21.09.2015

Gründungsversammlung des neuen Fanfarenzuges "Schriesheimer Löwen"

Erster öffentlicher Auftritt soll beim Mathaisemarkt 2016 sein - Diskussion über Abspaltung vom KSV

Heike Hölzel, Dennis Beyrer, Alfred Nullmeyer und Marcus Beyrer (v. l.). Foto: Dorn

Schriesheim. (sk) Im Logo ist ein heraldischer Löwenkopf, daneben steht der Vereinsname mit dem Zusatz "historisch" in altertümlicher Frakturschrift. Trotzdem ist der Zusammenschluss "Schriesheimer Löwen", der am 18. September aus der Taufe gehoben wurde, der jüngste Verein der Stadt.

Der Kontrast zwischen alt und neu erklärt sich mit dem Vereinsziel: Die "Löwen" verstehen sich als historischer Fanfarenzug. "Wir spielen Musik, die der Zunft der Trompeter und Heer-Pauker treu bleibt, und es wird bei uns mit Sicherheit keine modernen, unterstützenden Instrumente geben", sagte Alfred Nullmeyer, der bei der Gründung zum Vereinsvertreter gewählt wurde.

Jedenfalls vorerst: Er und sein Stellvertreter, Marcus Beyrer, werden die Satzung, die der Gründungsversammlung vorgetragen und gebilligt wurde, dem Finanzamt und anschließend dem Amtsgericht zur Eintragung vorlegen. Danach folgen die Vorstandswahlen.

Einstweilen wollen die "Löwen" sozusagen das "Brüllen" üben: Proben sind immer mittwochs um 19 Uhr im Schützenhaus; dem Ort, an dem sich die Gründungsmitglieder mit den Hausherren vom Schützenverein, Gästen und einer Abordnung des "Goldstadt"-Fanfarenzugs aus Pforzheim unter Leitung von Michael Bonnet trafen. "Wir schauen nach vorn", sagte Nullmeyer.

Er sprach gleichwohl die Konflikte an, die zur Abspaltung aus dem KSV-Fanfarenzug führten: "Die Fanfarenmusik ist in den letzten Jahren vor sich hingedröppelt; es gab viele Einsätze von Hilfskräften, aber keine neuen Impulse." Man habe sich im Einvernehmen vom KSV trennen wollen: "Das ist aber verkehrt aufgenommen worden." Was zur "Löwen"-Gründung führte, die an diesem Abend auf zum Teil heftige Kritik stieß.

Martin Ringelspacher berichtete aus früheren Jahren im KSV-Fanfarenzug und erinnerte daran, dass eine Abspaltung bereits vor etwa 20 Jahren aufs Tapet gekommen sei: "Damals hat sich noch Bürgermeister Peter Riehl eingeschaltet." Er habe den KSV-Spielern Unterstützung zugesichert, "dann war Ruh’. Und jetzt geht der Zirkus wieder los."

Gebe es denn keine Möglichkeit zur Einigung? An dieser Stelle hakten mehrere Anwesende ein. Eine Frau, die an dieser Stelle ungenannt bleiben will, erzählte von einer Zusammenkunft bei Bürgermeister Hansjörg Höfer im Rathaus. Thema seien die neuen Uniformen für den Zug gewesen. Als der KSV einen Beitrag leisten sollte, habe der damalige Vorsitzende, Klaus Grüber, gesagt: "Die sind mir keinen Cent wert."

Der KSV lasse neue Ringer einfliegen, während die Fanfarenzug-Mitglieder geflickte Strümpfe hätten, war ein anderer Vorwurf. Auch Höfer bedeute die Fanfarenzug-Musik nichts, war zu hören. Evelyn Riehl, langjährige Jurorin der Umzüge beim Mathaisemarkt, hatte über verschiedene Auswege aus der Krise nachgedacht: einen städtischen Fanfarenzug? Gespräche mit dem neuen KSV-Vorsitzenden, Sven Witteler? Nichts habe funktioniert, deshalb bemerkte sie in Richtung "Löwen": "Ihr werdet es nicht einfach haben, Ihr müsst immer besser sein als der KSV-Fanfarenzug."

Der künftige Musikleiter, Dennis Beyrer, nickte und kündigte an, dass sich die "Löwen" auf den nächsten Mathaisemarkt vorbereiten, der einer ihrer ersten öffentlichen Auftritte werden soll. Acht Musiker und zwei Fahnenträger gebe es bereits, zudem wolle der Verein Jugendarbeit betreiben, sagte Marcus Beyrer: "Wir bilden zwei Jugendliche aus und suchen noch weiteren Nachwuchs." Auch, in welcher Form der Mathaisemarkt-Auftritt ablaufen soll, war den Initiatoren klar. "Wir wollen schwarz-gelbe Uniformen im Landsknechtsstil", bemerkte Nullmeyer.

Ihre Finanzierung, so Marcus Beyrer, sei indes noch nicht sicher: "Wir wissen noch nicht, ob das die Stadt bezahlt und suchen erst einmal Sponsoren." Zehn Gründungsmitglieder gehören zu den "Schriesheimer Löwen": Dennis Beyrer, Heike Hölzel, Günther Jürgen, Ruth Weiher, Peter Thimm, Marcus Beyrer, Harry Mohr, Rene Beyrer, Angelika Mohr, Cindy Thiel, Alfred Nullmeyer, Martin Bercher, Kevin Christeson und Anette Niedermeyer.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung