16.11.2015

Schriesheim: Branich IG wehrt sich gegen Windkraftanlagen

Stellungnahme gegen geplante Konzentrationszonen für Windkraftanlagen an der Bergstraße - Heute endet die Bürgerbeteiligung

Schriesheim. (cab) Im Rahmen der Bürgerbeteiligung zur geplanten Ausweisung von Konzentrationszonen für Windkraftanlagen im Gebiet des Nachbarschaftsverbands Heidelberg-Mannheim hat sich die Branich IG zu Wort gemeldet. In ihrer Stellungnahme heißt es wörtlich: "Wir sagen nein zur Aufstellung von Windrädern am Rande des Rheintals, als Branich IG vor allem zur Verschandelung unseres Schriesheimer Landschaftsbildes durch Windräder in den geplanten Konzentrationszonen, vor allem den Zonen 9, 10 und 11." Dabei handelt es sich um Flächen auf Schriesheimer, Hirschberger und Dossenheimer Waldgemarkung.

Die gezielte Steuerung von Windkraftstandorten durch Konzentrationszonen sei ein zu kurz gedachtes Anliegen, so die Branich IG. Zwar würden damit andere Flächen ausgeschlossen. Doch seien die Konzentrationszonen erst einmal benannt und im Rahmen des Teilflächennutzungsplans "Windenergie" beschlossene Sache, so seien diese Festlegungen verbindlich. Dann bestehe für Betreiber von Windkraftanlagen ein Anspruch auf Genehmigung ihrer Vorhaben in diesen Gebieten. Die Aktiven aus dem Branich-Wohngebiet wollen mit ihrer Stellungnahme dazu beitragen, genau das zu verhindern.

Windräder seien heute nicht mehr die kleinen Anlagen, die einst Generatoren oder Pumpen auf Bauernhöfen angetrieben hätten, so die Branich IG: "Sie hat der Rost gefressen. Sie waren Miniaturen gegenüber den geplanten großtechnischen Anlagen", heißt es in dem Schreiben. Diese seien nicht nur "weit über 100 Meter hoch", sondern mit ihren Rotoren auch "Todesfallen für Vögel". Windräder würden Lärm machen und nachts mit roten Warnlichtern auf ihren Standort hinweisen. Für den Bau, Unterhalt und Abbau der Anlagen sei eine Infrastruktur nötig, die von Kabelkanälen bis hin zu Straßen reiche, die von schweren Sattelschleppern befahren werden könnten.

Gerade auch Fotomontagen würden zudem die Eingriffe in das Landschaftsbild deutlich machen. "Völlig fremd", so die Branich IG, würden die Windräder "aus unserer besonders schönen und weithin gerühmten Landschaft" herausragen: "Das Bild von Schriesheim mit seiner Umgebung würde durch diese völlig landschaftsfremden Riesenmaschinen nachhaltig verändert." Hier werde im Namen angeblicher Notwendigkeiten wie der Energiewende die Zerstörung einer Landschaft geplant, die zu den schönsten Deutschlands und Europas gehöre. Was dann dabei herauskomme, könne man heute schon am "Naturpark Vogelsberg" in Hessen besichtigen.

Erholungsuchende aus den Ballungsräumen sowie die Schriesheimer Bürger und Touristen würden aber unzerstörte Landschaften sehen und erleben wollen. Mit Windrädern würde die Bergstraße nicht mehr die bemerkenswerte Region sein "wo die Zitronen blühen". Die Branich IG endet mit dem Appell an alle Verantwortlichen in Kommunen, Behörden und Verbänden, die vorgesehenen Konzentrationszonen für Windkraft nicht zu akzeptieren. Am heutigen Montag endet die Frist für die Beteiligung der Öffentlichkeit.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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