06.08.2015

Umleitung in Schriesheim: Wenn fast nichts mehr geht

Umleitung an der Schriesheimer Talstraße sorgt für erhebliche Verkehrsbehinderungen in der Zentgrafenstraße

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Das hatte sich Stadtbaumeisterin Astrid Fath anders vorgestellt. Seit eineinhalb Wochen gilt die Umleitung durch die Weinheimer und die Zentgrafenstraße, die dadurch nötig wurde, dass die Kanalbaustelle in der Heidelberger Straße in den Abschnitt zwischen Schulgasse und Kirchstraße weiterzog. Seitdem herrscht in der Zentgrafenstraße gerade in den Stoßzeiten das blanke Chaos. Der Verkehr staut sich schier endlos - zumal wenn auch noch Lastwagen und Linienbusse auf dieser Strecke zur B 3 unterwegs sind. Dabei ist die Umleitung so ausgeschildert, dass sich der Verkehr etwas verteilen könnte. Tut er aber nicht. Die Nerven liegen bei manchen Anwohnern jedenfalls blank.

Damit der Strahlenberger Schulhof von der Talstraße her über die Schulgasse erreichbar bleibt, wurde die Talstraße auf Höhe der Baustelle talauswärts zur Einbahnstraße. Eine Ampel regelt hier die Ein- und Ausfahrt in die Heidelberger Straße. Der Verkehr stadteinwärts wird durch die Beschilderung von der Weinheimer in die Zentgrafenstraße und dann über die Bismarckstraße zurück zur Talstraße geführt. Für Verkehrsteilnehmer, die auf die B 3 in Richtung Autobahnzubringer oder Hirschberg wollen, ist das allerdings ein Umweg. Also fährt an der Bismarckstraße alles geradeaus weiter zur Bundesstraße, und nur die Wenigsten biegen links Richtung Talstraße ab. Mit den erwähnten Folgen. Es ist wie zu Mathaisemarktzeiten, allerdings soll dieser Zustand jetzt bis November andauern. Entsprechend ist die Gemütslage an der Umleitungsstrecke.

Fath berichtet von einem anonymen Schreiben, das der Stadt vorwirft, die Interessen der Geschäftsleute in der Heidelberger Straße vor die Belange der vom Verkehr betroffenen Bürger zu stellen. Der Zettel, der ausgehängt und an viele Haushalte an der Umleitungsstrecke verteilt worden sein soll, ruft dazu auf, Kritik direkt im Stadtbauamt vorzubringen. Die Folgen ließen nicht lange auf sich warten: "Ich wurde bombardiert mit E-Mails und Anrufen", sagt Fath. Dabei wisse sie selbst gut genug, was zurzeit in der Zentgrafenstraße passiere: "Ich fahre da selbst mindestens zwei Mal am Tag vorbei und weiß, was los ist." Sie appellierte an alle Verkehrsteilnehmer, die Umleitungsstrecke über die Bismarck- und die Talstraße auszufahren - auch zur B 3: "Dann würde sich der Verkehr etwas verteilen, und es wäre für alle leichter." Dem Schwerlastverkehr empfiehlt sie, am besten gleich vom Odenwald her auf die bekannte Umleitungsstrecke über Großsachsen auszuweichen: "Das ist allemal besser, als im Stau an der Ampel in der Zentgrafenstraße zu stehen." Fath bittet zudem um Verständnis: "Durch jede Baumaßnahme dieser Größenordnung, wie in der Heidelberger Straße, verlagert sich der Verkehr." Das sei leider eine Begleiterscheinung, die sich nicht vermeiden lasse. Die Anwohner der Schillerstraße könnten davon schon seit sechs Jahren ein Lied singen.

Darüber hinaus erklärt Fath, warum der Schulhof während der Kanalsanierung für die Autos erreichbar bleiben muss: "Weil ich versuchen muss, alle Bedürfnisse unter einen Hut zu bekommen - und sicher nicht nur die der Geschäftsleute. Bestimmt könnten viele ihr Auto auf dem Festplatz abstellen, um ihre Besorgungen in der Stadt zu machen. Aber es gibt auch Gehbehinderte, ältere Mitbürger oder Anwohner, die den Schulhof einfach als Parkplatz brauchen." Hier gehe es um Rücksichtnahme und um Entgegenkommen.
Lange Staus gehören seit gut einer Woche in der Zentgrafenstraße zum Alltag. Wenn die Umleitungsstrecke über die Bismarck- und die Talstraße komplett genutzt würde, könnte sich der Verkehr etwas besser verteilen. Foto: Dorn

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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