23.06.2016

Branichtunnel Schriesheim: Ab Mittwochmorgen soll der Verkehr nun endlich rollen

Wegen einer Funktionsstörung in der automatischen Meldekette verzögerte sich die Freigabe des Tunnels – Sckerl fordert Aufklärung

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Der Branichtunnel in Schriesheim wird spätestens an diesem Mittwoch gegen 6 Uhr in der Frühe für den Verkehr freigegeben. Das teilte das Regierungspräsidium Karlsruhe gestern mit.

Am Samstag war das derzeit mit 92 Millionen Euro teuerste Projekt im Landesstraßenbau im Beisein von Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) zumindest offiziell eingeweiht worden. Doch die für Sonntag oder spätestens Montag erwartete Öffnung für den Verkehr gab es nicht. Nach Angaben der Karlsruher Behörde funktionierte die Meldekette aus der Betriebszentrale des Tunnels an den Rhein-Neckar-Kreis nicht lückenlos.

Nachdem eine Fluchttür geöffnet wurde, blieb die automatische Meldung an die Leitzentrale des Landkreises aus. Also blieb der Tunnel für den Verkehr dicht. Die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer habe höchste Priorität, so das Regierungspräsidium, unter dessen Regie der Branich-tunnel gebaut wurde. Die Behörde war gestern gemeinsam mit der beauftragten Fachfirma für die Betriebstechnik damit beschäftigt, den Fehler in der Sicherheitstechnik zu beheben. Wenn dies noch vor Mittwoch gelinge, dann könne der Verkehr schon früher fließen, hieß es. Wird die Panne bis dahin nicht beseitigt, so soll die Betriebszentrale des Branichtunnels ab Mittwochmorgen rund um die Uhr besetzt werden. Die Fachfirma werde überdies noch für einige Wochen vor Ort bleiben.

Wie berichtet, wird der Tunnel auch im laufenden Betrieb getestet. Das ist ein gewöhnlicher Vorgang. Die hier gewonnenen Erkenntnisse könnten dazu führen, dass weitere Programme und Regelungsparameter überprüft und gegebenenfalls angepasst werden müssten, so das Regierungspräsidium. Kurzfristige Sperrungen seien auch dann nicht ausgeschlossen, hatte der Bauleiter des Branichtunnels, Ralph Eckerle, gegenüber der RNZ betont. Die Verzögerungen in der Verkehrsfreigabe hatten am Wochenende landesweit für Aufsehen gesorgt. Auch der Weinheimer Landtagsabgeordnete der Grünen, Uli Sckerl, übte deutliche Kritik: "Die Panne um die Eröffnung des Branichtunnels ist für uns Landespolitiker peinlich." Es wäre auch schon am vergangenen Sonntag möglich gewesen, das Betriebsgebäude permanent mit Aufsichtspersonal zu besetzen, so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag.

Zudem würden die geschilderten technischen Probleme nach einer monatelangen Vorlaufzeit "schon etwas seltsam anmuten". Sckerl forderte eine Erklärung dafür, warum die Probleme just erst am Sonntag aufgetreten sind, und fragte, ob es sie auch schon vorher gegeben habe.

Zudem nannte er die Kommunikation "stark verbesserungsfähig": Selbst am Sonntagabend hätten dem Verkehrsminister und seinem Ministerium noch keine Informationen vonseiten des Rhein-Neckar-Kreises sowie der Bauleitung des Branichtunnels über die Sperrung vorgelegen: "Deshalb muss jetzt mit Informationen und Aufklärung dringend nachgearbeitet werden", so Sckerl.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung