25.08.2016

Schriesheimer KSV-Fanfarenzug kämpft nach Spaltung ums Überleben

Schriesheimer KSV-Fanfarenzug kämpft nach Spaltung ums ÜberlebenNach der Abspaltung der "Schriesheimer Löwen" spielen beide Gruppen beim Straßenfest - Trippmacher will Nachwuchs werben

"Man muss jetzt das Beste aus der Situation machen", sagte Fanfarenzugleiter Jörg Trippmacher (r.). KSV-Vorsitzender Sven Witteler betonte, der gesamte Verein stehe hinter der Abteilung. Foto: Dorn

Von Frederick Mersi

Schriesheim. Für Jörg Trippmacher wäre es vermutlich der negative Höhepunkt eines schwierigen Jahres gewesen. Die Stadt Schriesheim hatte vorgeschlagen, dass die Fanfarenzüge vom Kraftsportverein (KSV) und den "Schriesheimer Löwen" sich mit der Eröffnung des Straßenfests abwechseln. "Aber das sehe ich nicht ein", sagt Trippmacher bestimmt: "Wir haben das bisher immer gemacht."

Der Kompromiss: Der KSV spielt bei der Eröffnung, die "Löwen" treten direkt danach beim Weindorf im Unteren Schulhof auf. Mit dieser Regelung kann man auf KSV-Seite leben. "Ich gehe davon aus, dass wir das auch in den kommenden Jahren so machen werden", so Trippmacher.

Noch sechs Mitglieder sind aktiv

Im vergangenen Jahr hatten sich die Löwen vom KSV abgespalten und einen neuen Verein gegründet. Mangelnde Unterstützung seitens des Gesamtvereins wurde beklagt und ein Ungleichgewicht zwischen den verschiedenen Abteilungen. Sven Witteler, Vorsitzender des KSV, betont nun häufig, wie sehr der Verein hinter seinem Fanfarenzug steht.

"Die Jungs geben wirklich Gas. Das Engagement ist da, und sie haben die Loyalität und die Unterstützung des gesamten KSV", sagt Witteler. 6000 Euro an Spenden seien gesammelt worden, davon soll unter anderem neue Kleidung für den Fanfarenzug gekauft werden. Zudem wird der Probekeller nun in Eigenregie saniert. Es sei zwar schade, dass es die Abspaltung gegeben habe, sagt Witteler: "Das macht es ja für beide Gruppen schwieriger." Als Weckruf will er diese aber nicht verstanden wissen.

"Es war für mich selbstverständlich, dass wir die Abteilung unterstützen", meint der Vorsitzende. Es sei bedauerlich, dass er damals vor vollendete Tatsachen gestellt worden sei, aber: "Wir haben uns ausgesprochen und sind da auch nicht nachtragend." Das sieht Jörg Trippmacher ähnlich: "Man muss jetzt das Beste aus der Situation machen."

Am drängendsten ist der Handlungsbedarf bei der Werbung von Nachwuchs. Gerade einmal sechs aktive Mitglieder zählt der 1953 gegründete KSV-Fanfarenzug noch. "Wir haben Flyer erstellt, die wir ab September in Geschäften auslegen wollen", erläutert Trippmacher. Zudem werde darüber nachgedacht, auch modernere Musik ins Repertoire aufzunehmen - auch wenn Trippmacher selbst bei diesem Thema noch etwas skeptisch ist: "Fanfarenzugmusik ist und bleibt halt einfach Fanfarenzugmusik."

"Die beste Werbung ist es natürlich, gute Auftritte hinzulegen", sagt Witteler: "Beim Mathaisemarkt war das zum Beispiel eine ganz hervorragende Performance." Allerdings kann die Werbung von neuen Mitgliedern eine langwieriger Prozess werden. Zumindest bis dahin muss der KSV auf Unterstützung von außerhalb bauen, auch beim Straßenfest: Der Fanfarenzug der "Hendsemer Herolde" aus Handschuhsheim wird als Verstärkung bei der Eröffnung am Samstagvormittag mit von der Partie sein.

Darüber hinaus wird es eine Kooperation mit dem Fanfarenzug in Wiesloch für größere Auftritte wie beim Mathaisemarkt geben, auch mit Olaf Weithäuser von der Musikschule wurde schon über eine Zusammenarbeit gesprochen. "Die Nachwuchsprobleme gibt es ja nicht nur in Schriesheim, sondern bei fast allen Fanfarenzügen", sagt Witteler.

Jeder sei willkommen, wirbt Trippmacher: "Ob alt oder jung - einfach jeder, der Spaß an der Musik hat."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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