11.08.2016

Schriesheimer Winzergenossenschaft: Happy End eines Bilderbuch-Herbsts

Die Winzergenossenschaft Schriesheim blickte bei Jahreshauptversammlung zurück und diskutierte über die Lese im kommenden Herbst

Von Stephanie Kuntermann

Schriesheim. Es waren ziemlich "zahlenlastige" Berichte, die die Mitglieder der Winzergenossenschaft (WG) bei ihrer Generalversammlung zu hören bekamen; sie bildeten aber sozusagen das Happy End ab, das durch einen Bilderbuch-Herbst 2015 schon beinahe vorgezeichnet schien.

1,3 Millionen Kilo Lesegut lieferte die WG in diesem Herbst beim Badischen Winzerkeller Breisach (BWK) ab. Im Gegensatz zu anderen Anbaugebieten blieb auch der durchschnittliche Ertrag bei der WG nicht hinter dem des Vorjahres zurück, sondern steigerte sich sogar um zehn Kilo auf 100,8 Kilo je Ar. Besonders bemerkenswert war das Mostgewicht, das im Schnitt bei 89,5 Grad Öchsle lag.

WG-Geschäftsführer Harald Weiss musste es besonderen Spaß gemacht haben, diese Bilanz vorzutragen; denn nach den schönen Zahlen folgte eine lange Liste an Prämien, die Schriesheims Winzer für ihre Weine einheimsten: 18 Gold- und elf Silbermedaillen bei der badischen Landesweinprämiierung, außerdem den Ehrenpreis für die WG. Noch eine weitere Zahl sorgte in der Kuhbergstube, wo die Versammlung diesmal tagte, für zufriedene Gesichter: 300 000 Euro an Zuschlägen werden diesmal ausbezahlt. "Das macht 2300 Euro pro Hektar", erklärte Weiss und schob noch eine Zahl nach: Im letzten Jahr seien 2100 Euro pro Hektar ausgezahlt worden.

Auf die Traubengeld-Auszahlungen ging Verbandsprüfer Carsten Coenen ein: Die Endabrechnung für den Jahrgang 2013 liege bei einem Bruttobetrag von 1,16 Millionen Euro, was 1,1 Euro pro Kilo und 8952 Euro brutto pro Hektar ausmache. Für den Jahrgang 2014 liegt der Hektar-Betrag bei 9067 Euro und der Gesamtbetrag bei 1,61 Millionen Euro.

"Es war ein erfolgreiches Geschäftsjahr, wir sind auf einem guten Weg, auch bei den Auszahlungen", bewertete Vorstandsvorsitzender Friedrich Ewald diese Ergebnisse. Er wage deshalb, "mit einem gedämpften Optimismus in die Zukunft zu blicken". Und das, obwohl in diesem Jahr wieder vermehrt mit dem Auftreten der Kirschessigfliege zu rechnen ist. "Wir sind nicht nervös, denn wir sind in diesem Jahr besser gerüstet und wissen auch besser Bescheid", bestätigte der BWG-Vorstandsvorsitzende Peter Schuster.

Auch in diesem Herbst solle wieder mit dem Vollernter gearbeitet werden, kündigte Weiss an. Von Winzer Heiko Jost kam die Kritik, dass im vergangenen Jahr "nicht alles optimal" gelaufen und nicht die allerneueste Technologie zum Einsatz gekommen sei. "Außerdem müssen wir Vorrichtungen bauen, um die Trauben abzukippen", mahnte er eine vorausschauende Planung an.

Lore Jost regte an, bei der Anlieferung an der Kelterhalle dem Vollernter-Lesegut Vorrang zu gewähren: "Weil es doch eine andere Qualität ist als bei der Handlese." Von 216 im letzten Jahr ging die Mitgliederzahl der WG auf 209 zurück, die Zahl der Geschäftsanteile sank von 813 auf 800. Einigkeit herrschte bei den Wahlen: Ewald wurde als Vorstandsvorsitzender und Hans Rufer als Vorstandsmitglied bestätigt, einstimmig war auch das Votum für die Aufsichtsräte Tobias Heberle und Werner Morast.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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