30.07.2015

Schriesheim: Altenbacher sagen, was schöner werden soll

Gemeinde will Antrag für Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum stellen
27.07.2015, 06:00 Uhr

Schriesheim-Altenbach. (sk) Ganz schlecht: Radverkehr, Radwege, Fremdenverkehr, Verkehrsberuhigung, Parkplätze, Fußwege, Straßenraumgestaltung. Schlecht: Handel und Gewerbe. In Stichworten waren das die Haupt-Kritikpunkte der Altenbacher an ihrem Dorf, die bei zwei Workshops im Vorfeld des Antrags für das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) herausgearbeitet wurden. Sie waren Voraussetzung, um in das Programm aufgenommen und am besten noch "Schwerpunktgemeinde" mit einer erweiterten Förderung zu werden.

Moderatorin Gabriele Kauß-Brockmann vom Planungsbüro STEG stellte in der Ortschaftsratssitzung die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung vor. Ebenfalls in Stichworten: Erweiterung der Ortsmittelpunkt-Gestaltung, Treffpunkt, Café, Begegnungszentrum, Aufzug für die Verwaltungsstelle, Verbreiterung der Gehwege, Strategien zur Verkehrsberuhigung. Im Einzelnen waren das beim letzten Punkt Pflasterungen, Blumenschmuck, Fahrbahn-Verschwenkungen, Parkraum, Grünflächen und die Verschönerung von Fassaden entlang der Hauptstraße. "Das ist nicht alles ELR-fähig", benannte Kauß-Brockmann die Grenzen des Förderprogramms.

Bis September müsse der Förderantrag fertig werden, Anfang Oktober sei Antragsschluss. Dazu schlug die Verwaltung den Ortschaftsräten drei Bauabschnitte vor: Im ersten soll es um die Ortsdurchfahrt, den Ortsmittelpunkt, die Rathausstraße und die Kipp gehen sowie um den Abriss des Hauses Hauptsraße 28, an dessen Stelle ein Parkplatz entstehen soll.

Im zweiten Abschnitt könnten der "Lindenplatz" und beide Ortseingänge an die Reihe kommen, im dritten erneut die Ortsdurchfahrt und die restlichen Bereiche. Das fand den Beifall von CDU-Ortschaftsrat Karl Reidinger: "Man schweift nicht ab und konzentriert sich auf das Wesentliche."

Hermann Pröll (FW/AL) sprach sich für eine Tempo-Dreißig-Zone in der Ortsdurchfahrt, Verschwenkungen und die Installation der lange geplanten Pförtnerampel aus. "Es hat eine Menge gebracht", lobte Christian Wolf (Grüne) die Bürgerbeteiligung. Sie sollte fortgesetzt werden, schon wegen der Vorschläge: Es sei eine "überragende Idee" gewesen, einen Bolzplatz an der Stelle des Buswendeplatzes einzurichten. Nach 20 Jahren könne damit dann endlich eine alte Wahlkampf-Forderung erledigt werden.

Ratskollegin Karin Malmberg-Weber (SPD) favorisierte hier ein Feuerwehrhaus. Sie liebäugelte auch mit einer Außenbewirtschaftung am Ortsmittelpunkt, damit dieser zu einem Treffpunkt werden könne. Was das Feuerwehrhaus angehe, so spreche sie ihm aus der Seele, sagte Kraus: "Die Anschlüsse sind schon da, wir kaufen angrenzende Grundstücke auf." Ein weiteres Argument gegen den Bolzplatz an dieser Stelle kam von Stadtbaumeisterin Astrid Fath: "Er würde ohnehin nicht unter die ELR-Förderung fallen."

Mit den Schritten zur Beantragung war der Ortschaftsrat einverstanden und gab dem Verwaltungsvorschlag einstimmig grünes Licht.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung