14.04.2016

Abschlussprüfungen an der Kurpfalzschule: Auf dem Weg zur Mittleren Reife

Die Prüfungen an der Schriesheimer Realschule haben begonnen - Sie finden erstmals in Zusammenarbeit mit einer Dossenheimer Privatschule statt

Schriesheim. (sk) Er lässt den Motor aufheulen, zieht souverän an den anderen Wagen vorbei und hört wie aus dem Off die Stimme des Sportkommentators, die sich überschlägt vor Begeisterung: Sehr plastisch und witzig schildert die Poetry-Slam-Autorin Eva Wachter den Tagtraum eines Mannes. "Mensch, Mika" heißt die Geschichte, die gestern zum Deutsch-Aufgabenteil der Mittleren Reife gehörte. Traditionell begannen die Prüfungen mit einem Aufsatz, für den die Zehntklässler vier Stunden Zeit hatten.

Wer sich für die Rennfahrer-Story entschied, sollte sie nach einem vorgegebenen Schema interpretieren; ebenso sollte man mit der lyrischen Aufgabe verfahren, die diesmal aus einem Songtext von Andreas Bourani bestand: "Auf anderen Wegen". Alternativ wurde den Prüflingen noch eine Erörterung über den Satz "Arbeiten, um zu leben - leben, um zu arbeiten?" angeboten, zu dem sie eine eigens vorbereitete Materialsammlung mitbringen durften.

"Bestimmt drei Viertel der Schüler in meiner Klasse haben sich aber für das vierte Thema entschieden", sagte Gabriele Ludwig-Krahl. Die Stellvertretende Deutsch-Fachschaftsleiterin an der Kurpfalz-Realschule (KRS) hatte mit den Zehntklässlern Erich Hackls "Abschied von Sidonie" gelesen, einen tragischen Roman vor dem Hintergrund der NS-Diktatur. Hier erforderte die Aufgabe ein wenig Kreativität, denn die Jugendlichen sollten einen eigenen Dialog schreiben, den zwei Romanfiguren führten.

Genau 72 KRS-Schüler traten gestern am frühen Morgen zur Prüfung an. Zum ersten Mal wurden an der KRS auch elf Zehntklässler der Freien Schule LernZeitRäume geprüft. Die Teenager von der Dossenheimer Privatschule werden wie ihre Altersgenossen in den schriftlichen Fächern geprüft - heute in Mathe und am Dienstag in Englisch -, müssen darüber hinaus aber noch zusätzliche mündliche Examen über sich ergehen lassen. Für alle gibt es am 27. Juni eine "Fächerübergreifende Kompetenzprüfung", die Dossenheimer sind aber erst drei Tage später mit allem fertig.

"Logistisch ist das ein ziemlicher Aufwand", seufzte Rektorin Petra Carse. Denn jede Prüfung müsse doppelt besetzt, Termine abgestimmt und Räume organisiert werden. Die KRS-Lehrer befragten die externen Schüler zuvor über ihren Wissensstand, später gab es noch eine Führung durch die Prüfungsräume.

Was Carse gefiel, war die Zusammenarbeit mit der anderen Schule: "Die Schüler wurden am Morgen gebracht und werden auch wieder abgeholt. Immerhin ist hier alles fremd für sie."

Copyright (c) rnz-online

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung