21.01.2016

Weinwanderung in Schriesheim: Rote Weine, rote Nasen

Winzer und Wirte laden am 7. Februar wieder zur Rotweinwanderung ein - Sie rechnen mit schönem Wetter bei klirrender Kälte

Von Stephanie Kuntermann

Schriesheim. Der Cabernet Dorio ist eine Züchtung aus Dornfelder und Cabernet Sauvignon, dicht, kräftig mit einem Geschmack nach Beeren, dem Duft von Paprika und wegen seiner Schwere ein idealer Wein für kalte Tage. Falls es am 7. Februar so kalt wird wie jetzt, dann wäre das ideal für die Spezialität aus dem Weingut von Max Jäck, die er bei der Rotweinwanderung als Begleitung für seinen milden polnischen Krauttopf anbietet.

Ohnehin rechnen die Betreiber der sieben Stände, die entlang der Strecke für das körperliche und geistige Wohl der Besucher sorgen, mit klirrender Kälte. Und hoffen auf Sonne, denn die sorgte bereits bei der Premiere vor fünf Jahren für einen Riesenerfolg. Der Verkehrsverein als Veranstalter kann das gebrauchen, denn immerhin muss die Wanderung in diesem Jahr mit zahlreichen Faschingsveranstaltungen konkurrieren. "Aber es will ja auch nicht jeder Fasching feiern", hält Vorsitzende Irmgard Mohr dagegen: "Und eine rote Nase kriegt man irgendwann auch bei uns."

Sie kündigt zwei Neuerungen an, die erste gleich am Vereins-Stand. Dort, am Alten Rathaus, werden nach der Eröffnung um 11 Uhr nämlich erstmals Weine aus der südfranzösischen Partnerstadt ausgeschenkt. Die Rotweine aus dem Languedoc-Roussillon werden, wenn es mit seinem Besuch klappt, von Gérard Bonneau, vorgestellt, dem Partnerschaftsvereins-Vorsitzenden aus Uzès. 60 Flaschen hat der Verkehrsverein gekauft, daneben bietet er hiesige Weine und Secco an.

Die zweite Neuheit ist die Teilnahme des Ladenburger Weinguts Rosenhof, das bereits bei der Weinwanderung im September sein Debüt gab. Die Weine von Matthias Schmidt kann man am Stand der "Perseria Mashti" probieren, wo man scharfes Chili con Carne oder knusprig ausgebackene Falafel dazu bekommt. Heiße Würste, Kaffee und Kuchen gibt es zu den Wehweck-Weinen und Bränden am südlichsten Punkt der Wanderung. Ist man hier angekommen, hat man bereits alle Steigungen auf der Strecke bewältigt und folgt nur noch schnurgerade dem Dossenheimer Weg.

Der führt die Wanderer zur Winzergenossenschaft (WG) und zum jüngsten Rotwein des Tages: Der St.Laurent No.1, bereits im vergangenen Spätjahr vorgestellt, ist der erste 2015er und soll schon mal neugierig machen auf die anderen Sorten des Spitzenjahrgangs. Er begleitet einen Winzereintopf und wird ideal temperiert in einer Konstruktion aus Kühlbox und Wärmelampe. Am Nachbarstand bei Georg Bielig gibt es die "Rote Kuh", eine Sorte, die vermutlich so nah wie nirgendwo sonst beim Ausschank-Ort wächst: nämlich auf dem Löss im Gewann "Mergel", der mit für ihre intensiven Fruchtaromen sorgt. Dass die "Red Cow" ihre ideale Trinktemperatur von etwa 15 Grad hat, wird durch ein Wasserbad erreicht. Das passende Essen, Wildbratwurst und noch mehr Deftiges, kommt von "Forschners im Schützenhaus". Eintopf oder ein heißes Ragout vom heimischen Wildschwein gibt es, wenn man zu guter Letzt wieder ganz nah am Ausgangspunkt des Rundwegs angelangt ist. Nämlich im Hof des Restaurants "Zum Goldenen Hirsch", wo man den Tag auch mit Kaffee und Rotweinkuchen ausklingen lassen kann. Bevor es soweit ist, gibt es noch die guten Ratschläge, die die Wirtsleute und Winzer selbst gegen die Kälte haben.

WG-Mitarbeiterin Astrid Spies legt sich aufheizbare Wärme-Akkus in die Schuhe, und Mohr setzt auf dicke Socken. Maximilian Jäck schwört, noch niemals bei einer Rotweinwanderung gefroren zu haben, und Eva Bielig geht das Ganze pragmatisch an: "Man muss sich warm schaffen."

Die Gastgeber der Rotweinstände und des Verkehrsvereins freuen sich auf die beliebte Rotweinwanderung. Foto: Dorn

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung