20.07.2016

Schriesheimer Grund- und Werkrealschule: Rektorin Beate Hirth-Pferdekämper geht in Pension

Schriesheimer Grund- und Werkrealschule: Rektorin Beate Hirth-Pferdekämper geht in PensionEine Nachfolge steht noch nicht fest – Doch Hirth-Pferdekämper sagt sie könne beruhigt gehen

Kooperation und Zusammenarbeit waren Beate Hirth-Pferdekämper immer wichtig, ebenso die Gestaltungsmöglichkeiten im Lehrer-Beruf. Foto: Dorn

Schriesheim. (sk) "Lehrer", sagt Beate Hirth-Pferdekämper, "ist ein wunderschöner Beruf mit gewaltigen Möglichkeiten." 37 Jahre lang übte sie diesen Beruf aus. Nun geht die Rektorin der Kurpfalz-Grund- und Werkrealschule zum Ende des Schuljahres in Pension. Die RNZ sprach mit ihr über ihre "Schulzeit" und ihre Pläne für die Zukunft.

Nach ihrem Abitur begann Beate Hirth-Pferdekämper 1975 mit dem Studium an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, machte Examen und begann Anfang 1979 ihr Referendariat an der Theodor-Heuss-Grundschule Heidelberg. 1980 kam sie an die Schriesheimer Kurpfalz-Grund- und Hauptschule, wo sie vorwiegend Hauptschüler unterrichtete. "Wir haben viel bewegt", erinnert sie sich an gemeinsame Veranstaltungen mit den anderen Schulen, an Rockkonzerte, Kunstprojekte, Jazztanz- oder Folklore-AG: "Wir hatten als Lehrer immer viele Gestaltungsmöglichkeiten." 2002 wurde sie Konrektorin an der Martin-Stöhr-Schule Leutershausen und studierte parallel dazu Schulmanagement. Als nach dem Weggang von Gerhard Waldecker die Stelle des Rektors frei wurde, bewarb sie sich an ihrer alten Schule in Schriesheim und wurde 2007 deren Leiterin.

Sie erlebte Schülerkarrieren, engagierte Eltern, eine gute Kooperation mit Elternbeirat und Förderverein. Und immer wieder bildete die Schule auch gesellschaftliche Entwicklungen ab. Angefangen mit der Einführung der Hauptschul-Abschlussprüfung bis zur Werkrealschule (WRS), für die sich die Rektorin einsetzte, weil sie nach zehn Jahren einen mittleren Bildungsabschluss ermöglichte. Durchlässigkeit des Bildungssystems bis zum Abitur war ihr wichtig, "Abschlüsse und Anschlüsse" das Stichwort: "Wir haben dafür gekämpft, und die Schule war auch sehr erfolgreich." Mit der neuen Bildungsplanreform kam die Wende; deren Ziel, die weiterführenden Schulen auf zwei Säulen zu stellen - Gymnasium und "Sekundärbereich" - machte ihr klar, "dass die WRS nur noch ein Auslaufmodell ist." Seit dem letzten Schuljahr gibt es diese Schulart nun nicht mehr in Schriesheim, was die Schulleiterin ein wenig wehmütig macht: "Ich habe sie heiß und innig geliebt, man muss aber das Ganze im Blick behalten, deshalb war die Schließung die richtige Entscheidung." Offiziell führt die Schule den Zusatz WRS noch im Namen, doch das wird sich bald ändern. Zugleich gab es im letzten Jahr eine Neuerung im Grundschulbereich: Nach eingehenden Vorbereitungen ging die "Ganztagesschule in Wahlform" an den Start. Das Angebot, das damals von 128 Kindern angenommen wurde, bewährte sich und wird ab September mit 143 von insgesamt aktuell 326 Schülern fortgesetzt. Exakt die Hälfte aller 76 künftigen Erstklässler - nicht mitgezählt sind die "Zuzüge" - wurde dafür angemeldet.

Sie könne nun beruhigt gehen, versichert die Rektorin, denn auch wenn die Nachfolge noch nicht geregelt ist, wisse sie die Schule und das Ganztagessystem doch in guten Händen: "Zusammenarbeit ist ganz wichtig, man darf die Arbeit an einer Schule nicht nur am Schulleiter festmachen." In der Öffentlichkeit stehen, fotografiert werden, Reden halten: Das mochte Beate Hirth-Pferdekämper noch nie. Die feierliche Verabschiedung der 61-Jährigen mit Schüler-Vorführungen und Grußworten soll deshalb ohne Presse stattfinden und "kein großer Bahnhof" werden: "Ich gehe mit einer Träne im Knopfloch, aber es war die richtige Entscheidung." Denn danach will sie sich Zeit nehmen für Wandern, Malen, Mountainbikefahren und Saxofon-Spielen. Und vor allem für Freunde und Ehemann, Kinder und Enkel.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung