01.07.2016

Schriesheims Jugendkunstschule hat "aufgetischt"

Zur Eröffnung der neuen Räume in der Bahnhofstraße gab es ein "Offenes Atelier" - Viele Schüler bleiben bis zum Abitur

Schriesheim. (sk) Hier könnte gerade ein Festessen stattgefunden haben: Sushi-Reste liegen auf Tellern, daneben ein fettes, gelbes Petit Four, ein Stück Melone und ein Häufchen Reis. Das Ganze ist aber kein "abgegessener" Tisch, sondern eine Zusammenstellung lauter kleiner Kunstwerke, die den Titel "Mahlzeit beendet" tragen. Sie entstanden in der Jugendkunstschule und gehören zu dem großen Thema "Aufgetischt", das die Teilnehmer der verschiedenen Kurse seit ein paar Monaten beschäftigt. Erwachsene, Kinder und Jugendliche, manche mit geistiger Behinderung, haben gemalt und gezeichnet, Skulpturen aus Hasendraht geformt, Rezepte geschrieben, Installationen kreiert und immer wieder Nahrungsmittel gebastelt, die so echt aussehen, dass man versucht ist, hineinzubeißen.

Verantwortlich ist Leiterin Cornelia Hofmann-Dodt. Vor 31 Jahren gründete sie die Jugendkunstschule, die seither etliche Zweigstellen hinzubekommen hat, etwa 2007 in Schriesheim. Zweimal wechselte die Einrichtung hier ihr Domizil, bis sich jetzt die Gelegenheit ergab, die Räume in der Bahnhofstraße gegenüber der RNZ-Geschäftsstelle anzumieten. Die haben gleich mehrere Vorteile, sagt Hofmann-Dodt: "Wir haben 108 Quadratmeter zur Verfügung und Platz für einen Druckraum." Außerdem werde die Schule jetzt von sehr vielen Passanten wahrgenommen, und die großen Schaufensterflächen können immer wieder neu dekoriert werden - so wie jetzt, wo der Tisch mit den Essensresten dort steht und daneben kleine Fantasielandschaften wie eine knorrige Wurzel mit einer angebauten Wendeltreppe und, passend zum Thema, einem gedeckten Tisch. Das alles gibt es schon seit einiger Zeit zu bewundern; am Wochenende durften die Schriesheimer beim "Offenen Atelier", das zugleich die offizielle Einweihung war, die Innenräume besichtigen, Kuchen am Buffet bestellen und auch mal selbst zum Pinsel greifen. Seit Ende Mai finden Kurse in den neuen Räumen statt, doch zuvor war noch einiges zu tun: Die Wände wurden gestrichen, ein Wasseranschluss fürs Waschbecken musste verlegt werden, und der Vermieter legte ein bislang zugemauertes Fenster frei. Die Heizkörper unter den Fenstern wurden mit Bänken umbaut, auf denen man im Winter ein warmes Sitzplätzchen hat.

An großen Tischen wird gerade gearbeitet, Kinder und Jugendliche sitzen zusammen und formen kleine Tiere aus braunem Ton; manche sind dabei hoch konzentriert, die anderen nutzen die Zeit für ein Schwätzchen. Ein Mädchen steht an einer Staffelei und arbeitet an einem leuchtend gelben und orangefarbenen Hintergrund für zwei dicke rote Kirschen. "Das Thema ’Aufgetischt’ wird uns noch eine Weile beschäftigen, es wächst immer weiter", sagt Hofmann-Dodt. Zudem sind die Ergebnisse im Rathaus zu bewundern (weiterer Bericht dazu folgt).

Die Schule bietet 15 verschiedene Kursarten ab dem Kleinkindalter an, Familienateliers und "Eltern-Kind-Kurse"; insgesamt nehmen etwa 300 Kinder teil, davon 50 in Schriesheim, sagt die Leiterin: "Viele kommen im Kindergartenalter und bleiben bis zum Abitur." Wer will, kann hier sogar einen Kindergeburtstag feiern, außerdem werden Vorträge und Lehrerfortbildungen angeboten. Für Neulinge gibt es Ferienkurse, für junge Erwachsene auch mal Wochenend-Workshops; sie können zudem spezielle Kurse in Malen, Zeichnen oder Plastischem Gestalten buchen. Sie gehen wieder ganz anders mit dem Thema Ernährung um, haben naturalistische Tomaten mit Mozzarella, Orangenscheiben oder Limoflaschen gemalt, die Hintergründe sind im Stil alter Werbeplakate gehalten. An Fantasie hat es ganz offensichtlich aber keinem der Künstler gefehlt.

Info: Im Internet erreicht man die Einrichtung unter www.jukusch.de oder unter info@jugendkunstschule-hd.de, telefonisch unter 0 62 21 / 86 14 86.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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