29.08.2016

Tropennacht im Schriesheimer Waldschwimmbad: Einfach nur "herrlich"

In Schriesheim gab es am Wochenende zum ersten Mal in diesem Jahr das beliebte "Mondscheinschwimmen".

Von Karin Katzenberger-Ruf

Schriesheim. Sogenannte "Tropennächte", bei denen das Thermometer nicht unter 20 Grad Celsius fallen darf, waren bis vor wenigen Tagen rar in diesem Jahr. In der Nacht zum Samstag stimmten die Temperaturen allerdings - und das Waldschwimmbad in Schriesheim öffnete erstmals in dieser Saison seine Pforten für das so genannte "Mondscheinschwimmen". Im Supersommer 2015 ging die Aktion letztmals mit den erweiterten Öffnungszeiten drei Mal über die Bühne und lockte Tausende Gäste an. "Das ist ja auch einmalig in der Region" so Bernhard Doll, Vorsitzender der "Interessengemeinschaft Erhaltung und Betreibung Waldschwimmbad Schriesheim" (IWES). Die gründete sich vor 25 Jahren, um das idyllisch gelegene und inzwischen acht Jahrzehnte alte Bad vor dem Verfall zu retten. Dies gelang vorbildlich; inzwischen hat der Verein um die 6000 Mitglieder.

Auch wenn sich der Mond nicht blicken ließ an diesem Abend über dem Waldschwimmbad: Immerhin funkelten am Firmament die Sterne um die Wette. "Herrlich" fand das alles eine Besucherin, die auf dem Rücken im 24 Grad warmen Wasser schwamm. Das Schwimmbecken ist teilweise mit Lampen bestückt; über den Umkleidekabinen sind Glühbirnen angebracht; auf einer kleinen Veranstaltungsfläche gibt es Disco-Beleuchtung. Beim Mondscheinschwimmen sind alle Lichtquellen angeschaltet. Genau wie die Musikanlage mit Rock und Pop für alle Generationen.

Fünf junge Mädchen singen ausgelassen mit und tauchen zwischendurch einfach mal unter. Im Dunkeln trauen sich dann auch Erwachsene auf die Wasserrutsche. Indessen können ein paar Kinder vom Rutschen und Ballspielen einfach nicht genug bekommen. Rettungsschwimmer passen auf, dass nichts passiert, nachdem der Bademeister ja bereits Feierabend hat. Seit 19 Uhr liegt das Waldschwimmbad im angenehmen Schatten - und dann ist da noch der "Talwind", der gegen Abend und manchmal auch tagsüber dafür sorgt, dass es da oben zwei, drei Grad kühler ist.

Eine Familie aus dem Ortsteil Altenbach macht zu vorgerückter Stunde auf der Liegefläche noch ein kleines Picknick, wobei eine helle Halogen-Taschenlampe zum Einsatz kommt. Gegen 21.30 Uhr ist es dort nämlich schon ziemlich duster - und man will ja sehen, was man verzehrt. Auch in den so genannten "Durchschreitebecken" (mit den Duschen vor dem Schwimmbecken) ist eine Taschenlampe hilfreich, ehe man über Treppenstufen stolpert. Gegen 22.30 Uhr leeren sich schließlich das Schwimmbecken und die Gläser der Gäste, die an dem lauen Sommerabend gemütlich auf der Terrasse des Restaurants saßen. "War wieder toll", findet ein Pärchen - und will nun noch einen Absacker nehmen ...

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung