22.07.2016

Ringen: KSV Schriesheim feiert dritten Pokalsieg

Die Ringer schlagen Hemsbach 16:13 im Finale des nordbadischen Pokals und gelten nun auch als Favorit für die neue Oberligasaison.

Ein hartes Stück Arbeit war der 16:13-Finalsieg der Schriesheimer Ringer, die sich über ihren dritten Pokaltriumph freuen (links). Erst der afghanische Neuzugang Rahmatullah Moradi (rechts, im blauen Trikot) stellte den Erfolg im letzten Kampf sicher. Fotos: vaf

Von Claus Weber

Hemsbach. Schon nach einer Dreiviertelstunde war alles vorbei. In Rekordzeit feierte der KSV Schriesheim seinen dritten nordbadischen Pokalsieg. Einseitig war das Finale in der vollbesetzten Hemsbacher KSV-Vereinshalle allerdings nicht. "Die haben uns alles abverlangt", meinte Schriesheims Abteilungsleiter Klaus Grüber nach dem 16:13-Erfolg, den seine Mannschaft erst mit den beiden letzten Kämpfen sicherstellte. Nach sechs von acht Duellen lagen die Hemsbacher noch mit 13:8 in Führung. Erst die beiden Neuzugänge Vasile Dobrea und Rahmatullah Moradi sorgten mit zwei technisch überlegenen Punktsiegen am Ende für den Erfolg des Favoriten.

Spannend wurde es, weil die Schriesheimer mit Kerim Ferchichi (verhindert), Marc Hartmann (erkrankt) und Coskun Effe (Meisterprüfung) drei Ausfälle zu beklagen hatten. "Wir hatten sie eigentlich stärker erwartet", sagte Hemsbachs Co-Trainer Anil Güner, "nach dem Wiegen hatten wir uns deshalb schon Chancen ausgerechnet."

Kampfentscheidend war, dass Jan Steffan nur eine knappe 4:6-Niederlage gegen Erkan Denel zuließ. "Er war unser Matchwinner", meinte Grüber. Lob für den wackeren Steffan gab’s sogar von Gerhard Ronellenfitsch: "Er hat mich überrascht", sagte der nordbadische Ringer-Präsident, "denn er lag ja schnell mit 0:4 zurück und Denel war der Favorit."

Die übrigen Ergebnisse, so Ronellenfitsch, hätte man allerdings schon vorher vorhersagen können. Neben Dobrea und Moradi feierten auch Marcus Plodek und Attila Tamas deutliche Erfolge - sie legten ihre Gegner sogar noch in der ersten Runde aufs Kreuz.

Plodek und Tamas kämpften letzte Runde noch in der Bundesliga für Schriesheim. Trotz des freiwilligen Rückzugs aus finanziellen Gründen, blieben sie ihrem Verein treu. "Sie sind uns seit vielen Jahren freundschaftlich verbunden", erklärte Grüber, "Tamas hat all die Jahre immer bei uns zu Hause gegessen."

Mit den drei Bundesliga-Ringern Plodek, Tamas und Effe, Rückkehrer Kerim Ferchichi und den Neuzugängen Vasile Dobrea und Rahmatullah Moradi gelten die Schriesheimer als Favorit auf die Meisterschaft. "Sie haben die stärkste Mannschaft", meinte Schriesheims Ex-Trainer Willi Ullrich. Kai Dittrich ist zurückhaltender. "Wir wollen im vorderen Drittel landen", sagte der Trainer, "mit dem Pokalsieg haben wir ein Zeichen gesetzt."

Schriesheim hatte sich auf dem Weg ins Finale gegen seine künftigen Oberliga-Kollegen Ketsch (18:9) und Weingarten II (24:6) klar durchgesetzt.

Allerdings nehmen von Jahr zu Jahr weniger Mannschaften an der Pokalrunde teil, was Klaus Grüber bedauert. "Der Pokal hat seine Berechtigung", sagte der Schriesheimer Abteilungsleiter, "das ist eine Standortbestimmung."

Auch Kai Dittrich findet den Wettbewerb gut. "Wir verkürzen die lange Pause zwischen Einzelmeisterschaften und Mannschaftskämpfen", sagte der Trainer, "und wir können auch mal jungen Athleten die Möglichkeit geben, sich zu beweisen." Mit Moradi, Jalif Ahmat Khaksar und Batur Wakilzadah setzten die Schriesheimer im Finale drei Asylbewerber aus Afghanistan ein. "Das ist auch eine Form der Integration", meinte Dittrich.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung