22.05.2015

Schriesheim: "Ökostromer" besuchten die Schönauer "Stromrebellen"

Die Schriesheimer Ökostromer besuchten im Schwarzwald die Elektrizitätswerke Schönau (EWS)

Schriesheim. (zg/cab) Kürzlich machten sich die "Schriesheimer Ökostromer" auf den Weg in den Schwarzwald, um die Elektrizitätswerke Schönau (EWS) zu besuchen. Dort wurden sie von Ursula und Michael Sladek empfangen, die deutschlandweit als die "Schönauer Stromrebellen" bekannt sind. Mit dabei war das Ehepaar Ilse und Christian Eisen aus Altenbach, die als hundertste Kunden des Schriesheimer "Ökostrom+" zu dieser Fahrt eingeladen waren. Sie wurden von Ursula Sladek im Namen der EWS mit einem Präsent geehrt.

Reaktion auf Tschernobyl

Es sollte ein Tag voller Informationen, aber auch voller Emotionen werden. Denn beide Sladeks sind beeindruckende Persönlichkeiten, die genau wissen, was sie wollen, die ihre Meinung überaus sachkundig und argumentationsstark vertreten. Sie gelten als die Gründungspioniere der EWS.

Im Jahr 1986 gaben sie als Reaktion auf die Katastrophe von Tschernobyl den Anstoß für die Bürgerinitiative "Eltern für eine atomfreie Zukunft", die als Initialzündung für die weitere Entwicklung in Schönau gesehen wird. Ursula Sladek betonte die strengen Kriterien, die für den von den EWS gelieferten Ökostrom gelten. Und legte den Gästen aus Schriesheim ans Herz, die Kampagne der EWS gegen die "unsägliche Entscheidung der EU-Kommission" zu unterstützen, die die Subventionierung des geplanten Atommeilers in Hinkley Point durch die englische Regierung gebilligt hat. Zudem verteidigte Sladek das Engagement der EWS für die Windkraft, auch wenn viele Windkraftgegner den Naturschutz und gesundheitliche Bedenken wegen Infraschall ins Feld führen würden. Berechtigte Einwände wie der Schutz der Fledermäuse und des Roten Milans seien von "esoterischen oder vorgeschobenen" zu trennen, so Sladek.

Im Foyer der EWS beeindruckten die "Schriesheimer Ökostromer" die zahlreichen Auszeichnungen und Preise, die den EWS bereits zuteil wurden. Ins Auge stach ein Bild von Ursula Sladek zusammen mit Präsident Barack Obama im Weißen Haus. Anlass war die Verleihung des Goldman Environmental Prize, der in den USA als der "Nobelpreis für Umweltschutz" gilt, mit dem sie 2011 ausgezeichnet wurde. Im Jahr 2013 erhielt sie nach vielen weiteren Ehrungen zudem den Deutschen Umweltpreis. Dass es den Sladeks gelungen ist, den Strommonopolisten ihre Idee erfolgreich entgegen zu setzen, "hat offenbar große Aufmerksamkeit nicht nur in der deutschen Öffentlichkeit geweckt", schreiben Annette Dosch und Winfried Plesch in ihrem Bericht von der Exkursion nach Schönau.

Beflügelt von so viel ermutigender Information, wanderten die "Ökostromer" auf den nahen Hausberg, den Belchen. Am Abend stieß Michael Sladek zur Gruppe, die aus seiner Perspektive noch mehr über die Anfänge der EWS erfuhr: "Es war der unglaubliche Zorn, der uns half, die Ohnmachtsgefühle gegenüber dem großen Energiekonzern und dieser Arroganz der Macht auszuhalten", so Sladek.

Er habe angesichts der großen Unterstützungswelle in der Aufbauzeit der EWS "durchaus an das Gute im Menschen zu glauben gelernt". Innerhalb von einem Jahr gelang es der Bürgerinitiative seinerzeit, Spenden in Höhe von zwei Millionen Mark einzuwerben, um überhaupt eine Chance zu haben, den Kaufpreis für das Stromnetz aufzubringen. Bestärkt durch die Erfahrungen dieser Exkursion zu den "Stromrebellen" machten sich die "Ökostromer" auf den Heimweg.

Für die "Schriesheimer Ökostromer" hat sich der Ausflug in den Schwarzwald auf jeden Fall gelohnt. Sie erfuhren viel über die Hintergründe der EWS. Foto: zg

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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