09.11.2015

Der Schriesheimer Wald hat sich schon gelichtet

Neue Serie "Im Schriesheimer Wald": Teil eins am heutigen Donnerstag mit den Revierförstern Walter Pfefferle und Michael Jakob bei Baumfällarbeiten

Von Stefan Zeeh

Schriesheim. Krachend fällt eine rund 25 Meter hohe Kiefer zu Boden. Nördlich von Wilhelmsfeld, unterhalb der L 596 zwischen der Odenwaldgemeinde und der Zufahrt zum Sportplatz "auf der Kipp" fällen Waldarbeiter Bäume, weshalb die Landstraße in diesem Bereich für eine Woche gesperrt ist.

Nur der Linienbus 628 darf zweimal pro Stunde die Absperrung mit den rot-weißen Absperrgittern passieren. Dafür steht sowohl an den Gittern in Wilhelmsfeld als auch an denen bei der Zufahrt zur "Kipp" jeweils ein Forstarbeiter, um das Absperrgitter beiseitezuschieben.

Doch nicht nur deshalb ist an jeder Seite der Absperrung ein Arbeiter postiert. Immer wieder ignoriert der eine oder andere Autofahrer die Ausschilderung der Umleitung und versucht, sein Ziel über die gewohnte Route zu erreichen. "Wenn hier niemand postiert ist, fahren die Leute durch", weiß Revierförster Walter Pfefferle aus Erfahrung.

Die Sperrung der Straße ist aber dringend notwendig. Zwar werden die meisten Bäume nicht in Richtung der Fahrbahn gefällt, doch bei einigen lässt es sich nicht verhindern, dass sie auf die Straße fallen. Zudem muss aus Sicherheitsgründen ein Abstand von der doppelten Baumlänge zur Straße hin eingehalten werden. "Trotzdem hat die Sperrung schon für Unmut gesorgt", berichtet Pfefferle. Doch allzu lange müssen die Autofahrer der Umleitung nicht mehr folgen. "Wir kommen sehr gut voran", sagt Pfefferle. Tatsächlich hat sich der östliche Teil des Schriesheimer Waldes unterhalb der Straße bereits um einiges gelichtet.

Ein Kahlschlag findet hier jedoch nicht statt, auch wenn rund 1000 Festmeter Holz aus dem Gebiet herausgeholt werden. Vor allem Eichen und Kiefern bleiben stehen und können weiterwachsen. Gefällt werden Buchen und Bäume, die drohen, auf die Straße zu fallen. Sei es, dass ihr Stamm nicht mehr ganz gesund ist, oder dass sie schräg in Richtung Straße wachsen. Denn mit dem Holzeinschlag entsprechend der Forsteinrichtung findet auch eine Verkehrssicherung statt. Dass der geplante Holzeinschlag so gut voran schreitet, hat einerseits mit dem Einsatz zahlreicher Forstarbeiter zu tun, andererseits auch mit dem trockenen Wetter.

Dazu kommt, dass hier oberhalb der Rheinebene die Sonne die dichte Nebeldecke durchdringt und so für gute Stimmung unter den Forstarbeitern sorgt. Nur ab und an ziehen ein paar Nebelschwaden vorbei und sorgen für ein leichtes Frösteln.

"In den kommenden zwei Wochen müssen wir dann die L 536 zwischen Schriesheim und Wilhelmsfeld aus dem gleichen Grund sperren", sagt Revierförster Michael Jakob. Entlang dieser Straße ist die Situation beim Holzeinschlag noch etwas schwieriger.

Denn hier werden die Bäume im Steilhang oberhalb der Straße gefällt. "Wenn da ein gefällter Stamm ins Rutschen gerät, hält ihn nichts mehr bis zur Straße", weiß Jakob.

Da die hier zu bearbeitende Strecke aber ungleich länger ist als an der L 596, wird der Holzeinschlag auf mehrere Jahre verteilt. Jakob hofft jedoch, dass nur noch im kommenden Jahr eine Sperrung notwendig wird. "Dann ist da für 20 Jahre wieder Ruhe."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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