24.08.2015

Ur-Schriesheimer Klaus Kröhnert hat einen humorigen Roman geschrieben

Mit "Zum Teufel mit der Theorie" hat der erfolgreiche Unternehmensberater ein witziges Lese-Vergnügen verfasst.

Von Marion Gottlob

Schriesheim. Wer das Buch aufschlägt, wird wieder und wieder laut auflachen - es ist ein witziges Lese-Vergnügen. Der Autor Klaus Kröhnert bietet in seinem allerersten Roman mit dem Titel "Zum Teufel mit der Theorie" einen köstlichen Mix aus Humor, Sex und nervigem Alltagsleben. Die Story kann ihre Leser aber auch berühren, weil im Witz einige ernste Wahrheiten versteckt sind, wie eine bittere Medizin in einer Süßigkeit. Denn wer träumt nicht, wie Buch-Held Chris Perlenkötter, vom Erfolg im Beruf und vom großen Glück in der Liebe?

Klaus Kröhnert lebt zwar in Kandel, aber im Herzen ist er ein "Schriesheimer" geblieben, durch und durch. Die Strahlenburg ist für ihn bis heute ein Symbol für Heimat. "Mein schönstes Pflichtprogramm ist alljährlich der Besuch des Schriesheimer Mathaisemarkts."

Kröhnerts Vater, eigentlich in Ostpreußen zu Hause, kam nach der Kriegsgefangenschaft als Flüchtling nach Schriesheim und verliebte sich in die Tochter vom "Krämers-Willi" des Hotels und Restaurants "Neues Ludwigstal". "Da hat es dann geschnackelt." Der kleine Klaus beherrschte das Schriesheimerisch so gut, dass sein Vater oft sagte: "Bub, rede deutsch, ich versteh dich nicht."

Klaus Kröhnert hat einen jüngeren Bruder: Der Kabarettist Reiner Kröhnert ist aus dem Fernsehen bekannt. "Ich dagegen hab was Normales gelernt", sagt Kröhnert und lächelt. Er hat Betriebswirtschaft studiert und eine tolle Karriere gemacht, unter anderem als Direktor bei trans-o-flex, DHL und UPS.

Es ist die Kunst der Verkaufens, die ihn beschäftigt. Hat ein Verkäufer Erfolg, fragen sich viele: "Wie macht der das?" Hat er Misserfolg, heißt es: "Hab ich mir doch gleich gedacht. Nicht mal das kann er."

Genau in diesem Wechselbad aus Begeisterung und Angst planscht Kröhnerts Romanheld Perlenkötter so heftig, dass der Leser fast automatisch mitmachen möchte. Klaus Kröhnert hat neben dem Beruf eine Fortbildung nach der anderen besucht. Wenn er davon erzählt, darf wieder gelacht werden.

Einst war er auf das Schloss Krickenbeck in Nettetal zu einem Eliteseminar des Unternehmens Franz Haniel & Cie. eingeladen. Erst am frühen Morgen entdeckte er, dass er seine Schuhe zu Hause vergessen hatte. Da half alles nichts. Mit seinen ausgelatschten Flip-Flops, die er sonst nur zum Autofahren trug, und im Nadelstreifen-Anzug stellte er sich den anderen Teilnehmern vor.

Heute lebt Kröhnert mit seiner Frau Victoria in Kandel und ist seit 14 Jahren Unternehmensberater, oder besser gesagt "Neukundengewinner und Umsatzbringer". Er berät Firmen in ganz Deutschland, wie sie mehr Kunden gewinnen und mehr Umsatz erwirtschaften. "Es ist der schönste Job der Welt." Denn steigen die Umsätze, bedeutet das in der Regel mehr Arbeitsplätze beziehungsweise steigende Arbeitsplatzsicherheit.

Ehrenamtlich hat er mit einem kleinen Team die kostenlose Internetplattform "scholia.de" gegründet. Auf der Webseite bieten Senioren ihre Dienste an, zum Beispiel als Zither-Spieler oder Babysitter. "Mir geht es so gut," so Kröhnert, "da ich möchte auch anderen etwas Gutes tun."

Bis heute kommt der Humor nie zu kurz: Kröhnert hat schon vor Jahren als Vertriebskabarettist ein Programm geschrieben, mit dem er bei Firmen wie IBM, Sharp, Würth oder Erdal aufgetreten ist. "Ich habe es dann aber wieder sein lassen, denn das Auswendiglernen von langen Texten ist absolut nicht mein Ding."

Stattdessen schrieb er für Frank Astor, vom Radiosender "Antenne Bayern" als "Unternehmenskabarettist des Jahres" gekürt, das Programm "Was Sie schon immer über Kundenorientierung vergessen wollten!" Wer nun das Buch über Chris Perlenkötter (mit Happy End) gelesen hat, der wünscht sich, dass ein weiteres, heiteres Buch geschrieben wird. Vielleicht klappt es ja.

Info: Klaus Kröhnert: "Zum Teufel mit der Theorie". 200 Seiten. Höll Verlag, Modautal. 9.90 Euro. ISBN 978 3 928564 76 2.

Copyright (c) rnz-online

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung