17.01.2016

Schriesheim: Betrüger meldeten sich mehrmals bei 75-Jähriger

Die Unbekannten ergaunerten mehrere Tausend Euro von Schriesheimer Seniorin - "Zetteltrick" in Ladenburg gescheitert

Rhein-Neckar. (pol) Mit immer neuen vorgetäuschten Szenarien versuchen Betrüger an das Geld ihrer Opfer zu kommen. So geben sie sich beispielsweise auch als Polizeibeamte, Staatsanwälte oder wie - aktuell in Schriesheim - zunächst als Angestellter einer Bank aus.

Was war geschehen? Am vergangenen Freitag hatte eine 75-jährige Frau den Anruf eines Mannes erhalten, der sich als Bankangestellter ausgab und mitteilte, dass ihr Bankkonto gesperrt sei. Um die Sache zu klären, solle sie bei der Staatsanwaltschaft in München anrufen. Bei dem Anruf teilte ein angeblicher Staatsanwalt mit, dass sie vor Jahren an einem Gewinnspiel teilgenommen habe und noch Forderungen in Höhe von 8000 Euro offen seien.

Die Staatsanwaltschaft habe sich jedoch mit dem Veranstalter auf die Hälfte des Betrages geeinigt - dann forderte der Mann die Überweisung des Betrags auf ein Bankkonto in der Türkei. Dieser Forderung kam die 75-Jährige nach und überwies über 4000 Euro. Drei Tage später melde sich der angebliche Staatsanwalt nochmals und forderte die Geschädigte auf, auch noch die angefallenen Gebühren von über 2500 Euro auf das angegebene Konto zu überweisen. Die Frau schöpfte immer noch keinen Verdacht und tätigte auch diese Transaktion.

Am Mittwoch, 13. Januar, erhielt das Opfer wieder einen Anruf, diesmal gab sich der Anrufer als Polizeibeamter aus. Dieser teilte der 75-Jährigen mit, dass sie weitere 3000 Euro für eine "gesetzliche Versicherung" an die Bank in der Türkei zu bezahlen habe. Als die Frau die Telefonnummer zurückrief und bei der Polizei landete, flog der ganze Schwindel auf.

Als die Beamten des Polizeipostens die 75-Jährige zu Hause aufsuchten, meldete sich der Anrufer ein weiteres Mal, schöpfte aber offensichtlich Verdacht und legte auf. Die Polizei rät bei solchen Anrufen äußerst misstrauisch zu sein und keinesfalls ohne Rückfragen Überweisungen zu tätigen. Dabei sollte die Telefonnummer der Bank oder des Amtes selbst herausgesucht werden. Im Zweifelsfall immer die Polizei einschalten, im Notfall auch über die Notrufnummer 110.

Noch einmal glimpflich ausgegangen ist ein versuchter Betrugsfall am vergangenen Donnerstag gegen 16.30 Uhr für eine 84-jährige Anwohnerin der Trajanstraße in Ladenburg: Ein Trickdieb-Duo hatte versucht, mit dem sogenannten "Zetteltrick" Zutritt zu ihrer Wohnung zu erlangen. Zunächst hatten die Täter ihr auf der Straße vor dem Haus vorgegaukelt, eine Tante im selben Anwesen zu haben.

Nachdem die Frau dann in ihrer Wohnung war, fragten die Männer sie nach Papier und Stift, um ihrer angeblichen Tante eine Nachricht zu hinterlassen. Als die Frau die Schreibwaren aus ihrer Küche holen wollte, betrat das Duo die Wohnung, wohl in der Absicht, nach Wertgegenständen zu suchen. Als dies von der Frau bemerkt wurde, schrie sie die Täter laut an, die daraufhin sofort flüchteten. Gestohlen hatten sie bis zu dem Zeitpunkt noch nichts. Beschrieben werden die Täter folgendermaßen: Vermutlich Zwillinge im Alter von circa 50 Jahren, braune Haare, circa 1,70 Meter groß, untersetzt, mit rundem Gesicht.

Zeugen, die verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, werden gebeten, sich mit dem Polizeirevier Ladenburg unter 06203/93050 in Verbindung zu setzen. Ferner warnt die Polizei unter anderem im Internet unter www.polizei-beratung.de vor Trickdieben, die sich vor allem ältere Leute als Opfer aussuchen. Entsprechend werden auch junge Leute gebeten, ihre älteren Angehörigen zu sensibilisieren und vor fremden Menschen zu warnen, die - wie in diesem Fall - oft allein an der offenen Wohnungstür gelassen werden.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung