04.01.2016

Mannheim/Heidelberg: 550 Polizei-Einsätze in der Silvesternacht (aktualisiert)

Die meisten Einsätze wurden von eingehenden Notrufen ausgelöst. Feuerwerkskörper und Böller verursachten mehrere Brände und Verletzungen.

Mannheim/Heidelberg/Schriesheim/Reilingen. (pol/rl) Mehr als 550 Einsätze verzeichnete die Polizei zwischen 19 Uhr an Silvester und 5 Uhr am Neujahrsmorgen. Die meisten Einsätze wurden von eingehenden Notrufen ausgelöst. Dabei ging es neben Ruhestörungen, Körperverletzungen und Streitigkeiten auch um Sachbeschädigungen und hilflose Betrunkene. Zudem gab es mehrere kleinere Brände, die laut Polizeibericht allerdings alle glimpflich abliefen: Größere Sachschäden oder Verletzungen habe es nicht gegeben, hieß es.

Die meisten Einsätze in Mannheim gab es traditionell am Friedrichsplatz, auf dem Marktplatz, den beiden Neckarbrücken und am alten Messplatz.

In Käfertal kam es zu einem Ehestreit, nachdem ein 44-jähriger Mann auf seiner eigenen Silvesterparty offenbar alkoholbedingt eingeschlafen war. Als gegen 1 Uhr wieder aufwachte, beschuldigte er seine ebenfalls angtrunkene Frau, dass er den Jahreswechsel verschlafen hatte. Der Streit eskalierte, sodass die Frau in die Nachbarwohnung flüchtete. Die Polizei konnte den Streit vor Ort schlichten.#

Handfester eskalierte der Streit in einer Neckarauer Disko gegen 3.15 Uhr zwischen mindestens zehn Personen. Offenbar wollte ein 35-jähriger Mannheim eine Personengruppe mit einem Messer attackieren. Bei der Abwehr des Angriffs wurde der Täter durch das eigene Messer am Knie verletzt. Eine weitere Person erlitt eine Kopfplatzwunde. Der mit rund 1,8 Promille stark betrunkene 35-Jährige wurde bis zum Eintreffen der Polizei von Sicherheitsmitarbeiter der Disko festgehalten. Zeugen berichteten, dass der Täter bereits zuvor in Streit mit einem Besucher geraten war.

Die Einsätze in Heidelberg konzentrierten sich auf den Bismarckplatz, den Marktplatz, die Hauptstraße und die Unteren Straße. Die Berufsfeuerwehren Mannheim (19) und Heidelberg (8) meldeten insgesamt 27 Einsätze in ihrem Zuständigkeitsbereich. Die Integrierte Leitstelle Rhein-Neckar meldete insgesamt 340 Einsätze für Feuerwehren und Rettungsdienste.

In der Heidelberger Keplerstraße durchschlug eine Silvesterrakete gegen 21 Uhr die Heckscheibe eines geparkten VWs, der dann in Brand geriet. Die Flammen griffen auf ein dahinter geparktes Fahrzeug über. Kurz bevor auslaufende Betriebsstoffe ein drittes Auto in Brand setzten, kam die Feuerwehr und löschte die Autos. Der VW brannte aus, das zweite Auto teilweise.

Feuerwerkskörper und Böller sind wohl auch für ein Feuer an einem Gartenhaus im Ladenburger Fußweg in Schriesheim verantwortlich. Zuerst hatten mehrere Thuja-Bäume gegen 22.15 Uhr Feuer gefangen, die Teil der Grundstückseinfassung waren. Danach griffen die Flammen auf das Gartenhaus über. Hier konnte Feuerwehr zwar Schlimmeres verhindern, jedoch beläuft sich der geschätzte Schaden auf knapp 5000 Euro.

Im Bereich der Heidelberger Emmertsgrundpassage kam es dann gegen Mitternacht auf einem Balkon im fünften Stock zu einem Brand. Noch bevor die Feuerwehr vor Ort war, hatten Nachbarn das Feuer wieder gelöscht. Ein 34-jähriger erlitte dabei eine leichte Rauchgasvergiftung, die im Krankenhaus behandelt wurde. Das Feuer beschädigte mehrere Gegenstände, die auf dem Balkon standen. Dabei entstand rund 10.000 Euro Sachschaden.

In Reilingen explodierte gegen 0.15 Uhr ein Böller vorzeitig in der rechten Hand eines 38-Jährigen, wodurch an zwei Fingern die Fingerkuppen abgerissen waren und die Handinnenfläche aufgeplatzt war. Der 38-Jährige musste in einer Ludwigshafener Spezialklinik behandelt werden.

Um 5 Uhr morgens meldeten sich mehrere Opfer von Taschendiebstählen, die sich in der Heidelberger Altstadt ereignet hatten. Durch Hinweise der Geschädigten konnte die Polizei zwei junge Männer im Alter von 23 und 21 Jahren in einer Bar am Heumarkt festgenommen. Die Beute des Duos: eine Damenhandtasche, Bargeld und mehrere Handys.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung