23.11.2015

Ringen: Entscheidung im Abstiegskrimi vertagt

Schriesheim und Schifferstadt trennten sich 13:13, doch Attila Tamas muss am Freitagabend nachsitzen

Von Claus Weber

Schriesheim. Das Ringer-Derby zwischen dem KSV Schriesheim und dem VfK Schifferstadt hat ein Nachspiel. Zum Auftakt der Abstiegsrunde trennten sich die beiden Bundesligisten zwar schiedlich-friedlich 13:13. Doch ein einzelner Kampf muss noch nachgeholt werden. Schifferstadts Denis Kudla wurde am Samstagabend vom Deutschen Ringer-Bund freigestellt. Der amtierende U 23-Europameister war für die Wahl des Juniorensportlers in Bonn nominiert. Sein Duell gegen Attila Tamas findet am Freitag um 19.15 Uhr in der KSV-Halle in Schriesheim statt. Der Eintritt ist frei. "Wir hoffen auf viele Fans, die Attila unterstützen", sagte KSV-Abteilungsleiter Klaus Grüber.

Allerdings ist der Schriesheimer nur Außenseiter. Nordbadens früherer Landestrainer Willi Ullrich hält Kudla für den besten deutschen Nachwuchsringer. In bislang drei Vergleichen feierte Tamas einen Sieg, kassierte aber zwei Niederlagen. "Ich sehe meine Chancen bei 50:50", sagt Tamas selbstbewusst. Auch Schriesheims Trainer Kai Dittrich hofft auf seinen rumänischen Mittelgewichtler: "Attila ist immer für eine Überraschung gut."

Die Bergsträßer hatten es in der Hand, den Kampf schon am Samstag zu entscheiden. Sie legten los wie die Feuerwehr und führten nach vier Kämpfen 9:2. "Vor der Halbzeit lagen wir über dem Soll", sagte Dittrich, "aber dann sind wir ins Hintertreffen geraten und haben den ein oder anderen Punkt zu viel abgegeben."

Stärker als erwartet kämpften Dustin Scherf beim 10:0 über Marvin Scherer, Coskun Efe mit seinem 5:2-Sieg über Ralf Böhringer (nach 0:2-Rückstand) und Oldrik Wagner, der den stilartfremd ringenden Etka Sever aufs Kreuz legte. Das gleiche Kunststück gelang im Abschlusskampf auch Ionel Puscasu gegen den überforderten Ibrahim Rachid.

Den fünften Schriesheimer Sieg verpasste Luca Lampis, der sich schon nach wenigen Sekunden von Miroslav Kirov überraschen und in hohem Bogen auf die Matte werfen ließ. Vergeblich versuchte er, die Vierer-Wertung aufzuholen, kam lediglich auf 3:4 heran.

Die Niederlagen von Markus Plodek (0:9 gegen Taymusaz Friev) und Tomasz Swierk (0:8 gegen Shmagi Bolkvadze) fielen zu hoch aus. Und vom sieggewohnten Andrei Perpelita hatten sich die Schriesheimer erhofft, dass er mit Frank Chamizo Marques über die Zeit gehen würde. Doch der italienische Weltmeister mit kubanischen Wurzeln legte den verdutzten Schriesheimer schon nach 2:13 Minuten aufs Kreuz.

"Ich hätte ebenfalls ein knapperes Ergebnis erreichen können", meinte selbstkritisch Christoph Ewald. Der Bantamgewichtler unterlag Levan Metreveli 0:3. Es war vermutlich Ewalds vorletzter Heimkampf für Schriesheim.

Seit Oktober macht der 32-Jährige seinen Trainerschein in Köln, hat daneben in Dormagen einen Job im Bundesstützpunkt der Frauen angenommen. "Ich muss Prioritäten setzen", sagte er, "meine Zukunft sehe ich als Trainer."

Am Samstag (19.30 Uhr) im letzten Heimkampf der Runde gegen den KAV Mansfelder Land aus Eisleben könnte es also zum Abschied von Schriesheims Fans kommen. Für den KSV ist es zugleich das wichtigste Duell der Saison. Gegen das Team aus der Lutherstadt muss ein Sieg her, damit Schriesheim die Runde nicht als Letzter abschließt.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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