24.08.2016

Das Schriesheimer Straßenfest kann kommen

Von Frederick Mersi

Schriesheim. "Never change a running system", sagen die Informatiker, zu Deutsch in etwa "Ändere niemals etwas, das funktioniert." Ein Dogma ist das für die Straßenfest-Organisatoren bei Stadtverwaltung und Verkehrsverein zwar nicht, dennoch setzt man bei der diesjährigen Ausgabe von Kerwe und Straßenfest hauptsächlich auf Altbewährtes.

Vor allem bei Speis und Trank wird man von Samstag, 3. September, bis Montag, 5. September, meist auf alte Bekannte treffen: Die Lyra ist mit ihrer Schlemmerecke ebenso dabei wie der KSV am Stadtbrunnen. Die SPD richtet ihr "Rotes Eck" ein und der Partnerschaftsverein verköstigt mit Wein und Spezialitäten aus Uzès.

Flohmarkt-Nachfrage schleppend

Nicht mit dabei sein wird allerdings das Schwarze Café der Schriesheimer CDU, wie deren Vorsitzende Christiane Haase mitteilte. Dort fehlen ehrenamtliche Helfer ebenso wie bei einer der Institutionen des Straßenfests: dem Suppentreff im Hof der Küferei Hauser. An die Stelle der beliebten Straußwirtschaft tritt die "oBARstadt 8" unter der Regie eines vierköpfigen Schriesheimer Teams. Statt Suppen werden dort vor allem selbst gemachte Panini und Gin serviert.

"Das ist natürlich besonders für den Jazzpoint schön, dass dieser Hof erhalten bleibt", sagte Dominik Morast vom Schriesheimer Ordnungsamt. Irmgard Mohr vom Verkehrsverein äußerte großen Respekt vor allen, die eine Straußwirtschaft einrichten: "Das ist schon eine Knochenarbeit."

Der Verkehrsverein, und besonders Karl-Heinz Schulz, zeichnet sich in diesem Jahr auch wieder für den Straßenfest-Button (Foto: Kreutzer) verantwortlich, das Motiv: der Branichtunnel. "Ich hoffe, dass die Leute das erkennen. Von außen ist das ja nur ein schwarzes Loch, deshalb haben wir ein Foto von innen genommen", so Mohr. Zur Debatte stand auch das 90-jährige Jubiläum des Verkehrsvereins. "Aber das interessiert ja eigentlich niemanden", sagte Mohr.

Ebenfalls auf geringes Interesse stießen bislang die verfügbaren 340 Flohmarktstände. "Früher standen die Leute ja zu den Terminen Schlange. Aber ich weiß nicht, an was es liegt", sagte Mohr etwas ratlos. Mit bisher etwa 280 vergebenen Ständen und dem großen Flohmarktstand der Evangelischen Kirchengemeinde in der Kirchstraße sei man dennoch zufrieden, merkte Mohr an.

Zumal ein Anmeldetermin noch bevorsteht: am Samstag, 27. August, von 10 bis 12 Uhr im "Bachschlössl". Am Straßenfest selbst läuft der Flohmarktverkauf dann am Samstag und Sonntag.

Während des gesamten Fests werden ständig sechs Sanitäter des Deutschen Roten Kreuzes in Zweierteams im Einsatz sein. Darüber hinaus engagiert die Stadt wieder einen Sicherheitsdienst. "Der verhindert in der Hauptsache, dass die Gassen von Wildpinklern benutzt werden", so Bürgermeister Hansjörg Höfer.

Ansonsten sei das Straßenfest eine ruhige Veranstaltung. "Und Ausnahmen davon bestätigen die Regel", sagte Höfer: "Wichtig ist nur, dass Uniform gezeigt wird. Dann ist sofort Ruhe."

Von Ruhe kann beim Musikprogramm dieses Jahr keine Rede sein: Newcomer wie die "Straßenpoeten", die schon auf dem Sommernachtsfest des KSV rockten, sind dabei ebenso vertreten wie altbekannte Stimmungsmacher, zum Beispiel die T-Band und einige Mitglieder von "Fahrenheit". Mit neuen Mitstreitern wollen sie unter dem Namen "Strahlemänner" ihren Zuhörern am Stadtbrunnen einheizen.

Wenn es ums Musikprogramm geht, werden allerdings auch die Defizite des Flyers mit dem einheitlichen Aquarellmotiv deutlich: So fehlt bei den "Honeywell Bouncers" ein Buchstabe, die "Strahlemänner" firmieren noch unter dem Namen "Schriese Allstars" und aus "Sunny and the Jokebox" wurde kurzerhand "Sony and the Jokebox".

Wenn die Bands trotzdem kommen und das Wetter einigermaßen mitspielt, steht einem stimmungsvollen Straßenfest allerdings wohl nichts im Weg.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung