16.06.2016

Noch sind die Winzer entspannt

Doch auch sie fürchten durch weitere Regenfälle Einbußen
13.06.2016, 06:00 Uhr

Schriesheim/Pfalz. (cab/rs) Es klingt ein wenig paradox: Während Obst- und Gemüsebauern unter Ernteausfällen ächzen, sehen die Pfälzer Winzer den Starkregen als eine Art Geschenk der Natur. "Bei uns fielen innerhalb weniger Stunden 40 Liter Regen pro Quadratmeter - aber so sanft, dass er keinen Schaden anrichtete", sagt Jürgen Oberhofer vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum in Neustadt. Er weiß auch von Winzern, in deren Anlagen zum Teil mehr als 50 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen wurden. "Der Boden dort ist auf Wochen hinaus gesättigt - so wie man sich das wünscht."

Allerdings werden in der Pfalz Folgeschäden befürchtet. Wegen der Nässe bestehe eine erhöhte Gefahr durch Pilze wie Peronospora. Auch an der Bergstraße ist man in Habacht-Stellung. "Es wäre schön, wenn wir jetzt den Hahn zudrehen könnten", wünscht sich Winzer Winfried Krämer. Die Böden seien vollgesogen. Außerdem würden die Regenfälle langsam zur Gefahr für die Weinstöcke, erläutert der Aufsichtsratsvorsitzende der Schriesheimer Winzergenossenschaft. Teilweise würden die Reben schon zur Hälfte in voller Blüte stehen. Da droht bei Nässe und den momentanen Temperaturen Verrieselung.

Dabei werden ungewöhnlich viele Blüten abgestoßen, was bei der Ernte kleine Beeren und Ertragsminderungen zur Folge hat. Außerdem können die Triebe faulen oder von Pilzbefall geschädigt werden. "Da muss man jetzt vorbeugen", so Krämer. Ein Gutes kann er dem Regen aber abgewinnen: "Wir würden jetzt auch mal vier Wochen Sonnenschein ohne Probleme aushalten."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung