17.08.2016

Bessere Sicherheitstechnik für das Waldschwimmbad Schriesheim

Die IEWS rechnet mit schwachen Besucherzahlen in diesem Jahr - Konzerte und Fitnesskurse kommen gut an

Von Frederick Mersi

Schriesheim. Kaum ein Tag könnte die bisherige Saisonbilanz im Waldschwimmbad besser symbolisieren: Die Nacht war mit etwa 12 Grad Celsius sehr kühl, über dem auf 22 Grad beheizten Becken steigt an diesem Morgen Dampf auf. "Bei mir hat sich auf dem Weg hierher im Auto die Zusatzheizung eingeschaltet", sagt Michael Gebhardt. Der Schriftführer der Interessengemeinschaft zur Erhaltung des Waldschwimmbads (IEWS) stellt fest: "Von den Besucherzahlen her ist dieses Jahr sehr negativ."

In der vergangenen Saison hatte das Freibad eine Rekordzahl von fast 55 000 Besuchern verbuchen können. Davon sei man bisher weit entfernt, so Gebhardt: "Natürlich kommt es auch in den letzten Wochen aufs Wetter an. Aber wir rechnen mit voraussichtlich knapp 35 000 Besuchern." Zum Vergleich: Im Jahr 2014 waren die Zahlen zuletzt ähnlich niedrig, als die Talstraße im Hochsommer gesperrt wurde.

Trotz der widrigen Wetterverhältnisse fällt das Zwischenurteil der Verantwortlichen in der doppelten Jubiläumssaison, in der das 80-jährige Bestehen des Bades und 25 Jahre IEWS gefeiert werden, aber nicht nur negativ aus. "Auch dieses Jahr haben wir 200 neue Mitglieder bekommen", sagt Gebhardt. Deren Beiträge mildern auch die finanziellen Ausfälle bei den Eintrittsgeldern ab: "Etwa zwei Drittel unserer Einnahmen bestehen aus Mitgliedsbeiträgen."

Ein weiterer Grund zur Freude sei bisher der "Fitnesssommer": Aquajogging, Aquagymnastik und Aquazumba würden sehr gut angenommen, sagt Gebhardt, während in der morgendlichen Kälte bereits einige Teilnehmer im Becken ihre Übungen absolvieren. In der aktuellen Saison wurden insgesamt 20 Kurse angeboten, alle durch geschulte Trainer. "Das wollen wir in den nächsten Jahren ausbauen."

Nicht nur in den Kursen herrscht im Waldschwimmbad bisher ein gutes Miteinander: Probleme mit Belästigungen gab es bisher nicht. "Wir haben jedes Jahr mal alkoholisierte Besucher oder jemanden, der mit Kleidung ins Wasser springt. Darüber hinaus war aber alles in Ordnung."

Allerdings wurde in den vergangenen vier Jahren drei Mal ins Schwimmbad eingebrochen, deshalb will die IEWS mehr in Sicherheitstechnik investieren. "Dabei ist das ein wahnsinniger Quatsch, hier einzubrechen. Es ist kein Geld im Tresor, das ist einfach unsinniger Vandalismus", sagt IEWS-Vorsitzender Bernd Doll. In Zukunft sollen eine Alarmanlage und Videoüberwachung installiert werden.

Mit den in Schriesheim lebenden Flüchtlingen habe man bisher gute Erfahrungen gemacht: Fünf Kinder aus geflüchteten Familien nehmen momentan an Schwimmkursen teil, die Kursgebühren werden ihnen erstattet. "Das haben Privatfamilien gemacht", sagt Gebhardt.

Was die bisherigen Veranstaltungen im Jubiläumsjahr angeht, sind Gebhardt und IEWS-Vorsitzender Bernd Doll weitgehend zufrieden. Vor allem das Konzert der "Soulfinger" Ende Juni habe "voll eingeschlagen", so Doll: "Wir planen, solche Konzerte in ähnlicher Form zu wiederholen." Fast 1500 Besucher waren zum Auftritt der Band um Saxophonist Klaus Gassmann trotz schlechten Wetters ins Waldschwimmbad gekommen.

Für die IEWS sind solche Events eine Möglichkeit, das Bad für verschiedene Altersgruppen attraktiver zu machen, ohne auf eine Vielzahl an Helfern angewiesen zu sein. "Das ist ja eine Plage, die jeder Verein hat", sagt Doll in Hinblick auf den Mangel an freiwilligen Helfern. "Bei diesen Veranstaltungen vergeben wir nur das Areal und das Equipment als Unterpächter. Für die Veranstalter und uns ist das eine Win-Win-Situation." Mit Ausnahme des geplanten Konzert der "Igels": Der Auftritt der Eagles-Coverband musste mangels Vorverkaufsinteresse abgesagt werden.

Zum Abschluss des Jubiläumsjahres ist am 11. September eine Feier mit lateinamerikanischem Flair geplant, Einzelheiten wollen die Veranstalter noch bekannt geben. Voraussichtlich kann pünktlich zu diesem Fest auch die neue Sonnenterrasse am Lokal eingeweiht werden.

Das Waldschwimmbad soll noch bis zum 17. September geöffnet sein, doch so ganz gibt Gebhardt die Hoffnung auf ein versöhnliches Ende der Saison noch nicht auf: "Wenn das Wetter toll ist, hängen wir noch eine Woche dran."

Copyright (c) rnz-online

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung