28.05.2016

Schriesheimer WG stellt ersten "Schlossberg-Riesling" vor

Schriesheim. (sk) Wie er hieß, ist nicht überliefert. Jedenfalls engagierten die Grafen von Oberndorff im 19. Jahrhundert einen "Weinbauern aus Rüdesheim im Rheingaue", der den Acker unterhalb der Strahlenburg mit Rieslingreben bepflanzte. Ganz so, wie er es von zuhause her kannte. Davon berichtete Johann Philipp Brunner in seinem Buch "Der Weinbau und die Weinbereitung an der Bergstraße" im Jahr 1842. 165 Jahre später, spann Harald Weiss gestern den Faden weiter, wurden die Terrassen "geschoben", auf denen im Jahr darauf wieder Riesling gepflanzt wurde; der Geschäftsführer der Winzergenossenschaft (WG) stellte nun den ersten Wein vor, der aus diesen Trauben gekeltert und auf "ein paar tausend" Flaschen gezogen wurde. Ein grünes Etikett mit goldener Schrift ziert sie, im Hintergrund ist der Schriesheimer Löwe zu sehen.

Dass sich die WG acht Jahre Zeit ließ mit dem ersten Jahrgang, erklärte Weiss mit dem Qualitätsanspruch. Und außerdem mit dem Glücksfall des Jahres 2015, der Mostgewichte von 100 Öchsle brachte. Heraus kam ein kräftiger Wein mit grüngelber Farbe, dem Duft nach Papaya und Aprikose und fruchtig-säuerlichem Geschmack. Ausgeschenkt wurde er passenderweise auf dem Plateau vor der Schlossberghütte der WG. Vor der malerischen Kulisse eines blühenden Rosenstocks und eines Pfirsichbäumchens wurden dazu feine Häppchen aus der "Kaiser"-Küche serviert. Bürgermeister-Stellvertreterin Barbara Schenk-Zitsch, die zum Gratulieren kam, freute sich: "Dieses milde Fleckchen Erde kann nur hervorragende Weine hervorbringen."

Im Zuge der Rebflurbereinigung sei die WG in den Besitz der ersten zwei Hektar "in Bestlage" gekommen, ging WG-Vorstand Friedrich Ewald weiter auf die Geschichte ein. Zuvor hatte das Weingut Wilhelm Grüber den Berg von den Oberndorffs übernommen. In den Sechzigerjahren sei die Bewirtschaftung doch recht unkonventionell betrieben worden, so Ewald: "Ich erinnere mich noch gut an die Strafgefangenen." In Sträflingskleidung, bewacht von Aufsehern mit Hunden, seien die Männer im Weinberg unterwegs gewesen. Später kaufte die WG noch die restlichen 0,76 Hektar aus dem Besitz des Weinguts Bartsch. Heute wird der Schlossberg von Werner Morast und Stefan Röger bewirtschaftet, und die Entscheidung für die dort wachsende Sorte sei leicht gefallen, erklärte Ewald: "Das ist eine klassische Riesling-Lage."

Weinkönigin Katrin brachte schließlich die Verbindung von Burg, Berg und Wein auf den Punkt: Das alles seien Wahrzeichen der Stadt, und sie hoffe, dass auch der Riesling so eines werde. Soweit es die WG betrifft, kommen die Schriesheimer Symbole, die schon lange ihr Logo zieren, nun auch endlich als Wein zusammen.

Info: Der neue Riesling vom Schlossberg ist bei der WG zum Preis von 7,90 pro Flasche zu haben.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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