26.10.2016

Schriesheim feiert "Tag der Schützen, Jäger und Jagdhornbläser"

Schriesheim feiert "Tag der Schützen, Jäger und Jagdhornbläser"Teil des Festes waren eine große Jagdhundschau sowie ein Jagdhornbläser-Konzert

Was ein richtiger Jagdhund sein will, darf auch den Entenfang im Wasser nicht scheuen. Foto: Dorn

Von Karin Katzenberger-Ruf

Schriesheim. "Muss der auch auf die Rutsche?", fragt der kleine Junge und hat damit die Lacher auf seiner Seite. Mit "der" meint er nämlich einen Jagdhund, der im Becken des Waldschwimmbades gerade auf Entenfang ist. Dies ist Teil einer Übung, mit der die Jägervereinigung einem interessierten Publikum die Hundeausbildung näherbringt. Die Beute sei gefriergetrocknet und werde mehrfach zu Übungszwecken verwendet, kommentiert Ralph Steffen, Ausbilder an der Jagdschule Rhein-Neckar in Mannheim. Vom Schützenhaus aus hat er das Geschehen im Schwimmbad bestens im Blick. Die Wasseroberfläche schimmert unter der grauen Wolkendecke grünlich, das passt irgendwie zum dritten "Tag der Schützen, Jäger und Jagdhornbläser".

Zwischendurch ertönt ein Schuss. Der stammt allerdings nicht aus einem Jagd-, sondern aus einem Luftdruckgewehr. Schließlich können die Gäste beim Sportschützenverein ausprobieren, ob ihnen das Schießen Spaß macht. Gern auch mit Pfeil und Bogen. Auf dem steilen Gelände hinter dem Vereinsheim, in dem zur Feier des Tages Wildgulaschsuppe auf der Speisekarte steht, gibt es einen schönen Bogenschützen-Parcours.

Um die Mittagszeit geben vor dem Haus die Schriesheimer Jagdhornbläser ein Ständchen. "Das ist hier wirklich eine runde Sache, von Jahr zu Jahr kommen mehr Besucher", sagt Ralph Steffen, ehe er erklärt, was sich nun auf der Wiese des Waldschwimmbades tut. Da jagen Hunde dem "Schleppwild" an der Leine hinterher.

Die große Jagdhund-Schau soll gleich vor dem Schützenhaus stattfinden. Auch wenn die "Bracken" samt ihrer Hängeohren die ältesten Jagdhunde sind und das Haarwild vor dem Schuss jagen: Es gibt rund 40 Rassen, die zur dreijährigen Ausbildung taugen. So ist zum Beispiel der Labrador ein typischer Apportierhund, der auch gern ins Wasser geht und zur Jagd von Enten und Niederwild eingesetzt wird. Dagegen ist der Rauhaardeckel eher als "Erdhund" geeignet, der in einen Fuchsbau passt und das Raubwild verbellt. Exemplare wie der bayrische Gebirgsschweißhund sind für die "Nachsuche" nach verletztem Wild wichtig. Ferner gibt es den "Vorsteherhund", der die Beute mit Pfote anzeigt. Nicht zuletzt gehört das Wort "Vollgebrauchshund" zur Jägersprache.

Die Jagd mit Habicht und Falke ist nochmals eine andere Alternative. Horst Kilian aus Lampertheim hat vier Greifvögel mitgebracht. Mit dem Habicht geht er schon mal auf Kaninchenjagd, während die Falken Flugwild wie Fasan und Rebhuhn erlegen. Die "Falknerei" hat Kilian von Jugend an fasziniert. Er sagt allerdings: "Wer das als Hobby pflegt, hat keine Zeit für ein weiteres."

Was wissen wir überhaupt über Tiere und Pflanzen im Wald? Meistens viel zu wenig. Genau da setzt der "Lernort Natur" an. An einem Informationsstand präsentiert Guido Moch Tierpräparate zwischen Frischling, Waldkauz, Haubentaucher, Dachs und Wiesel. Auch Baumrinden dienen als Anschauungsmaterial. Die gefurchte Eiche und die glatte Buche sind ja noch leicht zu unterscheiden. Doch die Rinde der Buche ähnelt sehr dem Ahorn. Ähnlichkeiten in Farbe und Struktur gibt es auch zwischen Fichte und Kiefer oder zwischen Tanne und Douglasie.

Die Schützen und die Jäger hatten viele Jahre lang Nachwuchsprobleme. Nun gab es eine Trendwende. Inzwischen machen laut Ralph Steffen immer mehr Frauen den Jagdschein. Überhaupt interessierten sich die Leute verstärkt für die Zusammenhänge in der Natur, das Image der Jäger habe sich verbessert. "Wir haben früher einfach zu wenig Öffentlichkeitsarbeit gemacht", sagt er und verweist auf die Möglichkeit, bei Jägern Wild "frisch von der Jagd" zu erwerben. Das Fleisch sei hochwertig und im Gegensatz zu jenem aus der Massentierhaltung nicht mit Medikamentenrückständen oder Ähnlichem belastet. Außerdem sei das Wild in seiner natürlichen Umgebung aufgewachsen.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung