01.09.2015

Der Schriesheimer Markt hat neue Kunden gewonnen

Wie läuft’s am Ausweichstandort Rathausplatz? - Die RNZ hat bei den Händlern nachgefragt

on Stefan Zeeh

Schriesheim. Es ist ein sonniger Samstagmorgen. Das ideale Wetter, um auf dem Markt für das Wochenende einzukaufen. Seit rund zwei Monaten befindet sich der Schriesheimer Wochenmarkt, bedingt durch die Bauarbeiten in der Heidelberger Straße, nicht mehr in der Kirchstraße, sondern auf dem Platz vor dem Neuen Rathaus. Anfangs waren die Standbetreiber dem Ausweichstandort gegenüber durchaus skeptisch eingestellt. Deshalb fragte die RNZ noch einmal nach, wie der Wochenmarkt nun nach einer gewissen Eingewöhnungszeit von der Kundschaft angenommen wird.

Dem ersten Eindruck nach gut: An einigen Ständen, etwa beim "Weilerhofer Bauernladen" und dem Obst- und Gemüsestand der Familie Jäck, herrscht reger Betrieb. Auch an den anderen Ständen sind immer wieder Kunden zu sehen. "Es geht nicht besser und nicht schlechter", sind die konkreten Erfahrungen von Robert Bretschi vom Mushof aus Wilhelmsfeld. Neue Kunden seien dazu gekommen, Stammkundschaft aber auch wegegeblieben.

Ganz ähnlich sieht es der Frankenthaler Feinkosthändler Sabri Baskaya. "Die Leute kennen jetzt den neuen Platz", hat er festgestellt, und es seien einige Kunden dazu gekommen, die vorher gar nicht wussten, dass es den Wochenmarkt gibt. Sehr positiv fällt das Urteil von Anna Nalbandian, Verkäuferin am Stand der Metzgerei Rettig, aus: "Seit der zweiten Woche haben wir viele neue Kunden dazu bekommen", betont sie.

Gar nicht glücklich mit dem Platz vor dem Neuen Rathaus ist dagegen Irene Finser am Stand von "Käse Brunn": "Wir haben hier den letzten Platz in der Reihe, vielleicht wäre es besser, wenn wir weiter vorne stünden", sucht sie nach Gründen für den Kundenrückgang.

Blumen, Fisch und Gewürze könnte man noch gebrauchen

"Durch die Nähe zum Parkplatz ist ein anderes Publikum dazugekommen", hat auch der Vorsitzende des Schriesheimer Bunds der Selbstständigen (BdS), Rolf Edelmann, festgestellt. Trotzdem werde man nach Beendigung der Bauarbeiten in der Heidelberger Straße mit dem Wochenmarkt in die Kirchstraße zurückgehen.

"Der neue Platz wird viel schöner und offener werden", verspricht Edelmann und sieht noch einen weiteren Vorteil durch die Nähe zum dortigen Kirchencafé. Gleichzeitig solle der Wochenmarkt dafür sorgen, dass die Innenstadt belebter wird. Edelmann ist davon überzeugt, dass ein Teil der neu gewonnenen Kundschaft weiterhin auf dem Wochenmarkt einkaufen wird, auch wenn er sich wieder in der Kirchstraße befindet. "Die Leute werden die 200 Meter vom Parkplatz in die Kirchstraße laufen", ist sich der BdS-Vorsitzende sicher, denn: "Wenn man die gute Qualität der Waren auf dem Wochenmarkt kennen gelernt hat, will man diese beibehalten".

Dem vorübergehenden Standort vor dem Neuen Rathaus gewinnt Rolf Edelmann einen weiteren Vorteil ab: "Der Markt kann erstmals während des Straßenfests stattfinden." Er hofft zugleich, dass sich nach der Rückkehr des Markts in die Kirchstraße noch weitere Standbetreiber finden lassen. "Einen Blumen- und einen Fischstand könnte der Markt noch gebrauchen", findet Edelmann, und für einen zusätzlichen Stand mit Gewürzen sieht der BdS-Vorsitzende ebenfalls noch Platz.

Er kennt aber auch die Probleme der Standbetreiber, die für einen zusätzlichen Marktstand in Ausstattung und Personal investieren müssen. Für alle, die den Standort Schriesheim einmal testen möchten, gebe es deshalb die Möglichkeit, hier für zwei oder drei Markttage probeweise einen Stand aufzustellen, so Edelmann.

Copyright (c) rnz-online

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung