25.09.2015

Windkraft in der Bergstraße: 17 Konzentrationszonen stehen fest

Nachbarschaftsverband weist mögliche Standorte aus - Informationsveranstaltung am 8. Oktober in der Schriesheimer Mehrzweckhalle

Von Stefan Zeeh

Bergstraße. Allmählich wird es ernst für Hirschberg, Schriesheim und Dossenheim mit der Ausweisung von so genannten Konzentrationszonen für Windkraftanlagen (WKA). Mit der Festlegung dieser Zonen im Gebiet des Nachbarschaftsverbands mit seinen 18 Städten und Gemeinden von Hirschberg bis Nußloch soll geregelt werden, wo zukünftig WKA errichtet werden könnten.

"Wir müssen der Windenergie im Flächennutzungsplan substanziell Raum geben", beschrieb Hirschbergs Bürgermeister Manuel Just gestern bei einem Pressegespräch die gesetzlichen Regelungen. Bevor dies jedoch geschieht, ist eine umfangreiche Öffentlichkeitsbeteiligung vorgesehen.

Am 29. September werden die Gemeinderäte in Hirschberg und Schriesheim über die möglichen Flächen informiert, am 30. September der Gemeinderat in Dossenheim. Am 8. Oktober findet eine Informationsveranstaltung in der Schriesheimer Mehrzweckhalle statt, bei der die bisher ermittelten möglichen Standorte für Windräder auf den Gemarkungen von Dossenheim, Hirschberg und Schriesheim vorgestellt werden.

Aufgrund verschiedener Kriterien, wie etwa naturschutzrelevanter Untersuchungen oder der Beeinträchtigung des Flugverkehrs durch Windräder, wurden vorab insgesamt 17 mögliche Konzentrationszonen im Gebiet des Nachbarschaftsverbands markiert. "Dabei haben wir einen Mindestabstand von 1000 Metern zur Wohnbebauung berücksichtigt", wies der Geschäftsführer des Nachbarschaftsverbands, Martin Müller, auf eine Vorgabe hin, die gegenüber der von der Landesregierung abweicht.

So sehen die Vorgaben der baden-württembergischen Landesregierung einen Mindestabstand von 750 Metern zur Wohnbebauung vor. Im Falle von Wohngebäuden außerhalb der eigentlichen Wohngebiete, wie etwa Aussiedlerhöfen, hat man einen Mindestabstand von 600 Metern berücksichtigt und damit 150 Meter mehr als vom Land vorgegeben.

Dazu hat man ausschließlich Gebiete ausgewählt, in denen Platz für mindestens drei Windräder vorhanden ist. "Damit wollen wir eine Verspargelung der Landschaft verhindern", betonte Just. Für die drei Kommunen entlang der Bergstraße wurden so ausschließlich Flächen im Odenwald berücksichtigt. Auf Hirschberger Gemarkung ist dies ein Gebiet um die Hohe Waid, an das sich das Areal "Zins" auf Schriesheimer Gemarkung anschließt.

Eine weitere mögliche Fläche für WKA liegt im Südosten des Schriesheimer Gemeindegebiets, westlich von Wilhelmsfeld. Dieses erstreckt sich zu einem kleinen Teil bis auf das Dossenheimer Gemeindegebiet. Dossenheim teilt sich außerdem mit Heidelberg noch eine Fläche am Hohen Nistler.

Insgesamt wurden im Bereich des Nachbarschaftsverbands Flächen vorgeschlagen, auf denen insgesamt 70 bis 80 WKA errichtet werden könnten, so Martin Müller. Diese Zahl wird aber voraussichtlich nicht erreicht werden. Denn im Verlauf der Bürgerbeteiligung können Gebiete verkleinert werden oder sogar ganz wegfallen.

"Wir werden Anregungen und Äußerungen der Bürger aufnehmen", versprach Dossenheims Bürgermeister Hans Lorenz. Schriesheims Bürgermeister Hansjörg Höfer machte zudem deutlich, dass es nicht um die wirtschaftlichen Interessen der einzelnen Gemeinde bei des Ausweisung von Konzentrationszonen für WKA gehen kann. "Bis da einmal Gewerbesteuereinnahmen erzielt werden, dauert es viele Jahre", wusste er.

Dauern wird es auch noch, bis eine endgültige Entscheidung über die auszuweisenden Konzentrationszonen erfolgt. So ist vorgesehen, dass im Januar kommenden Jahres die jeweiligen Gemeinderäte Stellung gegenüber den Vorschlägen des Nachbarschaftsverbands beziehen. Endgültiger Entscheidungsträger ist anschließend der Nachbarschaftsverband.

Sie stellten gestern die Planungen vor: Martin Müller, Geschäftsführer des Nachbarschaftsverband sowie die Bürgermeister Manuel Just, Hans Lorenz und Hansjörg Höfer (v.l.). Foto: Peter Dorn

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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