18.11.2015

Schriesheim: Heidelberger Straße ist wieder auf

Abschluss der Bauarbeiten - Letzte Teilsperrung soll am heutigen Dienstagvormittag aufgehoben werden - Dann wieder gewöhnliche Verkehrsregelung

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Im Laufe des heutigen Dienstagvormittags soll die Heidelberger Straße wieder komplett für den Verkehr frei gegeben werden. Gestern nahm die Stadt auch das letzte Teilstück der Baustelle ab, die Bürger und Geschäftsleute im Herzen der Innenstadt seit dem 22. Juni beeinträchtigt hat. Für rund 320 000 Euro wurden zwischen Tal- und Kirchstraße neue Wasserleitungen und Kanalrohre verlegt, weitere 180 000 Euro kostete der Straßenbau, zu dem auch die neue Pflasterung gehört, die seit dem 5. Oktober eingebaut wurde. Abgerechnet sei die Baustelle noch nicht, mit Nachträgen sei zu rechnen, so Stadtbaumeister Markus Foltin.

Dieser hatte nicht zu viel versprochen, als er das Ende der Bauarbeiten für diese Woche ankündigte (siehe RNZ vom 12. November). Die Heidelberger Straße könne jetzt "trotz des einen oder anderen Mangels" wieder befahren werden. Ab heute soll also wieder die Einbahnstraßenregelung von der Tal- in Richtung Kirchstraße gelten, und als Tempo ist Schrittgeschwindigkeit vorgegeben. Unter "Mangel" verstand Foltin etwa gerissene Pflastersteine oder Stellen, an denen noch einmal Sand auf das Pflaster muss. "Die Straße ist so insgesamt in Ordnung", lächelte Altstadtplaner Prof. Lothar Götz. Gefragt nach der wohl bei den Bauarbeiten beschädigten Treppe am Anwesen von Horst Kolb, sagte er: "Die Treppe war vorher schon baufällig. Ich sehe keinen Unterschied zu vorher."

Bürgermeister Hansjörg Höfer betonte beim Termin vor Ort, die an sich schwierige Baustelle sei "sehr gut gelaufen". Für die Baufirma Heberger habe es "allgemeines Lob" gegeben. Die Arbeiter seien alle sehr freundlich gewesen und "allen Wünschen der Hauseigentümer nachgekommen", sagte der Verwaltungschef. Es habe sich zudem bewährt, bei den Verfüllungen während der Tiefbauarbeiten Flüssigboden zu verwenden. So konnte man auf den Einsatz von Rüttlern zur Verdichtung des Bodens verzichten, was wiederum die alten Gewölbekeller der Häuser in der Heidelberger Straße vor Vibrationen geschützt habe. Höfer hob zudem positiv hervor, dass die Gebäudeeigentümer im Zuge der Bauarbeiten auch ihre Hausanschlüsse erneuern konnten.

Dass auf der Baustelle tageweise auch mal fast gar nichts ging oder die thüringische Firma "Holler & Der Steinsetzer" mal mit einem, mal mit vier Pflasterern vor Ort war, sollte gestern ebenso wenig Thema sein, wie die teilweise chaotischen Zustände auf der Umleitungsstrecke in der Zentgrafenstraße, Ärger bei der Müllabfuhr, verwirrende Beschilderungen oder fehlende Anliegerinformationen. Auf die zeitlichen Widrigkeiten angesprochen, konterte Foltin: "Wir sind zwei Wochen früher fertig als geplant."

Das betonte auch Götz, als er darauf hinwies, dass der Pflasterfirma von heute auf morgen drei Leute fehlten: "Die Kosovo-Albaner mussten nach Hause". Ihre zeitlich befristeten Aufenthaltsgenehmigungen seien ausgelaufen, und neue Pflasterer seien schwer zu finden gewesen. Heiner Oberbeck von Heberger ergänzte: "Die Baustelle war auch schwer, weil hier stets Publikumsverkehr herrschte. Das darf man nicht verkennen. Wir sind froh, dass nichts passiert ist."

In Sachen Kommunikation kündigte Foltin an, dass es am 25. November vor Ort ein Treffen mit den Geschäftsleuten geben werde. Dabei werde ihnen die Stadt erläutern, wo Fahrradständer installiert und Parkplätze ausgewiesen werden sollen. Bislang waren es sechs, und das Parken war auf eine Stunde begrenzt. Bei der Parkdauer soll es bleiben, bei der Anzahl könnte es laut Höfer Veränderungen geben: "Es könnte sein, dass einer wegfällt und ein weiterer im Sommer, wenn vor dem Anwesen Nummer 5 eine Außenbestuhlung beantragt würde." Das wäre vor der geplanten Erweiterung des "Goldenen Hirsch".

Foltin hoffte, dass man bei der Ausweisung der Parkplätze auf sogenannte Pflasternägel verzichten kann: "Wir müssen mit dem Ordnungsamt besprechen, ob die farbliche Abhebung des Pflasters so reicht." Dieses besteht aus Porphyrsteinen und in den Gestaltungselementen wie Bändern und Kreisen aus Granit.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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