpfalz-Gymnasium, Haase eines an der Kurpfalz-Realschule. So ist der Kontakt zu den weiterführenden Schulen und deren Elternvertretern stets gegeben: "Das klappt super", sagt Schmidt-Kühnle.

Haase und er wirken gerne mit an der Zukunft der Schriesheimer Schulen. Da macht es ihnen auch nichts aus, dass das manchmal, wie es Haase ausdrückt und dabei lächelt, ein Halbtagsjob ist.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung