19.04.2016

RNZ-Serie "Meisterliches Schriesheim": Mit einem Baumhaus fing alles an

RNZ-Serie "Meisterliches Schriesheim": Mit einem Baumhaus fing alles anSein erstes Baumhaus baute er mit zehn Jahren, danach drehte sich bei ihm alles ums Holz. Sein erstes Kleingewerbe für Hausmeisterdienste meldete er an, als er 16 Jahre alt war. Inzwischen ist Marc Hartmann 25, gestandener, selbstständiger Schreinermeister und hat seinen Montagebetrieb in der Heidelberger Straße

"Gute Arbeit spricht sich herum": Marc Hartmann in seiner Werkstatt in der Heidelberger Straße 24 mit seinem Meisterbrief vom 8. März 2013. Foto: Peter Dorn

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Sein erstes Baumhaus baute er mit zehn Jahren, danach drehte sich bei ihm alles ums Holz. Sein erstes Kleingewerbe für Hausmeisterdienste meldete er an, als er 16 Jahre alt war. Inzwischen ist Marc Hartmann 25, gestandener, selbstständiger Schreinermeister und hat seinen Montagebetrieb in der Heidelberger Straße 24.

Die Adresse kennt man, wenn man beim Straßenfest regelmäßiger Gast der Taverne d’Uzès ist, die just im Hof vor Hartmanns Werkstatt ihre Zelte aufschlägt. Drinnen duftet es nach Holz, alles rund um die großen Maschinen und Werkbänke ist wohl und sauber geordnet. Damals, seit der Sache mit dem Baumhaus, drehe sich bei ihm alles ums Holz, sagt Hartmann. So wird er an der nördlichen Stirnseite des Anwesens auch sein neues Zuhause selbst bauen - in Holzbauweise selbstverständlich.

Marc Hartmann ging an die Kurpfalz-Realschule und machte dort seine Mittlere Reife. Danach ging er in der Schreinerei von Armin Dremel in die Lehre, die er im September 2011 mit der Gesellenprüfung abschloss. Danach arbeitete Hartmann noch etwa ein halbes Jahr für Dremel, um anschließend seinen Meister in Angriff zu nehmen. Dafür besuchte er die Erhart-Schott-Schule in Schwetzingen: "Nachmittags habe ich nebenbei noch geschafft und abends gelernt." Es war nicht die leichteste Zeit, zumal er zeitgleich auch noch seine Werkstatt in der Heidelberger Straße bezog und einrichtete. Aber es hat sich gelohnt: Auf den 8. März 2013 datiert Marc Hartmanns Meisterbrief - Meisterehren während des Mathaisemarkts.

Gut drei Jahre ist das alles jetzt her. Inzwischen bildet Hartmann selber aus, hat einen Lehrling, der ihm zur Hand geht. Jetzt im Mai wird ein weiterer Mitarbeiter dazustoßen. Das erweitert Hartmanns Möglichkeiten, die bislang aber auch nicht dadurch begrenzt wurden, dass er sein Montagegeschäft für alle Arten der Schreinerarbeiten alleine führt. Sollte es ein Auftrag erfordern, dann kooperiert er mit anderen Ein-Mann-Betrieben. Doch das Allermeiste bewältigt Hartmann gut selbst. Böden von Parkett bis Vinyl verlegt er, baut Massivholztreppen ein, schreinert Holzdecken oder Türen selbst, oft auch verbunden mit Glasarbeiten: "Aber Massivholzmöbel sind natürlich auch für einen Schreiner immer ein Traum. Für die Kunden ist das aber nicht selten eine Kostenfrage."

Gut 70 Prozent seiner Kundschaft, sagt Hartmann, komme aus Schriesheim. Darunter sind auch viele Gewerbetreibende. Auch hiesige Architekten beauftragen ihn. Kürzlich erst hat er eine Praxis am Schillerplatz mit einem Holztresen ausgestattet. Zudem führte ihn ein Auftrag in jüngerer Zeit auch bis nach Stuttgart: "Es ist schön, wenn man bei der Arbeit auch mal etwas herumkommt", sagt Hartmann. Doch gerade in der Weinstadt hat er sich einen exzellenten Namen gemacht: "Viele Kunden kennen mich inzwischen, und gute Arbeit spricht sich herum."

Viele Schriesheimer verbinden mit Marc Hartmann auch das Ringen im Kraft-Sport-Verein (KSV). Er ist sozusagen der Inbegriff des Eigengewächses. Mit drei Jahren krabbelte er zum ersten Mal auf der Matte des KSV herum, machte mit 16 Jahren seinen Trainerschein und widmete sich der Nachwuchsarbeit. Zehn Jahre lang coachte er die Schüler, jetzt die Drei- bis Sechsjährigen. Dabei bildet er schon lange mit seinem Vater Kurt ein festes Trainergespann und gehört auch dieses Jahr zum Kader der Athleten: "Das wird aber definitiv meine letzte Runde als Aktiver", schmunzelt Marc Hartmann, der auch abseits der Matte als einer der Schaffer im KSV gilt. Auch der Verein hat von seinem handwerklichen Talent schon oft profitiert.

Info: "Hartmanns Sofortservice", Montagebetrieb in der Heidelberger Straße 24, Telefon 06203/9617813, Mobil 0162/7549149, Mail: hartmannssofortservice@googlemail.com.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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