04.01.2016

Ladenburgs Industrie- und Gewerbepark soll aufblühen

Schriesheimer Projektentwicklungsfirma Burkhardt und Witteler investiert in Ladenburg im großen Stil

In den ehemaligen Total-Hallen stecke viel Potenzial, sagen Sabrina Burkhardt und Sven Witteler von der Schriesheimer Projektentwicklungsfirma. Fotos (2): Sturm

Von Axel Sturm

Ladenburg. Über die Schriesheimer Firma Burkhardt und Witteler Projektentwicklung kann Bürgermeister Rainer Ziegler nur Gutes berichten. Die Zusammenarbeit sei "sehr vertrauensvoll", sagte er in der letzten Sitzung des Technischen Ausschusses. Ziegler erinnerte an die Umsetzung des Projekts Villengarten in der Bahnhofstraße, mit dem sich auch die Kleinkindbetreuungssituation entspannt hatte. Die Arbeiterwohlfahrt bietet dort Betreuungsmöglichkeiten für den Ladenburger Nachwuchs an.

Eine gute Botschaft war auch die Ansiedlung der Großwäscherei Schmitt, die von Altenbach nach Ladenburg ziehen wird. Auch diese Entwicklung haben Burkhardt/Witteler eingefädelt. Über 40 Arbeitsplätze sollen in der Römerstadt entstehen.

Ziegler informierte nun, dass die Schriesheimer Firma den nördlichen Teil des alten Totalgeländes gekauft hat. Die RNZ fragte bei Sven Witteler und Sabrina Burkhardt nach, wie ihre Planungen im Industriegebiet Hundertmorgen aussehen.

Beim Vororttermin wird auf dem ersten Blick klar, dass die guten Zeiten mit florierenden Unternehmen dort der Vergangenheit angehören. Die meisten Gebäude sind mit Graffiti beschmiert, viele Fensterscheiben eingeworfen, überall liegt Müll herum. Erst auf den zweiten Blick sieht man, dass einige Hallen und Gebäude noch relativ gut dastehen. Andere sind hingegen abbruchreif. Im dortigen Industriegebiet sind sogar noch einige Firmen aktiv. Eine Autoreparaturwerkstatt hat eine Halle angemietet, eine Dachdeckerfirma hat im Industriegebiet eine Geschäftsadresse. Außerdem lagert eine Abbruchfirma auf dem Gelände ihre Container.

"Wir haben kürzlich das 24 000 Quadratmeter große Total-Gelände von der Firma Tyco gekauft", sagt Witteler. Die Abwicklung sei schnell und unkompliziert über die Bühne gegangen. Auch die Firma Total backt mittlerweile kleinere Brötchen in Ladenburg.

Am hiesigen Standort waren in den 1980er Jahren noch über 800 Menschen beschäftigt. Heute sind es nur noch rund 100. In die ehemaligen Total-Hallen zog in den 90er Jahren die Firma Alu-Guss ein, die dort fünfzehn Jahre lang Alufelgen herstellte. Danach entwickelte sich das Gebiet immer mehr zu einer Industriebrache.

Das Industriegebiet in der Industriestraße, das direkt an der Bahnlinie Frankfurt-Mannheim liegt, ist seitdem alles andere als ansehnlich. Witteler und Sabrina Burkhardt finden jedoch, dass das Gelände Potenzial besitzt. Einige Hallen seien in ihrer Grundsubstanz noch in einem guten Zustand, auch das ehemalige Verwaltungsgebäude habe Charme.

Burkhardt will das Gebäude aus den 1950er unbedingt erhalten. Sie kann sich vorstellen, dass hier eine Werbeagentur einziehen könnte. Auch die großen Industriehallen sind noch gut in Schuss. Für Speditionen oder Einlagerungsunternehmen seien die Hallen interessant. Eine Halle wurde bereits an die Ladenburger Firma Kristallfluss vermietet. Es ist eine Art Lagerverkauf geplant. Laut Witteler sollen von der Unternehmerfamilie Röser gute Ideen umgesetzt werden.

Für Burkhadt und Witteler ist die Entwicklung eines Industrie- und Gewerbegeländes eigentlich Neuland. Reizvoll und spannend sei diese Aufgabe allemal. Das Konzept sieht vor, das Gelände wieder so herzurichten, dass es für Unternehmen reizvoll ist, im modernisierten Ladenburger Industriepark einzuziehen.

So wie die Großwäscherei Schmitt aus Altenbach, für die Witteler zwei neue Hallen baut und zur Verfügung stellt. Die Maschinen werden von der Wäscherei eingebracht. "Wir unterhalten die Hallen und kümmern uns um die Infrastruktur und bieten langjährige Mietverträge an", sagt Witteler. Verkaufen wird der Investor hier nichts. "Alles wird in unserer Hand bleiben, dann haben wir klare Verhältnisse."

Witteler und Burkhardt sind überzeugt, dass das Konzept aufgehen wird. Die bereits ansässigen Firmen erhalten durch langfristige Mietverträge Planungssicherheit. So hat die Autoreparaturwerkstatt schon eine Verdoppelung des Platzbedarfs angemeldet. Wenn die Wäscherei Mitte 2016 ihre Produktion aufgenommen hat, werde die Sache richtig anrollen, sagen der Schriesheimer Unternehmer.

Die Investoren sind sicher, dass es im Rhein-Neckar-Raum kaum ein interessanteres neues Industrie- und Gewerbegebiet gibt. Die Metropolregion Rhein-Neckar sei ein gefragter Standort, sagt Witteler. Viele Unternehmen suchten hier Ansiedlungsmöglichkeiten. Außerdem gebe es in Ladenburg einen Autobahnanschluss und eine Stadtverwaltung, die Investoren willkommen heiße.

"Wenn ich ein Anliegen habe, nimmt sich der Bürgermeister immer Zeit. Die unkomplizierte Zusammenarbeit war mit ein Grund, warum wir in Ladenburg investieren werden", sagt Sven Witteler.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung