28.04.2016

"Dies Haus, es will die Wohlfahrt mehren"

"Dies Haus, es will die Wohlfahrt mehren"Richtfest für das neue Ärzte- und Therapiezentrum "Dok-Tor" auf dem ehemaligen "Pfalz"-Gelände an der Landstraße

Von Passanten bekommen die Ärzte und Therapeuten offenbar schon jetzt viel Lob für ihr neues Domizil. Zu dessen Richtfest hatten sie auch Patienten, Stadträte und Baubeteiligte eingeladen. Fotos: Peter Dorn

Von Carsten Blaue

Schriesheim. "Nun ist das große Werk erstanden, entfernt von Lärm und Weltgewühl", dichtete Zimmermann Ferdinand Essenpreis, während auf der B 3 eine Bahn der RNV-Linie 5 geräuschvoll vorbeirollte und sich so mancher Autofahrer beim Beschleunigen an der Ampelkreuzung der Ladenburger Straße neugierig fragte, was die vielen Menschen in dem Rohbau des neuen Ärztehauses machen. Das ist vielleicht doch nicht so ganz entfernt von Lärm und Weltgewühl, soll es aber auch gar nicht. Denn das künftige Ärzte- und Therapiezentrum "Dok:Tor" will ja an zentraler Stelle da sein für die Patienten. Dass das große Werk erstanden ist, kann man nicht übersehen. Und die von Essenpreis besungene "edle, bunte Tanne", die eigentlich eine Birke war, deutete schon hin auf den Grund des regen Betriebs: Gestern Nachmittag war Richtfest.

Bekanntlich werden im "Dok:Tor" links und rechts der B 3 nicht nur Mediziner und Therapeuten ihre Praxen öffnen - im östlichen Gebäude ab Oktober, im westlichen ab Dezember. Auch eine Apotheke wird es geben und eine Dependance des Cafés Ferrario. Das servierte für die Gäste dieser frohen Stunde gemeinsam mit Karl Forschner ein kleines Buffet zu Getränken vom Bierwagen. Entsprechend dufteten schon die Bratwürste verlockend, während der Richtspruch aufgesagt und die Reden gehalten wurden. Und damit keine Missverständnisse aufkommen: Essenpreis dichtete formidabel. Er reimte ganz recht: "Dies Haus, es will die Wohlfahrt mehren, Gesundheit geben Leut’ und Land."

Und mehr noch: Städtebaulich soll es eine Art neues Stadttor an der Landstraße sein, wo einst das Hotel "Zur Pfalz" stand. Architektonisch geben es die beiden neuen Baukörper alleine schon wegen ihrer Pyramidendächer her. Der östliche Baukörper ist schon etwas vollendeter als der westliche, der daher gestern noch mehr Platz bot für die Bankgarnituren zum Verweilen. Diese standen - sollte man die ausgehängten Pläne nicht missverstanden haben - in dem Teil des Rohbaus, der mal die Facharztpraxis für Allgemeinmedizin von Dr. Kai Wachter und Kollegen sein wird und "wo der Kranke voll Vertrauen sucht Trost und neue Lebenskraft", wie es im Richtspruch hieß.

Wachter jedenfalls, der Sprecher der Nutzergemeinschaft des "Dok:Tor", dank᠆te Architekt Manfred M. Fischer für die Planung und der Verwaltung sowie dem Gemeinderat dafür, "dass wir das Projekt trotz kleinerer Widerstände realisieren können." Der Arzt dankte sogar der Volksbank und natürlich zu allererst den Handwerkern: "Wir bekommen viel Lob von Passanten, weil das Gebäude so schön aussieht." Inzwischen war Ferdinand Essenpreis wieder vom Dachstuhl hinabgestiegen und lächelte bei Wachters Worten. Auf diese folgte der Gruß des Bürgermeisters.

"Sie haben einen großen Schritt gewagt", so Hansjörg Höfer zu den Ärzten und Therapeuten, die einträchtig Aufstellung genommen hatten. Ihnen sagte der Verwaltungschef: "Sie waren anfangs ein loser Haufen, aber Sie haben sich zusammengerauft." Das wollte Höfer auch "an der Harmonie dieser zwei Gebäude" festmachen. Er war sicher, dass der Mut der Investoren belohnt werde.

Das Lob des Bürgermeisters galt auch den Handwerkern. Jeden Tag liegt die Baustelle auf seinem Weg ins Rathaus. Höfer beobachtete dabei: "Die Männer sind jeden Tag bei der Arbeit, bei Wind und Wetter." Dem nun folgenden Ausbau wünschte er unfallfreies Gelingen. Und in Gedanken an die Zeit nach der Fertigstellung hatte schon Essenpreis die richtigen Worte gefunden: "Möge, gefestigt in Balken und Mauern, das stolze Gebäude die Zeit überdauern."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung