18.06.2015

Schriesheim: Stadtbaumeisterin Fath gibt Leitung des Bauamts ab

Astrid Fath verlässt die Kommune nach gut sieben Jahren in Richtung Ludwigshafen - "Ich werde Schriesheim im Auge behalten" - Heidelberger Straße letztes großes Projekt

Von Carsten Blaue

Schriesheim. "Ab und an" habe er mal mit Astrid Fath über Veränderungswünsche geredet, sagt Bürgermeister Hansjörg Höfer: "Aber ich habe nicht gedacht, dass es so schnell geht". Die Stadtbaumeisterin wird die Stadt nach gut sieben Jahren verlassen.

Fath geht zum 31. Oktober und wird die Bereichsleitung Planung bei der GAG Ludwigshafen übernehmen, dem nach eigenen Angaben größten kommunalen Immobilienunternehmen in Rheinland-Pfalz. Dessen Hauptaktionäre sind die Stadt Ludwigshafen mit einem Anteil von 66 Prozent sowie die BASF Wohnen+Bauen GmbH (30 Prozent).

Höfer lobt die Zusammenarbeit

Es sei "Zeit für eine Veränderung" und eine neue berufliche Herausforderung, sagt die Architektin gestern beim Pressegespräch in Höfers Büro: "Aber ich werde Schriesheim im Auge behalten. Ich hänge an der Stadt, sie ist mir ans Herz gewachsen." Das Potenzial der Stadtentwicklung sei gerade rund um den Festplatz und das OEG-Areal seit der Aufnahme ins Landessanierungsprogramm enorm: "Das war ein Meilenstein", so Fath. Auch der Schulbauprozess werde ihr fehlen. Aufgaben für ihren Nachfolger - oder ihre Nachfolgerin.

Höfer möchte die Leitung des Bauamts zum 1. November neu besetzen: "Lieber wäre mir aber ein Amtsantritt im Oktober." Die Anzeigen für die Stellenausschreibung seien bereits zum kommenden Wochenende geschaltet. Gesucht würden Bewerberinnen und Bewerber mit Architekturstudium oder einem adäquaten Abschluss in Stadtplanung: "Wir wollen an dieser technischen Seite festhalten", die mit Fath "ideal besetzt" gewesen sei, sagt Höfer: "Sie hat sehr erfolgreich für die Stadt gearbeitet, und unsere Zusammenarbeit war immer sehr konstruktiv und harmonisch." Fath will da nicht widersprechen: "Wir haben viel angestoßen für die Zukunftsthemen der Stadt, auch mit dem Gemeinderat. Ich habe hier viel gelernt, und diese Zeit, die ich nicht missen mag, war wichtig für meine persönliche Entwicklung."

Doch es gab auch Auseinandersetzungen. Die Debatte über das Streusalzsilo, der Streit über Faths Logo zum Stadtjubiläum oder die harten Diskussionen über das Ärztehaus "Medicum" am OEG-Bahnhof gehörten dazu. Kritik gab es auch immer wieder aus der Bevölkerung. Das Bauamt sei nicht bürgernah genug. Zu spät, gar nicht oder falsch werde informiert. Fath nimmt es heute gelassen: "Das gehört alles dazu und wird auch immer so sein, weil das Bauamt immer stark in der Öffentlichkeit steht. Oft war Pauschalkritik dabei", sagt sie. Wichtig waren ihr die Bürgerinformationen immer, gerade zu den großen Themen. Und davon gab es in ihrer Amtszeit viele.

Zum 1. Juni 2008 trat Fath die Nachfolge von Volker Rehberger an: "An einem Sonntag", lächelt sie: "Es war der Bürgertag, an dem der Branichtunnel vorgestellt wurde." Mit diesem hatte auch ihre erste große Baustelle zu tun, und die war für sie im Rückblick gleich die schwierigste überhaupt: "Die Lärmschutzwand am Baugebiet ’Nord’". In ihre ersten vier Wochen als Stadtbaumeisterin fiel zudem der große Erdrutsch im Kuhberg. Als spektakulärstes Projekt nennt sie gestern die Hangsicherungen in der Talstraße, bei denen auch ein Hubschrauber zum Einsatz kam.

Mit Fath als Bauamtsleiterin wurde die Altenbacher Ortsmitte verwirklicht, die Mehrzweckhalle saniert, die Mensa im Schulzentrum errichtet, das OEG-Areal bebaut und der erste Abschnitt der Talstraße saniert. Fath ließ die "Energiekarawane" durch die Stadt ziehen und trieb das Thema Nachhaltigkeit voran.

Kleine und große Baustellen

Spielplätze und Schulhöfe wurden neu gestaltet. Sie moderierte Ideen- und Bürgerwettbewerbe, etwa zum Festplatz oder zu den Plätzen des OEG-Areals. Selbst bei einem kritischen Dauerbrenner, der Optik der öffentlichen Grünflächen, gab es gerade zum Stadtjubiläum 2014 Verbesserungen. Wie viele Bauvoranfragen, Bauanträge und Überarbeitungen über ihren Tisch gegangen sind, dürfte sie selbst kaum überblicken können. Dazu die kleinen und großen Baustellen an Straßen, Leitungen und Kanälen sowie die Arbeit der Schaffer im Bauhof. Fath half dabei ein "sehr gutes Klima": Das Bauamt und der Bauhof seien zusammengewachsen zu einem "sehr guten Team", sagt sie.

Vor ihrem Ausscheiden möchte sie noch die vorbereitende "Phase 0" des Schulbauprozesses abschließen. Der Gemeinderat soll zudem noch entscheiden, welcher Architekt den Zuschlag für den Neubau des Kindergartens Kurpfalzstraße bekommt. Faths letzte große Baustelle wird aber die Kanal- und Pflastersanierung in der Heidelberger Straße sein, die kommende in Angriff genommen wird.

"Zeit für eine Veränderung": Astrid Fath hat eine neue Aufgabe gefunden. Sie wird die Bereichsleitung Planung bei der GAG Ludwigshafen übernehmen. Foto: Dorn

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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