28.06.2015

"Blühende Badische Bergstraße": Für ein durchgängiges Wegenetz

Flurneuordnung: Gemeinderat für bessere Erschließung bis nach Dossenheim

Schriesheim. (sk) Es sei kein "großes" Flurbereinigungsverfahren, sagte Bürgermeister Hansjörg Höfer. Trotzdem will die Stadt in Schriesheims südlichen Weinlagen private Wege erwerben und neue Verbindungen zu unerschlossenen Grundstücken anlegen, um ein durchgängiges Wegenetz bis nach Dossenheim zu erhalten. Weil das Gewann "Mergel" ein Vogelschutzgebiet sei, könnte das Ganze, gab Höfer im Gemeinderat zu, doch ein "großes Unterfangen" werden.

Angeregt wurde eine Flurneuordnung bereits im Rahmen des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepts (Ilek), eines Modellprojekts für die Entwicklung der "Blühenden Badischen Bergstraße". Der Anstoß zur Einleitung des Verfahrens kam schließlich von der Winzergenossenschaft, die einen entsprechenden Antrag beim Rhein-Neckar-Kreis stellte. Im Gemeinderat fand dieses Anliegen Gehör, allerdings blieben in der Debatte auch einige Fragen offen.

"Es muss etwas gemacht werden", stellte Grünen Fraktionssprecher Christian Wolf fest und freute sich über die vorgesehene Bürgerbeteiligung. Karl Reidinger (CDU) sah in der Flurneuordnung eine Möglichkeit, die Bewirtschaftung abgelegener Grundstücke zu verbessern und die Verbuschung am Waldrand aufzuhalten. Seine Frage nach den Kosten des Verfahrens blieb unbeantwortet. "Das ist noch zu klären", so Höfer.

Jutta Becker, die die "Mergel" ein unstrukturiertes Gebiet nannte, freute sich über eine Verbesserung des Wegenetzes, SPD-Fraktionssprecher Rainer Dellbrügge schwärmte schon mal von einer "abwechslungsreichen, attraktiven Kulturlandschaft" und einer Stärkung des ländlichen Raums. FW-Fraktionssprecher Heinz Kimmel fragte nach dem Vorgehen in den Nachbargemeinden, doch auch hier konnte Höfer noch keine verbindliche Antwort geben: Das Thema werde erst noch im Dossenheimer Gemeinderat besprochen.

Auch eine letzte, nicht ganz ernst gemeinte Frage von Wolfgang Renkenberger (FDP) blieb vorerst offen. Nachdem er sich lobend über die verbesserten Möglichkeiten, die Weinberge zu bewirtschaften, geäußert hatte, stellte er dem Gremium eine drängende Frage: "Was ist eigentlich der Plural von Wingert?" Höfer zuckte die Schultern, versprach aber, sich des Themas in der anschließenden "Nachsitzung" im Gasthaus "Frank" anzunehmen. Wo zu später Stunde geklärt wurde, dass mehrere Weinberge im heimischen Dialekt "Wingerte" sind.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung