22.12.2015

Wasserglück im Odenwald: Vorräte reichten noch

Wasser muss aber abgekocht werden - Am späten Donnerstagnachmittag war der Rohrbruch in Altenbach repariert - Der Schriesheimer Stadtteil Altenbach wurde unterdessen von der Feuerwehr versorgt

Von Thomas Frenzel

Wilhelmsfeld/Schriesheim. Viel länger hätte der Wassernotstand nicht dauern dürfen, dann wäre am gestrigen Donnerstag auch in Wilhelmsfeld und Heiligkreuzsteinach kein Tropfen mehr aus den Wasserhähnen gekommen: Am Dienstagabend musste im Schriesheimer Stadtteil Altenbach nach einem Rohrbruch die Hauptwasserleitung abgestellt werden, über die der Zweckverband Gruppenwasserversorgung Eichelberg auch die beiden Odenwaldkommunen versorgt. Fortan mussten sie von dem Wasser zehren, das in einem Hoch- und einem Zwischenbehälter lagerte. Dies sagte gestern der Wilhelmsfelder Bürgermeister Hans Zellner als Vorsitzender des Zweckverbands.

Die Eichelberggruppe bezieht ihr Wasser aus der Rheinebene und pumpt es - via Altenbach - hoch in die Berge. Dort füllt es im Wilhelmsfelder Köhlerswald den Hochbehälter, der 650 Kubikmeter fasst, sowie einen Zwischenbehälter mit einem Fassungsvermögen von 950 Kubikmetern, der auch die Wasserversorgung von Heiligkreuzsteinach speist. Diese Vorräte reichten, bis gestern am späten Nachmittag der Rohrbruch in Altenbach repariert war. Noch einmal Glück gehabt, sagte Zellner erleichtert.

Nicht so viel Glück hatten die Bewohner im Schriesheimer Stadtteil, wo die Hauptwasserleitung auf einer Länge von sechs Metern gebrochen war und eine Straße unterspült hatte: Alle Ortsteile von Altenbach, die sich oberhalb der Bruchstelle befinden, saßen knapp 20 Stunden lang auf dem Trockenen. Die Feuerwehr fuhr währenddessen mit ihrem Tanklöschfahrzeug durch die Straßen und versorgte die Bürger mit dem Nass.

Wie Zellner sagte, wurde der Rohrbruch durch den Einbau eines Ersatzrohrs komplett behoben. Da aber anzunehmen ist, dass durch die Arbeiten Erdreich in die Wasserleitung gelangte und durch Leitungsspülung vielleicht nicht gänzlich ausgewaschen wurde, sind auch die Bürger von Wilhelmsfeld und Heiligkreuzsteinach zu Sicherheitsvorkehrungen aufgefordert: Vor dem Verzehr oder dem Zähneputzen sollen sie das Wasser abkochen. Im Luftkurort machten Feuerwehr und Bauhof entsprechende Lautsprecherdurchsagen. Zellner hoffte, nach einer mikrobiologischen Beprobung des Wassers am Freitag wieder Entwarnung geben zu können.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung